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Liebe Leserinnen und Leser,
im statistischen Durchschnitt gewinnen
wir jährlich zwei kostbare Monate an Lebenszeit hinzu, die sich im Laufe unseres
Lebens zu einem erheblichen Zugewinn
summieren.
Die verlängerte Lebensperspektive ist
ein Geschenk: eine komplett neue Lebensphase
zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.
In der öffentlichen Diskussion werden überwiegend
negative Aspekte der gesellschaftlichen Alterung diskutiert: die Krise der
Alterssicherungssysteme, die Vergreisung
der Gesellschaft, der Generationenkonflikt.
Die individuellen und gesellschaftlichen
Chancen, die die dazu gewonnenen Lebensjahre
bieten, kommen dabei häufig zu kurz.
Der verlängerte Lebenshorizont verändert
das Leben. Die Lebensphase, in der man
sich früher auf den Ruhestand vorbereitete,
wird heute zunehmend zur Phase der Neuorientierung.
Man sieht Menschen immer weniger ihr
Alter an. Wir haben kein objektives, sondern
ein subjektiv veränderbares Alter, das von
psychischer und körperlicher Vitalität bestimmt und beeinflusst wird. Das Alter
hängt damit nicht nur vom körperlichen
Gesundheitszustand ab, sondern beispielsweise
auch von der Bereitschaft, Neues
zu lernen, der Möglichkeit, Erfahrungen weiter zugeben oder sinnstiftende Tätigkeiten zu übernehmen.
Die Lebenssituation von Frauen im Alter
unterscheidet sich wesentlich von der der
Männer. Die Wahrscheinlichkeit, im Alter
alleine zu leben, ist für Frauen höher, denn
sie haben nicht nur eine statistisch höhere
Lebenserwartung als Männer, sondern auch
durch den immer noch üblichen Altersunterschied
bei der Verheiratung ein höheres
Risiko der Verwitwung.
Frauen ab 65 Jahren sind eine wichtige
Gruppe, die Kulturangebote wahrnimmt,
stark im Ehrenamt vertreten ist, neue
Wohnformen erprobt oder interessiert an
Bildungsangeboten ist. Zu dem engagieren
sie sich nach wie vor familiär, beispielsweise
in der Betreuung von Enkelkindern und der
Pflege der Elterngeneration.
Dieses AKTIV-Heft zeigt an Beispielen,
wie es gelingen kann – eigenverantwortlich
und selbstbewusst – möglichst lange ein
eigenständiges und erfülltes Leben zu führen.
Voraussetzung dafür ist die körperliche Fitness,
die durch ein gezieltes Training für
Muskelaufbau und Muskelerhalt erreicht
werden kann. Geistige Beweglichkeit und soziale Kontakte leisten zudem einen wesentlichen
Beitrag für eine gute Lebensqualität
im Alter.

Dr. Monika Stolz MdL
Ministerin für Arbeit und Soziales
Beauftragte der Landesregierung
für Chancengleichheit von Frauen und Männern |