AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 9 - 3/2000
   

Frauen gewinnen – Frauen fördern – Frauen fordern

Von Cornelia Gans und Ute Ulshöfer

Ein wichtiges Ziel der baden-württembergischen „Frauen im Sport “ist es, ein „Selbstverständnis des Sports“ bei Frauen und Mädchen zu erreichen. Frauenförderung ist notwendig und unumstritten. Seit Inkrafttreten der Frauenförderpläne werden in ganz Baden-Württemberg Veranstaltungsreihen für die „Frauen im Sport “durchgeführt, die nach entsprechenden Analysen hinsichtlich Themen und Methoden in der Aus- und Fortbildung frauenspezifische Besonderheiten angemessen berücksichtigen und so Frauen den Zugang zu Ämtern im Sport erleichtern. Entsprechend wird in den Seminaren auch Wert gelegt auf eine geschlechtssensible Ausdrucksweise und darauf, dass –zumindest zu Beginn –möglichst Referentinnen eingesetzt sind, die Frauen sich positiv mit weiblicher Kraft und Stärke identifizieren lassen. Erst wenn Frauen sich nicht von geschlechtsspezifischen Barrieren beeinträchtigt fühlen, stehen sie in gemischten Gremien des Sports ihre „Frau“. Nicht zuletzt werden aber Sicherheit und Selbstbewusstsein der Frauen durch die Vermittlung des komplexen organisatorischen Wissens des Sports und des Sportmanagements gestärkt.

Der Erfolg der bisherigen Aktivitäten ist an der stetigen Zunahme von Frauen in Führungspositionen erkennbar. Allerdings sind „Frauen im Sport “auf die Unterstützung der Männer angewiesen. Um engagierte Frauen, Projekte und Angebote bekannt zu machen, ist eine fördernde Öffentlichkeitsarbeit vorrangig über die Verbandsorgane des Sports wesentlich. Und so erhoffen wir uns auch für das Projekt 2001 der „Frauen im Sport “des LSV (s.o.) Erfolg: mehr weibliche Delegierte, mehr Kandidatinnen und mehr gewählte Vertreterinnen.

 

     

Maßnahmen zur Qualifizierung von „Frauen im Sport “

  • „NeueinsteigerInnen-Seminare“ und Seminarreihen
    „Neu im Amt “zur Gewinnung von Frauen für ein Ehrenamt im Sport, in der Vereinsführung oder als Frauenvertreterin (Vermittlung von Basiswissen über Aufbau eines Vereins, Vereinsrecht, Ämter und Aufgaben, Finanzen, Führungsverhalten),
  • „Management-Seminar“ für ehrenamtlich aktive Frauen in Vereinen (Selbstmanagement, Rhetorikschulung, Kreativitätstechniken, Kommunikation, Führungs- und Organisationsfragen, Sportversicherung, Öffentlichkeitsarbeit, Selbstverteidigung /Selbstbehauptung),
  • „Coaching /Mentoring“: Teilnahme an einem Coaching-Programm des DTB seit Januar 1999;Seminar:„Gesprächsangebot für Frauen “ für Frauen, die ein neues Amt übernommen haben und sich mit erfahrenen Frauenvertreterinnen austauschen und sich Rat holen können,
  • Frauenspezifische Fortbildungsveranstaltungen für Trainerinnen, Übungsleiterinnen, ehrenamtlich aktive „Frauen im Sport“:
    „Osteoporose und Sport “, „Sportverletzungen/Sportschäden“, „Ess-Störungen“, „Fitness- und Krafttraining“ (Muskeltraining zur Darstellung unterschiedlicher, geschlechtsspezifischer Trainingsmethoden und Ernährungshinweise), „Sport und Drogenprävention“ (in Zusammenarbeit mit der Polizei), „Scientology“, „Gewalt gegen Frauen und Mädchen“,
  • Aus- und Fortbildungen für ÜbungsleiterInnen:
    • fürFreizeitsport-ÜbungsleiterInnen
    • mit Kinderbetreuung,
    • Ausbildung „Sport nach Krebs“ zur Leitung einer „Sport nach Krebs“-Gruppe als qualifizierte Tätigkeit in der Krebsnachsorge.