Hausmittel gegen Blasenentzündung

Erfahrungen, wie unangenehm eine Blasenentzündung sein kann, hat bestimmt jeder schon einmal gemacht. Ständiger Harndrang und das Brennen beim Wasserlassen können nicht nur mit Antibiotika behandelt werden. Bereits Hausmittel zeigen hier gute Erfolge. Eine Blasenentzündung kann, wie dem Ratgeber zu entnehmen ist, vorgebeugt werden.

Erklärung der Blasenentzündung

Die Blasenentzündung (Zystitis) ist eine Harnwegsinfektion. Diese wird meist von Bakterien hervorgerufen. Seltener sind Parasiten, Pilze oder Vieren, die Ursache. Die Keime suchen sich den Weg über die Harnröhre bis in die Blase. Es kommt zu einer Reizung bzw. Entzündung der Blasenwand. Begünstigt wird eine Blasenentzündung, durch Unterkühlungen und ein geschwächtes Immunsystem.

Risikogruppen für Blasenentzündungen

Statistisch gesehen sind die Frauen wesentlich häufiger von einer Blasenentzündung betroffen als Männer (bis zu 50- mal häufiger). Zur Risikogruppe dieser Erkrankung gehören auch Diabetiker und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Symptome bei einer Blasenentzündung

Bei einer Zystitis sind die Symptome meist recht eindeutig. Patienten klagen über Brennen beim Wasserlassen. Dabei verspüren viele von ihnen Schmerzen im Unterbauch. Ein ständiger Harndrang ist ein weiterer Hinweis auf eine Blasenentzündung.

Behandlungsmöglichkeiten von Blasenentzündungen

Die Behandlungsmöglichkeiten gliedern sich in Hausmittel und die medikamentöse Behandlung nach Absprache mit einem Arzt.

Hausmittel

Die bewährtesten Hausmittel bei einer Blasenentzündung zunächst im Überblick:

  • Viel trinken
  • Heilkräuter
  • Schwitzen
  • Feuchte Auflagen
  • Wärmflasche
  • Intimwaschlotion
  • Fußbäder nach Kneipp
  • Säfte
  • Meerrettich
  • Sellerie
  • Speisenatron

Viel trinken

Das Hausmittel „viel trinken“ wird bei vielen Beschwerden empfohlen. Viele Menschen unterschätzen noch heute, wie wichtig eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr für den Körper ist. Allgemein wird angegeben, dass der Mensch zwischen 1,5 und 2 Liter Flüssigkeit täglich aufnehmen sollte. Doch die Aussage sollte jeder spezifizieren. Eine der Berechnungsmöglichkeiten ist die folgende:

Richtwert für den täglichen Flüssigkeitsbedarf:

Pro Kilogramm des Körpergewichts sollen die Erwachsenen täglich 35 ml Flüssigkeit zu sich nehmen. Wiegt ein Mensch 75 kg, wäre die folgende Rechnung zutreffend.

75 kg x 35 ml = 2.625 ml

Menschen, welche das 65 Lebensjahr überschritten haben, benötigen nur noch 30 ml pro kg Körpergewicht am Tag. Bei gleicher Ausgangssituation, also 75 kg x 30 ml, ergeben sich 2.250 ml.

Heilkräuter

Vor allem warme Getränke eignen sich bei einer Blasenentzündung. Ein Kräutertee dient als Spülung für die Harnwege. Bakterien werden so gelöst und sanft, aber sicher entfernt. Durch die Mengen, die an warmem Tee getrunken werden, erhöht sich auch der Harndrang. Durch diese Reaktion des Körpers beschleunigt sich das Ausscheiden der Bakterien.

Bei den Heilkräutern gibt es diverse Arten, die sich für die Behandlung einer Blasenentzündung anbieten. So können bekannte und meist in der Natur schnell zu findende Kräuter wie Brennnessel, Birkenblätter, Wacholder und Bärentraubenblätter sein.

Bewährt haben sie sich wegen der krampflösenden, harntreibenden und bakteriellen Wirkung. Die Nierentätigkeit wird durch den Genuss angeregt.

