| Das Institut für Frauengesundheit
Das Institut für Frauengesundheit Baden-Württemberg
(IFG) ist Teil eines Projekts der Landesstiftung Baden-
Württemberg zur Förderung der Frauengesundheit. Das IFG
wurde 2006 gegründet und an der Medizinischen Fakultät
der Universität Tübingen angesiedelt. Es wird für die Dauer
von fünf Jahren (1/2006 – 12/2010) mit insgesamt 2,5
Millionen Euro von der Landesstiftung gefördert.
Zielsetzung des IFG ist es, die geschlechtsspezifische
Forschung voranzutreiben, die Prävention von frauenspezifischen
Krankheiten zu verbessern, Versorgungseinrichtungen
zu vernetzen und Laien wie Fachleute aktuell über die
speziellen Aspekte der Frauengesundheit zu informieren.
Fünf Schwerpunkte wurden definiert: Prävention, Netzwerkbildung,
Frauengesundheitsmedien, Versorgungssicherung
und Forschungsservice.
Das IFG wird durch eine Koordinatorin, einen wissenschaftlichen
Leiter und einen gynäkologischem Leiter koordiniert,
wobei u.a. eingeworbene Stiftungsprofessuren dem
IFG zuarbeiten.
In den ersten drei Jahren konnten bereits
wichtige Meilensteine erreicht werden
Das IFG soll für ganz Baden-Württemberg Ansprechpartner
für „Frauengesundheitsfragen“ sein. Dafür wurde ein
logistisch-organisatorisches Netzwerk aufgebaut. U. a.
wurde an allen Universitäts-Frauenkliniken des Landes die
„Frauenakademie Baden-Württemberg“ gegründet. Diese
soll frauenheilkundliches Wissen allgemeinverständlich
vermitteln, in Zusammenarbeit mit anderen Bildungsinstitutionen,
wie der VHS, Familienbildungsstätten, Gesundheitszentren
etc. sowie auch den jeweiligen Gleichstellungsbeauftragten.
Beim Aufbau eines interdisziplinären landesweiten
Kompetenznetzwerks, bei dem das IFG das Zentrum des
Netzwerks darstellt und die Partner ein umfassendes Kompetenzspektrum
abdecken, wurden die anderen Universitätskliniken,
die niedergelassenen Frauenärzte und Selbsthilfegruppen
eingebunden.
Eine weitere Aufgabe des IFG ist die Öffentlichkeitsarbeit.
Herzstück der „Frauengesundheitsmedien" ist die
Internetplattform, die mit dem Gesundheitsforum Baden-
Württemberg und Internetpräsentationen wie z.B. mit dem
Portal des Berufsverbandes der Frauenärzte „Frauenärzte im
Netz" verlinkt wurde. Das Portal richtet sich an Frauen, Patientinnen,
deren Angehörige und Selbsthilfegruppennutzer
(„allgemeines Informationsportal“), aber auch an Institutionen,
praktizierende Ärzte und Apotheker und Wissenschaftler
(„Fachportal“).
Den Schwerpunkt des Internetauftritts stellen die vielfältigen
Ratgeber zu Themen der Frauengesundheit (z.B.
Brustkrebs, Endometriose, Menopause, etc.) dar. Sie informieren
über die Entstehung von Krankheiten, über Untersuchungen
und Behandlungen bis hin zu Kontaktadressen
von Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen. Hinzukommen
auch Ratgeber zu nicht-gynäkologischen Themen
wie z.B. Herz-Kreislauf, Körper und Psyche, Osteoporose,
Sexualität und genderspezifische Themen wie Arzneimittelwirkungen
und –interaktionen. Einen besonderen Stellenwert
nimmt das Studienportal Brustkrebs ein, das eine
Übersicht laufender klinischer Studien anbietet. Ratgeber
und Internetauftritt werden laufend aktualisiert. Im Rahmen
des Internetportals, werden im Portal "Expertenratgeber"
eingehende Fragen in einer Datenbank "Frequently
Asked Questions" (FAQ) aufgearbeitet. Spezielle Anfragen
wie auch Landtagsanfragen werden in Zusammenarbeit
mit dem Gesamtteam aus der Frauenklinik beantwortet.
Darüberhinaus wurden im Rahmen des IFG eine Hotline
Frauengesundheit eingerichtet, ein ausführliches Verzeichnis
von Hilfestellen für Frauengesundheit erstellt, Gesundheitstage
organisiert und zahlreiche Veranstaltungen mit
frauengesundheitlichem Schwerpunkt in Kooperation
mit der Landesfrauenakademie und der Frauenakademie
Tübingen durchgeführt.
Auf der Basis jahrzehntelanger Vorarbeit wurden nationale
und internationale Konsensuskonferenzen organisiert,
Ergebnisse erarbeitet, auf nationalen und internationalen
Kongressen vorgetragen und publiziert sowie in interdisziplinären
Kommissionen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften
Leitlinien rund um das Thema Frauengesundheit
erarbeitet. Und Vieles mehr.
Kernthema bleiben Prävention sowie
die Verstetigung des Landeskompetenznetzes
Die zukünftigen Aufgaben des IFG sind wie bislang die
landesweite Vernetzung, die Bündelung interdisziplinärer
frauenspezifischer Forschungsergebnisse sowie daraus folgend
die zielgruppenspezifische Information von Patientinnen,
Selbsthilfegruppen und niedergelassenen Ärzten.
Später soll sich das IFG dann auch selbst weiter finanzieren
können, z.B. mit der Durchführung von wissenschaftsgetriebenen,
öffentlich geförderten klinischen Studienprojekten.
Integraler Bestandteil des IFG wird die enge Kooperation
mit der Professur für Arbeits- und Sozialmedizin der
Medizinischen Fakultät Tübingen sowie mit dem geplanten
„Landeskompetenznetz für Arbeitsmedizin, Prävention und
Public Health“ sein.
Die regionale Weiterentwicklung der entstandenen
Strukturen wird ihre Vollendung in der Implementierung
des geplanten „Exzellenzzentrums für Frauengesundheit“
an der Medizinischen Fakultät Tübingen finden - mit
nationaler und internationaler Ausstrahlung. |