| Sozial-Sponsoring
Von Kirstin Schiewe
Sozial-Sponsoring steckt noch in der Anfangsphase. Das
hängt mit der schlechten Wirtschaftslage der vergangenen Jahre zusammen,
aber auch mit der aufwändigen Umsetzung eines Sponsorings. Zudem
herrscht eine allgemeine Begriffsverwirrung. Wer Geld gibt, ob die
Oma ihrem Enkel oder ein Bioladen der Musikschule, gilt als Sponsor.
Dabei handelt es sich meist um Spenden, um freiwillige Geschenke.
Sponsoring hingegen ist ein Geschäft. Die Partner regeln
vertraglich, was der eine gibt und was der andere dafür leistet
.Auch das Finanzamt interessiert sich für den kleinen Unterschied.
Bei einem Sponsoring dürfen soziale Einrichtungen keine Spendenquittung
ausstellen. Sie müssen sogar die Einnahmen ab einer bestimmten Höhe
versteuern. Für soziale Einrichtungen ist eine Spende immer einfacher
als ein Sponsoring, die Summe aber meist niedriger. Für Unternehmen
hat Sponsoring jedoch Vorteile: Der Vertrag gibt Planungssicherheit.
Ein gelungenes Sponsoring weckt größere Aufmerksamkeit als die Übergabe
eines Spendenschecks. Und: Sponsoring ist komplett als Betriebsausgabe
steuerlich absetzbar. Das legt den Schluss nahe, dass die Firma
eigennützig handelt. Sponsoring fällt unter Marketing und dient
vor allem einem: dem Imagetransfer. Das Unternehmen demonstriert
soziale Verantwortung und profitiert vom guten Ruf des Geförderten.
Das bringt Wettbewerbsvorteile, erhöht den Bekanntheitsgrad und
kann die eigenen Mitarbeiter zusätzlich motivieren. Damit ist umrissen,
wie schwierig es gerade für Ehrenamtliche ist, einen Sponsor zu
finden. Sozial Engagierte verhandeln mit Betriebswirten, Laien mit
Profis.
Im Folgenden sind einige Beispiele für Sozial-Sponsoring aufgeführt:
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Eis-Hennig und die Familienpflege-Vermittlung Werth in Berlin
warben mit Postkarten für das Mädchenhaus des Vereins Frauenselbsthilfe |
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Drei Firmen aus Freiburg ermöglichen Jugendlichen aus einem
schwierigen Stadtteil Paddeltouren als Freizeitbeschäftigung.
Die Badische Zeitung berichtet darüber und nennt die Sponsoren.
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Mehrere Unternehmen aus Ravensburg finanzieren zusammen mit
dem Arbeitsamt das Gehalt eines Jugendsozialarbeiters von 25.000
Mark pro Jahr. |
Abschließend sei davor gewarnt, Sponsoring als Zauberwort
oder Rettungsring zu missverstehen. Es verlangt professionelles
Auftreten, Zeit und Geduld. Auch sollte die Sponsoringsumme deutlich
höher liegen als eine Spende, damit sich der Aufwand rechtfertigt.
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Kirstin Schiewe, Autorin, Referentin u.
freie Beraterin bei „impulse-Beratung u. Seminare für soziale Einrichtungen,
Freiburg
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Für die Umsetzung eines Sponsoring-Projektes
für soziale Einrichtungen sind ein bis zwei Jahre einzukalkulieren.
Hier ein von mir entwickelter Stufenplan:
- MitarbeiterInnen und Ehrenamtliche müssen grundsätzlich klären,
ob sie akzeptieren, dass der Sponsor einen wirtschaftlichen
Nutzen für sich selbst erwartet. Dann ist das Profil der eigenen
Einrichtung und Arbeit zu bewerten, um auf der Basis einer realistischen
Selbsteinschätzung an einen Sponsor heranzutreten. Fast immer
müssen die sozialen Einrichtungen den ersten Schritt tun. In
die Beschreibung für das zu fördernde Projekt gehören: die Darstellung
des Vorhabens und der Einrichtung, ein Zeitplan, ein Kostenplan
und die möglichen Gegenleistungen.
- Damit sich keiner der Partner ausgenutzt fühlt, sollten sie
die Ziele und Erwartungen nur für dieses zeitlich begrenzte
Projekt bestimmen.
- Der Sponsor sollte zum Gesponsorten passen. Glaubwürdigkeit
ist entscheidend. Ein Zigarettenhersteller als Sponsor einer
Woche der Suchtprophylaxe wäre undenkbar. Hilfreich ist der
regelmäßige Blick in die Zeitung, um Daten über die Firmen zu
sammeln. Über persönliche Kontakte kommen viele Partnerschaften
zwischen Wirtschaft und Sozialbereich zustande. Um Vertrauen
aufzubauen,muss der mögliche Sponsor die sozialen Einrichtung
besuchen.
- In Verhandlungen werden Leistungen des Sponsors: Geld, Sach-oder
Dienstleistungen und die Gegenleistungen der sozialen Einrichtung
festgelegt. Diese betreffen meist den Marketingbereich des Sponsors.
Zum Beispiel:
a) Nennung des Sponsors bei Veranstaltungen/Events, auf Broschüren,
Programmen, Plakaten und innerhalb der Pressearbeit,
b) Anzeigen des Sponsors abdrucken in Programmheften, Jahresberichten
u.a.
c) Vergabe von Prädikaten, Emblemen (z.B.Panda-Bär des world
wide fund for nature),
d) Produktpräsentation während Veranstaltungen der Sozialorganisation
und
e) Nennung der sozialen Einrichtung in PR-Maßnahmen des Sponsors
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