Schwitzen

Schwitzen, so kennen es die meisten Menschen, ist schon sehr wirkungsvoll bei Erkältungen. Dort und auch bei Blasenentzündungen sollte der Tee recht heiß getrunken werden und der Körper anschließend warmgehalten werden. Der Stoffwechsel wird so auf Touren gebracht. Aktiviert wird das Immunsystem speziell in der Blase.

Feuchte Auflagen

Feuchte Wickel sind auch ein Hausmittel, von welchem schon jeder einmal gehört hat. Es bietet sich bei einer Blasenentzündung an. Hierzu wird der Unterbauch entblößt. Auf die Haut wird ein kleines Handtuch gelegt, welches mit heißem Wasser getränkt wurde. Die Temperatur ist abhängig, wie es jeder Einzelne verträgt. Über das feuchte Tuch wird ein weiteres trockenes Tuch gelegt. Der Patient sollte sich nun hinlegen und in eine Decke einwickeln. Fühlt sich der heiße Wickel nur noch warm an und man hat das Gefühl, dass es gut getan hat, kann dieser Vorgang wiederholt werden.

Wärmflasche

Die Wärmflasche erfüllt im Prinzip den gleichen Effekt. Allerdings hält die Wärme länger als bei den heißen Wickeln. In die Wärmflasche wird heißes Wasser gefüllt. Anschließend wird diese in ein Tuch gewickelt und auf den Unterbauch gelegt. Wenn die Wärme nachlässt, kann das Tuch entfernt werden, ehe gegebenenfalls die Wärmflasche erneut mit heißem Wasser zu füllen ist.

Diese Variante eignet sich vor allem für nachts. Naturmediziner gehen nämlich davon aus, dass die Wirkung der heißen, feuchten Wickel bei einer Blasenentzündung besser ist.

Intimwaschlotion

Spezielle Intimwaschlotionen werden in Apotheken und Drogerien angeboten. Darin befinden sich kein Parfüm und andere Zusätze, welche eine Blasenentzündung begünstigen können.

Vor allem für Frauen ist wichtig, dass sie beim Waschen des Intimbereichs und dem Säubern nach dem Toilettengang darauf achten, dass sie die Reinigung von der Scheide aus zum After ausführen. Sonst könnten die Keime sich, aufgrund des kurzen Weges vom After zur Harnröhre, schnell verbreiten.

Fußbäder nach Kneipp

Das ansteigende Fußbad nach Kneipp ist gut bei ständig kalten Füßen und hilft gegen Blasenentzündung. Die Vorgehensweise ist die folgende:

  1. Zeitpunkt: Günstig ist die Zeit vor dem Zubettgehen.
  2. Thermometer: Zur Kontrolle der Temperatur im Wasser wird dies benötigt.
  3. 33 Grad warmes Wasser in eine Schüssel geben.
  4. Begonnen wird mit dieser Temperatur und es werden beide Füße hineingestellt.
  5. Temperatursteigerung auf maximal 40 Grad des Wassers.
  6. Innerhalb von 20 Minuten sollte das Fußbad eine Steigerung bis höchstens 40 Grad erreicht werden.
  7. Trocknen der Füße: Wichtig ist das gründliche Abtrocknen der Füße, auch zwischen den Zehen.
  8. Ruhephase einhalten: Entweder schließt sich die Nachtruhe an, anderenfalls sollten die Füße etwa 20 Minuten hochgelegt werden.

Achtung: Patienten, die zu Thrombose neigen, sollten dieses Hausmittel bei Blasenentzündung nicht anwenden.

Säfte

Säfte aus Preiselbeeren oder Cranberrys ist bei Blasenentzündung der Tipp für Menschen, die kalte Säfte heißen Getränken vorziehen.

In diesen Beeren befinden sich Wirkstoffe, welche den Escherichia-coli-Bakterien der Kampf ansagen. Durch diese Getränke wird es ihnen erschwert, sich an der Blasenwand festzusetzen.

