AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 9 - 3/2000
   

Frauenförderung als eine gemeinsame Zukunftsaufgabe

Von Eberhard Wolf und Ute Ulshöfer, LSV

Die Frauen legen im Sport kräftig zu. Dies belegen Zahlen und Fakten:Der Deutsche Turnerbund (DTB) steht mit seinen 3,3 Millionen weiblichen Mitgliedern, das sind 70 % des ganzen DTB, an vorderster Stelle. Aber auch in bislang rein männerdominierten Sportarten wie Boxen, Fußball oder Stabhochsprung treten Frauen immer mehr in Erscheinung. Insgesamt nimmt der Frauenanteil in den Sportvereinen langsam, aber stetig zu. Die meisten der 10,3 Millionen deutschen Frauen und Mädchen im organisierten Sport gehen vor allem in den Verein, weil sie Spaß haben wollen und das gesellige Beisammensein nach dem Sport genießen. Auf der Ebene der Funktionsträger dominiert „mann “jedoch nach wie vor. Der Anteil der Frauen in den Präsidien der Landessportbünde liegt bei nur 17 %. Weibliche Vorsitzende oder Präsidentinnen von Sportvereinen, Sportkreisen oder Fachverbänden sind noch „Exotinnen “. Aber es gibt sie, und sie werden langsam mehr.

Eine Voraussetzung für eine höhere Beteiligung der Frauen ist 1989 mit dem Frauenförderplan des LSV geschaffen worden (s.o.). Solch ein Papier gibt den Frauen zwar mehr Rechte und erleichtert vielleicht hier und da die Arbeit. Entscheidender ist jedoch das Bewusstsein, dass Frauen einen wichtigen, positiven Beitrag leisten können, gerade auch in verantwortlichen Positionen. Es gibt inzwischen genügend gute Beispiele in der Wirtschaft und in der Politik.

Über die Arbeit an der Basis – in der Vereinsabteilung, im Verein, im Sportkreis –sollen die Frauen motiviert werden, sich auch in höhere Gremien zu wagen. Die Mitwirkung von Frauen bei Führungsaufgaben muss von den Männern in den Vereinen und Verbänden ganz gezielt gefördert werden. Frauen dürfen nicht als Funktionäre zweiter Wahl oder „Notnagel “gesehen werden. Vielmehr müssen Frauen als Bereicherung in die oft eingefahrenen, verkrusteten Führungsstrukturen einer typischen Männergesellschaft kommen. Die Sportorganisationen brauchen das „weibliche Element “, nicht nur zum Kuchen backen und Protokoll schreiben, sondernauch zum Mitentscheiden, für echte Führungsaufgaben. Frauen dürfen nicht daran gehindert werden zu beweisen, dass sie genauso gut oder besser sind als die Männer! Her mit diesen Powerfrauen!