AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 46 - 4/2009
   

Diversity
Management lohnt sich

Diversity Management nimmt bei der Daimler AG längst einen sehr hohen Stellenwert ein. Es wird konsequent umgesetzt mit dem Ziel, eine Kultur gegenseitiger Wertschätzung zu schaffen. Daimler hat erkannt, dass die Vielfalt der Beschäftigten, dass Unterschiede, sowohl auf kultureller, persönlicher als auch auf beruflicher Ebene keinen Nachteil, sondern eine Bereicherung für das Unternehmen darstellen.

Familienfreundlichkeit unterstützt den Diversity Ansatz. Es gilt, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, bei dem Männer und Frauen mit unterschiedlichsten Merkmalen und Lebenskonzepten Berufs-, Privat- und Familienleben miteinander vereinbaren können. Sie sollen in einem vorurteilsfreien Umfeld zusammen arbeiten und so ihr volles Potenzial entfalten können. Hierfür bedarf es Maßnahmen, die den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben nach der Eltern- oder Familienzeit erleichtern. Die Daimler AG lässt eine familiäre Auszeit von insgesamt bis zu 10 Jahren zu, in dem sie nach der gesetzlichen Elternzeit noch eine betriebliche Familienzeit anbietet. So ist ein maximaler Rahmen für unterschiedliche Lebenskonzepte gegeben. Ziel ist es dabei, die Beschäftigungsfähigkeit (Workability) zu erhalten. Die Halbwertszeit des Wissens beträgt heute etwa zwei Jahre. In Berufen der Informationstechnologie etwa ein Jahr.

Von Anfang an wird den Eltern verdeutlicht, wie wichtig es ist, qualifikatorisch am Ball zu bleiben

Mit der Bekanntgabe einer Schwangerschaft beginnt ein durchgängiger Begleitungsprozess durch Personalbereich und Vorgesetzte, zunächst im persönlichen Gespräch mit der Personalberaterin für Eltern- und Familienzeit. Jede/r Mitarbeiter/in, die/der plant in Elternzeit zu gehen, erhält ein umfassendes Informationspaket über alle Maßnahmen, die eine rasche Rückkehr in den Beruf ermöglichen - einschließlich eigens entwickelter Checklisten für einen reibungslosen Übergang der Berufs- und Familienphasen. Ein entsprechendes Paket erhalten die Vorgesetzten.

 

Harald Klein
Harald Klein
Diversity Manager Daimler Trucks
Daimler AG, Wörth am Rhein

Mehr INFORMATIONEN
www.erfolgsfaktor-familie.de/default.asp?
id=5&d_id=122

www.beruf-und-familie.de/
?c=14&search=daimler

www.daimler.com

 

 

 

 

     
Hsndlungsfelder Diversity Management der Daimler AG
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Die Mitarbeiter/innen in Eltern- und Familienzeit werden eng in den Informationsfluss der Daimler AG eingebunden und sind so stets auf dem neusten Stand der Dinge. Je besser die Betreuung während der Auszeit ist, umso leichter wird es sein, die Beschäftigen später in das Unternehmen zu reintegrieren. Zu den zahlreichen Angeboten gehört ein spezielles Internet-Portal „Teamspace“ mit aktuellen Informationen außerhalb des Intranets rund um Daimler: Newsletter für Eltern, Zugriff auf interne Stellenausschreibung, Diskussionsforum für Eltern etc.

Während der Elternzeit können die Beschäftigten regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen und Kurzzeiteinsätze wie Urlaubsvertretungen wahrnehmen. Während der zusätzlichen Familienzeit sind diese wissenserhaltenden Maßnahmen sogar verpflichtend.

Hinzukommen die regelmäßigen Netzwerktreffen der Mitarbeiter/innen in Eltern- und Familienzeit und das jährliche „Adventscafé“ für die ganze Familie. Für die Kinder gibt es einen Nikolaus, einen Zauberer und Rundfahrten mit historischen Feuerwahrfahrzeugen, während die Eltern über Wissenwertes informiert werden.

Die Daimler AG hat entscheidende Erfolge in der Rückkehrrate zu verzeichnen. So wurde beispielsweise im Werk Wörth, das bereits 2002 das Zertifikat Audit berufundfamilie ® erhalten hat, seit 2002 die Dauer der familienbedingten Erwerbspause mehr als halbiert. Grund hierfür sind eine Reihe von Maßnahmen, die unsere Mitarbeiter/ innen dazu bewegen, früher in das Unternehmen zurückzukehren. Im Jahre 2002 waren 99 Prozent der Beschäftigten in Eltern- und Familienzeit Frauen. Heute sind es zu zwei Dritteln Männer! Von diesen Männern sind mehr als 40 Prozent (24) länger als sechs Monate in Elternzeit. Das hätte man sich nicht träumen lassen, als das Projekt „Beruf und Familie“ 2001 gegründet wurde.

Diese Erfolge sind jedoch nicht mit Kontakthalte- und Rückkehrprogrammen alleine zu erreichen. Ein reibungsloser Wiedereinstieg funktioniert optimal im Kontext weiterer familienfreundlicher Maßnahmen wie flexibles Arbeiten, betriebliche Kinderbetreuung, Förderung aktiver Vaterschaft, Service für Familien, haushaltsnahe Dienstleistungen oder Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen.

Zentrale Handlungsfelder sind Führungskompetenz und Kommunikation. So unterstützen - neben Dialogrunden und Diversityschulungen - Newsletter die Führungskräfte bei der Umsetzung von Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Turnus von acht Wochen geht es um Schwerpunktthemen wie Pflege von Angehörigen, flexibles Arbeiten, Schuldnerberatung oder eben auch Wiedereinstieg nach der Elternzeit. Die Führungskräfte sehen auf einen Blick, welches Thema behandelt wird, was für sie von Interesse ist und wie sie ihre Mitarbeiter am besten unterstützen können. Der Newsletter ist zwar an Führungskräfte gerichtet, aber allen Mitarbeitern zugänglich. Im Intranet wächst so Ausgabe für Ausgabe ein Handbuch für familienbewusste Führung heran.

Das Diversity Management arbeitet Hand in Hand mit anderen Bereichen des Personalmanagements, insbesondere mit Gesundheitsmanagement, Personalentwicklung, Personalbetreuung und Führungskräfteberatung. Hier geht es um Themen wie Work-Life-Balance, Sozialberatung, Gesundheitsprävention, Fitness, Regeln zu Verhalten und Fairness, Internationalität oder Generationsmanagement. Zur Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen tragen in besonderem Maße Mentoring Programme, Dialogrunden mit dem Top Management und bedingungslose Transparenz bei der Besetzung von Führungspositionen bei.