| Gender Mainstreaming
- eine Zukunftsstrategie
Am 26.11.2008 hat das Ministerium für Arbeit und
Soziales gemeinsam mit dem SWR die Veranstaltung
„Alles bleibt anders - Einsatz von Rollenbildern in den
Medien“ durchgeführt. Solche Veranstaltungen sind
ein wichtiger Teil unserer konzeptionellen Öffentlichkeitsarbeit
zur Förderung der Umsetzung von Gender
Mainstreaming im Land Baden-Württemberg.
Wie kann man selbst für die Förderung der Chancengleichheit
aktiv werden? Als Antwort auf diese Fragen
haben wir in Zusammenarbeit mit dem Fachbeirat Gender
Mainstreaming den Veranstaltungszyklus „Gender
Mainstreaming - eine Zukunftsstrategie“ konzipiert. Jede
Veranstaltung – möglichst eine pro Jahr - greift ein wichtiges
Thema auf und richtet sich an eine ganz bestimmte
Zielgruppe. Dadurch können die Inhalte besonders
passgenau geplant werden. Unser Konzept sieht stets
einen theoretischen und einen praxisbezogenen Teil vor,
so dass neben wertvollen wissenschaftlichen Informationen
immer auch eine Übertragung in die Praxis stattfindet.
Besonders die Good-Practice-Beispiele veranschaulichen,
zu welch interessanten Ergebnissen man kommen
kann, wenn die (ggf.) unterschiedlichen Interessen und
Bedürfnisse der männlichen und weiblichen Zielgruppe
berücksichtigt werden. Diese Herangehensweise wurde
bisher vom Publikum sehr gut angenommen. Die Strategie Gender Mainstreaming ist konkret
im eigenen Aufgabenbereich anzuwenden
Folgende Tagungen haben bisher stattgefunden:
Bei der ersten Fachtagung „Gender Mainstreaming - eine
Zukunftsstrategie für Kommunen“ nahmen neben der
Begriffserklärung Beispiele aus der Regional- und aus
der Stadtplanung einen breiten Raum ein. Gezeigt wurde,
dass auch und gerade technische Bereiche Menschen als
Zielgruppe haben und deshalb eine geschlechtersensible
Vorgehensweise notwendig ist.
Bei der Veranstaltung für den Hochschulbereich wurden
konkrete Anwendungsbereiche erarbeitet. Neben
offensichtlichen Themen wie Geschlechtergerechtigkeit
bei der Vergabe von Professuren wurden auch Themen
wie Leitbildentwicklung, Struktur des Studiums, Marketing,
Budgetierung behandelt. Bei der Fachtagung „Gender Mainstreaming - eine
Zukunftsstrategie für Schulen“ gab Prof. Dr. Ursula Rabe-
Kleberg von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
einen historischen Rückblick und einen Ausblick auf
die Entwicklung von Schulen, indem sie die Pisa-Daten
2001 geschlechtergetrennt auswertete. Schon damals wurde klar, dass die Struktur des Unterrichts und die
Pädagogik an die Bedürfnisse von Mädchen und Jungen
angepasst werden müssen, um beiden Geschlechtern
bestmögliche Bildungschancen zu bieten. Als beispielhafte
Maßnahmen wurden der Boys’ Day, der Girls’ Day
sowie das Handbuch „ZiP - Zukunft in Partnerschaft“ vorgestellt.
Mit der nächsten Fachtagung „Gender Mainstreaming
- eine Zukunftsstrategie der Personalentwicklung“ wurde
ein organisationsübergreifendes internes Thema aufgegriffen.