Meerrettich

Genutzt werden kann auch die antibakterielle Wirkung vom Meerrettich. Neben dem Saft bietet es sich an, diesen frisch zu reiben und täglich (morgens und abends) einen Teelöffel zu sich zu nehmen.

Sellerie

Selleriesaft ist für die Blase und die Nieren gut. Seine antibakterielle Wirkung beruht auf den Antioxidantien und Polypenolen. Da der Selleriesaft nicht jedem schmeckt, kann er auch mit anderen Obstsäften gemischt werden.

Speisenatron

Speisenatron stellt für die Betroffenen einer Blasenentzündung eine echte Erleichterung dar. Das Brennen beim Wasserlassen wird etwas neutralisiert. In ein Glas Wasser wird ein Teelöffel Speisenatron gegeben. Während es sich auflöst, beginnt das Speisenatron zu schäumen. Der Geschmack ist zwar etwas abstoßend, doch bereits beim nächsten Wasserlassen wird das Brennen nachgelassen haben. Anfangs kann jede Stunde einer solchen Mischung getrunken werden.

Medikamentöse Therapie

Bringen die Hausmittel nicht den gewünschten Erfolg, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er wird Medikamente, meist Antibiotika, verordnen. Doch wie bei allen Medikamenten ist genau zu prüfen, welches im speziellen Fall angewandt werden sollte. Denn Nebenwirkungen sind hierbei nicht auszuschließen. Vor allem in der Schwangerschaft ist dies zu beachten.

Prognose einer Blasenentzündung

Innerhalb von 3 Tagen bis zu einer Woche heilt eine Blasenentzündung normalerweise aus. Dies setzt eine schnelle Behandlung voraus. Spätestens nach dieser Zeit ist ein Arzt hinzuzuziehen.

Die Entzündung, welche durch Keime ausgelöst wurde, kann sich weiter ausbreiten. Es ist auch nicht auszuschließen, dass die oberen Harnwege in Mitleidenschaft gezogen werden.

Besser ist es jedoch die folgenden Prophylaxehinweise zu beachten.

Einer Blasenentzündung vorbeugen

Fünf einfach Tipps, um einer Blasenentzündung vorzubeugen:

Tipp 1: Jeder Mensch soll viel trinken. Wer häufiger an Blasenentzündungen leidet, sollte diesen Ratschlag besonders beherzigen. Die Blase wird dadurch gespült. Bakterien haben so geringere Chancen sich festzusetzen. Ausnahmen sind Patienten, die sich wegen einer Herzerkrankung, an die vom Arzt vorgeschrieben Menge der Flüssigkeitsaufnahme halten müssen.

Tipp 2: Regelmäßig und vollständig ist die Blase zu entleeren. Die Säuberung des Genitalbereichs sollte von der Scheide in Richtung After erfolgen. 15 Minuten nach dem Geschlechtsverkehr sollte die Toilette zum Wasserlassen aufgesucht werden. Ansonsten haben die Keime die Möglichkeit eine Infektion hervorzurufen.

Tipp 3: Das Tragen von Unterwäsche, welche aus Baumwolle gefertigt wurde, wirkt den Keimen intensiv entgegen. Die Waschtemperatur von mindestens 60 Grad überstehen sie meist nicht. Zudem sollte die Unterwäsche nicht zu eng sein, damit es zu keinen Reizungen kommen kann.

Tipp 4: Der Intimbereich sollte ausschließlich mit warmem Wasser gewaschen werden. Seife ist unbedingt zu vermeiden.

Tipp 5: Feuchte Kleidung ist sofort zu wechseln. Nach Möglichkeit ist kalten Füßen vorzubeugen.

Fazit

Bei einer Blasenentzündung ist nicht zwingend sofort ein Arzt zu konsultieren. Oftmals helfen Hausmittel beim Heilungsprozess. Dauert sie jedoch länger als 5 Tage an, kann die Entzündung weitere Organe betreffen, so dass vorbeugend doch der Gang zum Arzt notwendig wird. Weitere Gründe einen Arzt aufzusuchen sind Fieber, Schmerzen bis hin zu den Nieren und wenn sich Blut im Urin befindet.

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