| Interview mit Dr. Barbara
Oettinger
Was
bedeutet Sport Ihrem Leben?
Sport ist ein wichtiger Begleiter meines ganzen Lebens.
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 konnte ich die Nationalspieler
genauso schnell herunterrasseln wie mein älterer Bruder. Ich betrieb
Sportarten von Leichtathletik, Schwimmen, Golf und Tischtennis bis
zu alpinem Skifahren mit Spaß und erfolgreich. Meine Liebe für funktionelle
Gymnastik und Aikido prägt mich seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten,
und Aikido wirkt als ganzheitliche japanische Kampfkunst ohne Wettkämpfe
mit harmonischen Bewegungen auch im Alltag nach. Seit dem Medizinstudium
begeistert mich Sport noch mehr, da ich die Theorie seiner präventiven
Komponente kenne. Meinen beruflichen Schwerpunkt habe ich auf die
Gesundheitsförderung gelegt, indem ich ein Gesundheitsamt leite
und Sportmedizinerin bin. Ergänzend engagiere ich mich ehrenamtlich
im Sport, betätige mich als Referentin und habe gemeinsam mit meinem
Mann ein Gymnastikbuch verfasst.
Warum
engagieren Sie sich für Frauen im Sport?
Unsere Bevölkerung ist zur Hälfte männlich und weiblich.
Alle profitieren in gleicher Weise von Sport als Bewegungsangebot,
das die Gesundheit fördert und hilft, gesund älter zu werden. Die
Interessen der Frauen im Sport zu vertreten heißt für mich, sie
darin zu unterstützen, immer mehr an den Angeboten des baden-württembergischen
Sports teilzuhaben. Und natürlich würde ich gerne in den Gremien
des Sports noch mehr Frauen sitzen sehen. Die Zahlen verbessern
sich stetig, aber noch besteht ein deutlicher Informations- und
Motivationsbedarf.
Haben
Sie selbst noch Zeit, Sport zu treiben?
Mir ist wichtig, regelmäßig sportlich aktiv zu sein.
Denn nur dies dient der Prävention nachhaltig. Als Gesundheitsamtsleiterin
und Funktionärin auf höherer Ebene lebe ich so Sporttreiben als
wichtigen Lebensinhalt vor. Ich sitze oft im Wechsel mit der ganzen
Familie auf dem Ergometer, mache fast täglich Gymnastik, unterrichte
regelmäßig als Aikido-Übungsleiterin, besitze seit dem letzten Jahr
den 4. Dan (Meistergrad) im Aikido und lege jährlich die Sportabzeichen-Prüfung
ab. Manchmal streue ich auch eine Pausengymnastik in Sitzungen ein.
Aber natürlich würde ich gerne noch mehr Sport treiben.
Wie
vereinbaren Sie Beruf, Familie, ehrenamtliches Engagement?
Im Aikido ist ein Ziel die Einheit von Körper und
Geist. Ich strebe daneben die Einheit aller Lebensfelder an. Ein
Bindeglied für Familie, Beruf und Ehrenamt ist dabei der Sport.
So trainieren mein Mann und ich gemeinsam Aikido, und unsere beiden
Kinder spielen im Sandkasten neben dem Dojo (Übungsraum) oder sind
bei Bundesversammlungen der „Frauen im Sport “dabei. Mein Mann und
meine Eltern (meine Mutter promovierte vor wenigen Jahren über ein
Frauenthema) stellen eine wichtige logistische, physische und psychische
Unterstützung dar, hinzu kommen eine optimierte Zeitplanung, die
Nutzung moderner Medien und im Beruf wie im Ehrenamt jeweils engagierte
Teams.
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Interview

Dr. Barbara Oettinger, Präsidentin des Deutschen
Aikido- Bundes, Mitglied/Frauenvertreterin des Präsidiums des LSV
und des WLSB, Vorsitzende des Frauenbeirats des WLSB und der Präsidialkommission
„Frau im Sport “ des LSV, ,Vorsitzende der baden-württembergischen
Landes-Arbeitsgemeinschaft SPORT PRO GESUNDHEIT.
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