Prof. Dr. Gertraude Krell vom Institut für Management,
Freie Universität Berlin, mahnte in ihrem Vortrag
an, keine Geschlechterstereotypen zu (re-)produzieren,
sondern vermeintliche Gewissheiten über Geschlechterunterschiede
zu hinterfragen und dafür zu sensibilisieren,
wie Geschlechterunterscheidungen und -hierarchisierungen
„fabriziert“ werden. Entsprechende Good-Practice-
Beispiele wurden aus den Städten München und Fürth
präsentiert. Die Medienarbeit spielt eine Schlüsselrolle
bei der Verwirklichung von Chancengleichheit
Bei unseren Gesprächen mit verschiedenen Partnerinnen
und Partnern war schnell klar, dass die
Presse-, Öffentlichkeits- und Medienarbeit eine
Schlüsselrolle bei der Verwirklichung der Chancengleichheit
spielt. Auf der einen Seite ist es wichtig,
dass gleichstellungsfördernde Maßnahmen auch als
solche dargestellt werden. Auf der anderen Seite
können geschlechtsspezifisch aufbereitete Informationen
in den Medien helfen, bei einem breiten
Publikum Klischeedenken aufzubrechen und den
Blick auf neue Möglichkeiten zu weiten. Letztendlich
geht es aber auch um Kundengewinnung: denn
nur wer Neues ausprobiert und neue Nischen findet,
kann langfristig erfolgreich sein.
So beschäftigte sich die Veranstaltung im November
2008 mit dem Thema „Rollenbilder“. Eingeladen waren
Pressestellen von Landesbehörden, Kommunen, Vereinen
und Verbänden, der Wirtschaft, Beschäftigte der Zeitungen,
bei Funk und Fernsehen sowie Studierende an
Hochschulen und Universitäten mit Medien-Studienfächern.
Besonders erfreulich war die positive Resonanz,
denn innerhalb von nur vier Wochen waren alle 200 Plätze
ausgebucht. Die Begrüßung der Gäste erfolgte durch
den stellvertretenden SWR-Intendanten Dr. Peter Steul
sowie Ministerin Dr. Monika Stolz MdL. Als prominente
Medienexpertin gab die Schriftstellerin und Adolf-Grimme-
Preis-Jurorin Barbara Sichtermann einen Überblick
über die Rollenbilder von Frauen und Männern in den
Medien Deutschlands. SWR-Redakteurin Melanie Wolber
stellte die Entwicklung der Frauen- und Männerbilder
im „Tatort“ vor. Mit der Rolle der Lena Odenthal war
der SWR ein Vorreiter gewesen. Das Comedy-Duo Sascha
Zeus und Michael Wirbitzky präsentierten mit Showeinlage
ihre klischeekritischen Formate wie „Karin Keks“.
Martina Fassler aus Österreich stellte für den Printbereich
ein Gendermodellprojekt vor, dessen Ergebnisse in der
Broschüre „Ich Tarzan - du Jane“ zusammen gefasst sind.
Im Anschluss diskutierten Vertreterinnen und Vertreter
der Medienwelt mögliche neue Frauen- und Männerbilder
in den Medien. Mit dabei waren: Schauspielerin Ulrike
Folkerts, DIE ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo,
Bestsellerautorin Gabi Hauptmann, der Leiter der Filmakademie
Baden-Württemberg Prof. Thomas Schadt sowie
Barbara Sichtermann. |
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Sina Möller
Ministerium für Arbeit und Soziales
Baden-Württemberg
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Das ZITAT
Gender Mainstreaming ist neben der Mädchen-/
Frauenförderung eine Strategie, um das
Staatsziel der Chancengleichheit von Männern
und Frauen in allen Bereichen zu erreichen.
Spätestens durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz
vom 14.08.2006 sind nicht
nur Behörden von Bund, Land und Kommunen
zur Gleichbehandlung gesetzlich verpflichtet,
sondern auch die Wirtschaft und gesellschaftliche
Organisationen.
(Sina Möller) |
| LITERATUR-Tipp
„Ich Tarzan - du Jane“. Die Broschüre
zeigt, wie man Texte anders schreiben,
wie man Themen anders wählen und
Bilder anders einsetzen kann. Mehr unter:
www.vida.at |
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