AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 9 - 3/2000
   

Neue Themen und Projekte aus dem Sozialministerium

Modellversuch „Platzverweis “ – 60 Städte und Gemeinden nehmen teil

Die Frauenbeauftragte der Landesregierung Johanna Lichy hatte sich 1999 in Österreich vor Ort über das dortige „Wegweiserecht“ gegen häusliche Gewalttäter informiert. Die dortigen positiven Erfahrungen waren Ausgangspunkt und Grundlage für die Initiative des Sozial-, Innen- und Justizministeriums in Baden- Württemberg, einen Modellversuch „Platzverweis“ durchzuführen. Häusliche Gewalttäter können nach dem geltenden Polizeirecht aus der Wohnung gewiesen werden. Inzwischen nehmen über 60 Städte und Gemeinden an dem Modellversuch teil, der begleitet wird von einer Interministeriellen Arbeitsgruppe des Sozialministeriums (Federführung), des Innen- und des Justizministeriums sowie einem Fachbeirat, der aus Vertreterinnen und Vertretern der Polizei, der Justiz sowie der kommunalen Frauenbeauftragten, Frauenhäuser und Beratungseinrichtungen aus den Modellstandorten besteht.

Projekte

     

Zusatzförderung für Frauenhäuser in Höhe von 1 Million jährlich

Das Land hat die Fördermittel für Frauen- und Kinderschutzhäuser mit dem Haushalt 2000/2001 verdoppelt. Zusätzlich zu der bisherigen Investitionskostenförderung in Höhe von 1 Mio. DM sind weitere Mittel in Höhe von 1 Mio. DM jährlich in den Haushalt eingestellt. Die Förderung ist in den Richtlinien vom 13. Juli 2000 geregelt. Danach erhalten die Träger nun Landeszuschüsse zu den laufenden Personal- und Sachausgaben für präventive und nachsorgende Aufgaben.

Mädchen und Neue Medien – Förderung von Projekten in der Mädchenarbeit

Das Sozialministerium fördert 2000/2001 mit jährlich 50.000 DM Mädchenprojekte im Bereich der Neuen Medien und der PC-/Internet-Nutzung mit dem Ziel: junge Mädchen mädchengerecht an diese neuen Kulturtechniken heranzuführen, damit sie später die mit ihnen verbundenen Berufe ganz selbstverständlich in ihre Berufswegplanungen mit einbeziehen, und neue Erkenntnisse über die mädchenspezifische Herangehens-, Arbeitsweise und Nutzung dieser Technologien zu gewinnen. Konkrete Projektinhalte werden nicht vorgegeben. Wesentlich für die Förderung ist die jeweilige mädchengerechte Anleitung. Projektanträge sind spätestens bis 20. September 2000 beim Sozialministerium Baden-Württemberg Abteilung 6, Postfach 10 34 43 in 70029 Stuttgart einzureichen, nachrichtlich in Kopie an die LAG Mädchenpolitik e.V. Baden-Württemberg, Siemensstr. 11, 70469 Stuttgart Bei der Entscheidung über die Projektanträge wird das Sozialministerium fachlich von der LAG Mädchenpolitik beraten. Ansprechpartner beim Sozialministerium ist Herr Wagner, Fon: 0711/123/36 02.
   
     

Mentoring-Initiative des Sozialministeriums für die Landesverwaltung

Die Mentoring-Initiative für die Landesverwaltung ist ein zentraler Baustein der Mentoring-Initiative des Sozialministeriums. Sie wurde im Februar 2000 in AKTIV mit einem Aufruf an potentielle Mentorinnen bekannt gegeben. Die Frauenbeauftragte der Landesregierung, Staatssekretärin Johanna Lichy, hat weibliche Führungskräfte der baden-württembergischen Landesverwaltung persönlich angeschrieben mit der Bitte, sich als Mentorin zur Verfügung zu stellen. Dem folgte ein Aufruf an interessierte potentielle Mentees im Mai 2000 in AKTIV 8 und eine Information der Frauenvertreterinnen im Info-Brief 19 und 20 des Sozialministeriums. Bisher haben sich bereits über 60 Führungsfrauen der Landesverwaltung als Mentorin zur Verfügung gestellt. Für Mentorinnen und Mentees der Landesverwaltung sind Einführungsseminare geplant. Info: Fon: 0711/123-38 42, Fax: 0711/123-39 99, E-Mail: Wolf61@sm.bwl.de

www.frauen-aktiv.de Projekt Fraueninformationssystem

Das Sozialministerium baut schrittweise ein Fraueninformtionssystem www.frauen-aktiv.de unter Nutzung der neuen Medien auf. Mit der Einstellung von AKTIV ins Internet ist der erste Schritt erfolgt. Als nächster Schritt soll nun eine Portalseite unter www.frauen-aktiv.de eingerichtet werden, auf der alle Interessierten schnell, einfach und direkt frauenspezifische Themen und Angebote aus den unterschiedlichsten Bereichen abrufen können. Interessierte erhalten beim Sozialministerium einen Fragebogen, auf dem sie ihre für eine „Verlinkung“ geeigneten Angebote angeben können. Info: Fon: 0711/123-38 42, Fax: 0711/123-39 99, E-Mail:Wolf61@sm.bwl.de
 
Impulstagung „Mentoring – als frauenpolitische Strategie des Sozialministeriums am 25.September 2000, 10.00 Uhr, Haus der Wirtschaft, Stuttgart. Das Programm kann beim Sozialministerium angefordert werden.
     
DAPHNE – Aktionsprogramm der EU (Laufzeit 01. 01. 2000 – 31. 12. 2003)

Ehrenamtlichen Engagement DAPHNE – Aktionsprogramm der EU (Laufzeit 01. 01. 2000 – 31.12. 2003) Der Rat der EU-Ministerinnen und -Minister hat das Programm Daphne verabschiedet. Dessen Ziel ist die Unterstützung und Förderung der Zusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen (NRO) und anderen Organisationen, einschließlich öffentlicher Stellen, die im Bereich der Gewaltbekämpfung tätig sind, und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für alle Arten von Gewalt einschließlich gewerblicher sexueller Ausbeutung, Menschenhandel und sonstigem sexuellen Missbrauch. Öffentliche oder private Einrichtungen und Organisationen können im Rahmen des Programms Fördermittel für Projekte beantragen, die zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen beitragen und Gewaltopfern helfen.
 
Anfragen/Antrag-
stellungen an: Europäische Kommission Generaldirektion Justiz und Inneres (Referat A.1) z.Hd. Herrn Patrick Trousson LX 46-5/08 Rue de la Loi/ Weststraat 200 B-1049 Brüssel Fax: (32-2)299 6711
     
In Planung:
AKTIV 10 (IV. Quartal 2000): Frauen und Gesundheit
AKTIV 11 (I. Quartal 2001): Frauen im Ehrenamtlichen Engagement
   
     
AKTIV gratuliert der algerischen Schriftstellerin Assia Djebar, die am 22. Oktober 2000 als 6. Frau den 50. Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten wird.