Frauen im Sport: Eine Frage der Gleichberechtigung

Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau beim Sport ist noch immer nicht ganz vollzogen. Noch immer hinken viele Disziplinen bei den Frauen den Männersportarten hinterher. Doch die Frauen holen auf.

Frauen, der Sport und die Fortpflanzungsorgane

Jahrzehntelange galt die Devise, Frauen sollten für den Haushalt und die Kinder da sein. Zu viel Sport würde der Gesundheit und vor allem den Fortpflanzungsorganen schaden. Eierstöcke, Gebärmutter oder auch Brüste – alle Körperteile wurden diskutiert. In der Tat ist es so, dass viele gedopte Frauen tatsächlich Gesundheitsschäden abbekommen haben. Dies betrifft jedoch nicht nur die Fortpflanzungsorgane: Denkt man an die gezielten Kinder-Dopings in der ehemaligen DDR, so wird schnell klar, dass dabei nur Körper für den Wettkampf gezogen wurden, und der Wettkampf und die nationale Ehre vor der Gesundheit stand. Wie es diesen ehemaligen Sportlerinnen heute geht, wird verschwiegen. Viele Länder aber praktizieren noch immer eine derartige „Sportkultur“.

Im Zeitalter der Gleichberechtigung und immer weiteren Annäherung zwischen Mann und Frau, hat nun – zumindest in Bezug auf die Fortpflanzungsorgane – die Medizinische Kommission des Internationalen Olympischen Komitees 2011 festgestellt:

Eine Übersicht der Verletzungsdaten hat keine Beweise eines gesteigerten Risikos für akute oder chronische Schäden an den weiblichen Fortpflanzungsorganen ergeben.

Damit ist klar, dass Frauen – was die Gefährdung ihrer Fortpflanzungsorgane betrifft -genauso Sport treiben dürfen/können, wie Männer. Bei Männern sollte hingegen da vielleicht genauer hingesehen werden. So bringt der Radrennsport eine Gefährdung der Hoden mit sich, vor allem wenn er professionell betrieben wird. Der Fußball gefährdet das männliche Gemächt genauso, weshalb sich viele Fußballer bei einem Freistoß die Hand vor die Lenden halten.

Männer und Frauen haben unterschiedliche Körper

In Bezug auf die Gleichberechtigung sollte aber auch folgendes festgehalten werden: Es ist tatsächlich kein Geheimnis, dass Frauen nicht immer gleich leistungsfähig sind. Wenn eine Frau ihre Periode hat, dann fühlt sie sich in der Regel unwohl und nicht gleich, wie an anderen Tagen. Womöglich hat sie auch Schmerzen. Jeder, der dies leugnet, der lügt. Andererseits haben natürlich Mediziner für Sportlerinnen heutzutage Verfahren entwickelt, ihre Periode zu unterdrücken oder zu verlegen. Gerade im olympischen Wettkampf ist dies der Fall. Verlegen kann man die Periode schon alleine durch die Pille, es gibt aber noch andere effektive Methoden.

Man kann hier nicht so genau sagen, in wie weit eine derartige Rhythmusstörung eine starke langfristige Auswirkung auf den weiblichen Körper hat. In jedem Fall aber ist es mit Sicherheit so, dass eben Mann und Frau nicht gleich funktionieren. Die Frau lebt mehr in Leistungs-Wellen, während der Mann, rein körperlich, immer die gleiche Leistung bringen kann.

Frauen, Männer und das Turmspringen

Im Zuge der immer weiter fortschreitenden sogenannten Gleichberechtigung ist es nun aber Ziel, dass Männer und Frauen gleichzeitig vom Turm springen. Warum nacheinander, wenn es nicht gleichzeitig auch gemischt geht? Das Argument, dass die Männer höher springen können und deshalb einen Salto mehr bis zum Becken vollziehen, hat bei manchem keine Gültigkeit mehr.

Künftig werden Mann und Frau sowohl auf dem 3 Meter Brett, wie auch auf dem 10 Meter Turm ihre verschiedenen körperlichen Voraussetzungen unter einen Hut bringen müssen. In seiner jüngsten Sitzung hat nämlich der „Internationale Schwimmverband Fina“ seine Regularien für das Mixed-Synchronspringen verabschiedet. Des Weiteren sind nun auch Synchronschwimm-Männer im Duett zugelassen.

Sportvereine in Männerhand

Schaut man auf die Struktur der Sportvereine, so hat sich noch nicht viel verändert. 2010 war nur ein Prozentsatz von 3,9 der Generalsekretäre in den internationalen Fachverbänden Frauen. Aktive weibliche Mitglieder gibt es jedoch 20 Prozent. Hier dominiert noch der Männeranteil in den Funktionärs-Riegen. Die Frauen dürfen mittlerweile also schon „sporteln“, die Macht im Sport bleibt derzeit jedoch noch bei den Männern. Für eine Gleichberechtigung auch in der administrativen Ebene ist noch einige Anstrengung nötig.

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