| Im Netzwerk Kräfte bündeln
Ökologische Netze ist ein Unternehmen, das sich der
Lösung europaweit auftauchender Fragestellungen
im Bereich Umwelt- und Gesundheitsschutz widmet.
Indem Kräfte – und somit auch Kompetenzen
– gebündelt werden, können komplexe Fragestellungen,
zu einer ökologischen Optimierung von Produktionsprozessen,
Chemikalienbewertungen und Arbeitsschutz
gelöst werden. Der Name „Ökologische Netze“
spricht für sich: Neben regionalen Netzwerken werden
inzwischen auch europäische Partnerschaften genutzt.
Ökologische Lösungen zu finden, war schon immer
eine hochgradig komplexe, aber auch eine äußerst
spannende Angelegenheit. Wer sich näher mit ökologischen
Themen beschäftigt, begreift schnell, dass es
zwar manchmal möglich ist, einfache Lösungen zu finden,
dass es jedoch, um tatsächlich etwas nachhaltig
zu verändern, nötig ist, ein Thema aus verschiedenen
Perspektiven und mit unterschiedlichem Sachverstand
zu beleuchten. Das betrifft Umweltfragen in kleinen
und mittelständischen Unternehmen genauso wie große
internationale Forschungsprojekte.
So reicht es nicht aus, wenn man z.B. Laboranalysen
durchführt, ohne die Ergebnisse zu bewerten. Es
reicht auch nicht aus, dem Unternehmen Vorschläge
zum Ersatz problematischer durch umweltverträglichere
Chemikalien zu machen, ohne technische Erfordernisse
und betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte
zu berücksichtigen. Bei Überschreitungen von Grenzwerten
braucht es kompetente Gesprächspartner für
Behörden, um gemeinsam Lösungen zu finden. Oft
ist es auch nötig, Kriterien gegeneinander abzuwägen,
z.B. toxikologische Eigenschaften vs. Energieverbrauch.
Die Übersicht von aktuellen Entwicklungen
ist sehr wichtig, um die besten Lösungen anzubieten.
Auch die jeweiligen gesetzlichen Anforderungen spielen
eine große Rolle. Bei Entwicklungsvorhaben ist die
Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungsinstituten
entscheidend für den Erfolg.
Kleine und mittelständige Firmen
sind häufig immer noch Männerdomänen
Diese fachliche Vielfalt hat mich genauso wie der Kontakt
mit den unterschiedlichsten Menschen und Mentalitäten
schon immer fasziniert. Vor allem am Anfang
meiner Berufstätigkeit saß ich oft als einzige Frau am
Tisch. Das war herausfordernd und gleichzeitig auch
bereichernd für die Diskussion einer Fragestellung.
Gerade aber die Zusammenarbeit von Männern und
Frauen führt durch die unterschiedliche Herangehensweise
oft zu guten Lösungen. Inzwischen wird in europäischen
Forschungsprojekten sehr auf ein ausgeglichenes
Verhältnis von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen
geachtet. Das hat die Atmosphäre sehr
positiv verändert. Kleine und mittelständige Firmen
sind jedoch häufig immer noch Männerdomänen.
Natürlich ist es in großen Firmen oder Konzernen
möglich, sich den Sachverstand verschiedenster Bereiche
„in house“ zu schaffen. Wer jedoch lieber in kleinen Einheiten arbeiten und dadurch flexibel bleiben will,
kann mit Hilfe eines Netzwerks komplexe Fragestellungen
behandeln. In einem solchen wissenschaftlichen
Netzwerk sollten Institute, (Forschungs-)Unternehmen,
Behörden und Labore aus der Region sowie
auch internationale Kontakte vertreten sein. Am besten
funktioniert ein Netzwerk, wenn es sich durch langjährige
Zusammenarbeit der Mitglieder aufbaut. Auch die
Weiterempfehlung innerhalb solcher Netzwerke klappt
bestens. Es ist, wie wenn ein Freund von seinem Besuch
bei einem Ihnen bisher unbekannten Arzt erzählt. Sie
werden über die Stärken und Schwächen des Arztes
informiert und, weil Sie Ihren Freund gut kennen, wissen
Sie auch seine Bewertung einzuschätzen.
