Das Netzwerk „Telearbeit und Frauen“ wurde im Herbst 1997/ Januar 1998 im Rahmen des Innovationsforums Multimedia-Anwendungen der Landesregierung Baden-Württemberg gegründet mit dem Ziel, Frauen zu ermutigen, sich mit der Arbeitsform Telearbeit bewusst auseinander zu setzen und die für ihre Ausübung erforderlichen Fähigkeiten zu erwerben. Konkret geht es um die Verbesserung des Austauschs von Informationen, Kommunikation und Beratung unter Frauen sowohl im persönlichen Gespräch als auch über Online-Kommunikation. Strategien für eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Entwicklungen der Informationsgesellschaft zu finden, die mit dem Einsatz der Kommunikations- und Informationstechnologien verbundenen Risiken und Chancen zu verorten, ist ebenso Thema der Arbeit des Netzwerks wie neue, positive Leitbilder mit speziellen Fragestellungen von Frauen zu formulieren. Technische Kompetenz in ihrer tradierten Definition ist gerade für Frauen eine zentrale Zugangsbarriere zu neuen Formen der Arbeit. Der Entwicklung eines neuen Verständnisses von technischer Kompetenz hinsichtlich der Nutzbarmachung von Technik nimmt sich das Netzwerk verstärkt an.
Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von erfahrenen und qualifizierten Frauen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen (Selbständige, Betriebsrätinnen, Unternehmerinnen, Wissenschaftlerinnen, Mitarbeiterinnen verschiedener Beratungszentren, von Ministerien, Gewerkschaften und Verbänden) und wenden sich an abhängig beschäftigte und selbständig arbeitende Frauen sowie an Multiplikatorinnen aus allen Bereichen. Es will eine Gesprächskultur schaffen für den Erfahrungsaustausch von Frauen aus „Normalarbeitsverhältnissen“ und Frauen aus „atypischen Arbeitsverhältnissen“ sowie offen und gruppenübergreifend die Möglichkeiten für einen im Sinne von Frauen gestalteten Weg in der Informationsgesellschaft ausloten und zu deren Umsetzung beitragen.
Die seit drei Jahren jährlich stattfindenden Herbsttagungen des Netzwerks stoßen auf wachsendes Interesse. Bei der letzten Tagung „Frauen in digitalen Arbeitswelten“ am 18. September diskutierten die Teilnehmer/innen über Qualifizierung, Call-Center, neue Dienstleistungen, Electronic Business und Beschäftigungssicherung durch Telearbeit. Das Netzwerk „Telearbeit und Frauen“ ist auch Gründungsmitglied der „Anwenderplattform Telearbeit Baden-Württemberg“, in der Firmen, Verwaltungen, Gewerkschaften und viele andere konkrete Unterstützungs- und Kommunikationsarbeit leisten, um insbesondere Klein- und Mittelbetrieben wie dem Handwerk den Weg in die Informationsgesellschaft zu erleichtern. Auf dem Anwendertag am 8. November im Stuttgarter Haus der Wirtschaft war das Netzwerk federführend beteiligt. Neben der Auseinandersetzung mit der Entwicklung von Call-Centern planen die mittlerweile auch verstärkt als kompetente Referentinnen gefragten Netzwerkmitglieder das Projekt „Navigation zu Qualifikations- und Beratungsangeboten für Frauen“ insbesondere für selbständige Teleworkerinnen. Darüber und über die vielfältigen anderen Initiativen wird zukünftig ein regelmäßiger „Newsletter“ berichten.





