| Karlsruher Netzwerk zur
Förderung von Künstlerinnen
"Im übrigen sollten die Frauen nie vergessen, daß
es ihre Sache ist, für ihre Gleichberechtigung zu sorgen"
mahnte Elisabeth Selbert, deren tatkräftigem Einsatz im Parlamentarischen
Rat wir die Aufnahme des Satzes "Männer und Frauen sind
gleichberechtigt" in Artikel 3 des Grundgesetzes verdanken.
Von dieser Erkenntnis haben wir fünf Karlsruher Präsidentinnen
uns bei dem Entschluß leiten lassen, den Hanna-Nagel-Preis
zu stiften. Durch ihn soll das künstlerische Lebenswerk einer
Frau über 40 mit Bezug zum Regierungsbezirk Karlsruhe anerkannt
werden, die sich selbst noch nicht ins Licht der Öffentlichkeit
gerückt hat, obwohl die Qualität ihrer Arbeiten dieses
allemal verdient. Die Preisverleihung und die damit einhergehende
Ausstellung wird der Preisträgerin die Chance geben, "auf
der Handlungsebene überzeugend zu wirken" und damit, wie
die Journalistin Sabine Reichel es formuliert, "eine effektive
Form der Emanzipation" zu wählen. Die Erfahrung hat gelehrt,
daß Frauen dazu neigen, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen.
Wir fünf Präsidentinnen, denen es gelungen ist, Führungsverantwortung
zu übernehmen, möchten mit dieser Stiftung Frauen ermu-tigen,
mit Intelligenz und Selbstbewußtsein auf sich aufmerksam zu
machen und in ihrem Umfeld Verantwortung zu übernehmen. Wir
haben uns für die Frauenförderung im Kunstbereich durch
einen Werkspreis entschieden und ein Mindestalter dafür festgesetzt,
da es für diesen Bereich besonders wenig Förderungsmöglichkeiten
gibt. Der Preis will auch eine nahezu vergessene Künstlerin
in Erinnerung rufen, die sich in ihrem Werk mit dem Verhältnis
der Geschlechter auseinandergesetzt hat und nie den Genuß
von Erfolg kannte. Das Beispiel möge Frauen in allen Situationen
ermutigen, ihren Weg - gegen viele Widerstände - zu erkämpfen
und jeden Tag durchsetzungsfreudig und risikobereit weiterzugehen.
Und es möge die Wahrheit der Erkenntnis der ehemaligen Alterspräsidentin
des Bundestags, Marie-Elisabeth Lüders, unterstreichen: "Alle
Juristinnen, die heute im Amt sind - bis hin zu den höchsten
Bundesrichtern - haben ihre Stellung der so viel verspotteten Frauenbewegung
zu verdanken". Diese Feststellung ist nicht auf meine Berufsgruppe
beschränkt: Wir Frauen müssen uns miteinander und füreinander
bewegen, damit sich auch für unsere Sache etwas bewegt!"
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v.re.: Prof. Dr. Jutta Limbach, Präsidentin
des Bundesverfassungsgerichts
Hildegard Gerecke, Karlsruher Polizeipräsidentin
Margareta Barth, Präsidentin der Landesanstalt für
Umweltschutz
Gerlinde Hämmerle, Regierungspräsidentin Karlsruhe
Heike Haseloff-Grupp, Präsidentin des Sozialgerichts Karlsruhe
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