Mit guten regionalen Kooperationspartnern lassen
sich Dienstleitungen auch überregional anbieten
Gute Zusammenarbeit mit langjährigen regionalen
Kooperationspartnern ist hilfreich, Dienstleistungen
auch überregional und grenzüberschreitend anzubieten.
Die Initiation von oder Mitarbeit an langfristigen
europäischen Projekten festigt die Kooperation mit
internationalen Partnern. So haben wir zum Beispiel
zusammen mit einem Freiburger Ingenieursbüro und
einem Analytiklabor den „Gebäudebrief“ entwickelt.
Mit diesem ist es möglich, Immobilien „auf Herz und
Nieren“ zu untersuchen. Vor allem Altimmobilien können
so umfangreich bewertet werden. Bausubstanz,
Energieverbrauch und Giftstoffe, die in alten Baumaterialien
versteckt sein können oder möglicherweise
durch Vorbesitzer in den Innenraum eingebracht
wurden, werden aufgespürt. Der „Gebäudebrief“ gibt
Immobilienbesitzern Sicherheit auf allen Ebenen.
Im europäischen Projekt SOPHIED „Nachhaltige
Biotechnologie für die Europäische Farbenindustrie"
nahmen insgesamt 25 Partner, 16 Klein- und Mittelständige
Unternehmen (KMUs), sieben Universitäten
und drei Forschungseinrichtungen aus neun Ländern
teil. Die Firma Hydrotox war, unter meiner Leitung,
mit einem Arbeitspaket zur Untersuchung der toxikologischen
Eigenschaften und der industriellen Qualität
von Farbstoffen im Textil- und Kosmetikbereich
beteiligt. Die Hauptfunktion bestand darin, zehn Firmen,
die Beiträge in Untersuchung und Entwicklung
leisteten, zu koordinieren, die Ergebnisse sinnvoll
zusammenzufassen, zu bewerten und im größeren
Kontext des Gesamtprojekts zu präsentieren. Durch
dieses Projekt konnten z.B. Kontakte hergestellt werden
zwischen einem Freiburger Unternehmen, das
Probleme mit einzelnen Grenzwerten im Abwasser
hatte, und einem belgischen Unternehmen, das eine
modulare Reinigungsmethode mit biotechnologischen
Verfahren für Abwasser entwickelt hat.
Andere Kontakte aus früheren Projekten führten zur
Zusammenarbeit mit dem Europäischen Umweltbüro,
seinerseits wieder ein Netzwerk, ein Dachverband von
über 100 Umweltorganisationen aus ganz Europa.
Netzwerke funktionieren in beide Richtungen.
Erfolgreiche Kooperationen führen häufig wieder zu
neuen Aufträgen. Wer selbst seine Kontakte nutzt, um
ökologische Fragestellungen zu bearbeiten und nachhaltige
Lösungen zu finden, wird umgekehrt aus dem
Netzwerk kontaktiert, um seine eigene Expertise zur
Verfügung zu stellen. Dadurch gibt es kontinuierlich
neue Impulse, die Arbeit bleibt vielfältig und das Netzwerk
wächst ganz nebenbei automatisch mit. |
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Jutta Ismene Jäger, Dipl.-Chem., Geschäftsführerin
von Ökologische Netze (Gründung 1999),
Mitbegründerin der Firma Hydrotox (1989)
Women Innovators for Europe (WENETT)
Das ZITAT
Die Arbeit im europäischen Kontext,
ob als gefragte Expertin, für Studien,
Konferenzen oder für die Arbeit in EUProjekten,
empfinde ich immer wieder als
willkommene Herausforderung, um das
bestmögliche Ergebnis für meine Kunden
zu erarbeiten. Ganz persönlich sehe ich für
mich die Möglichkeit, meine interkulturellen
Management- und kommunikativen
Kompetenzen weiter auszubauen. (Ismene
Jäger)
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