AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 43 - 1/2009
   

 Dr. Monika Stolz

Liebe Frauen,
Liebe Leserinnen und Leser,

im Fahrplan für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2006 bis 2010 der Europäischen Union heißt es: „Den Medien kommt im Kampf gegen Geschlechterstereotype eine besonders wichtige Rolle zu. Ihr spezifischer Beitrag kann darin bestehen, dass sie ein realistisches Bild der Fähigkeiten und Potenziale von Frauen und Männern in der modernen Gesellschaft zeichnen… Dialoge mit Interessierten und Kampagnen zur Bewusstseinsbildung sollten auf allen Ebenen gefördert werden.“

Die Konferenz der Gleichstellungsministerinnen und -minister hat auf Initiative Baden- Württembergs unter meiner Leitung als Vorsitzende der Konferenz das Thema im Rahmen der Sitzung im Oktober 2008 in Karlsruhe aufgegriffen und sich intensiv mit den „Rollenbildern in den Medien“ beschäftigt. Die Frage, welche Wirkungen Presse, Film, Fernsehen, aber auch Werbung auf gesellschaftliche Normen, Stereotype und herrschende Zuschreibungen haben können und wie sie sich gegenseitig beeinflussen, stand im Mittelpunkt der Diskussion. Es bestand Konsens, dass Medien für Heranwachsende als Orientierungshilfe dienen, wenn sie im Laufe ihrer Sozialisation Antworten suchen auf Fragen, die mit ihrer Rolle als Mann oder Frau zu tun haben. Damit steigt die Verantwortung der Medien bei der Verfestigung oder der Auflösung von Geschlechterstereotypen.

Die Ministerkonferenz kam zu der Auffassung, dass die jährlich durchgeführte ARD-Themenwoche einen geeigneten Ansatzpunkt bietet, um das gesellschaftlich relevante Thema „Chancengleichheit von Frauen und Männern“ in das Bewusstsein möglichst vieler Menschen zu rücken. Die ARD-Themenwoche findet jeweils im Zeitraum April/Mai im Hörfunk, im Fernsehprogramm und in den online- Angeboten statt. Die Gleichstellungsministerkonferenz regte an, für die ARD-Themenwoche 2010 das Thema „Chancengleichheit von Frauen und Männern“ auszuwählen.

Bereits im November 2008 hat das Ministerium für Arbeit und Soziales gemeinsam mit dem SWR die Tagung „Alles bleibt anders – Einsatz von Rollenbildern in den Medien“ veranstaltet. Das große Interesse an der Tagung verdeutlichte, dass die Verantwortung und der Einfluss der Medien auf die Rollenbilder zu einem Thema geworden sind, das nicht nur in Expertenzirkeln diskutiert wird.

Wesentlichen Anteil am Gelingen dieser und vieler anderer wichtiger Veranstaltungen sowie an der Entwicklung, die „AKTIV“ in den vergangenen Jahren genommen hat, hatte Frau Dr. Christiane Hug-von Lieven. Sie wird mit Ablauf dieses Monats aus der aktiven Arbeit für die Chancengleichheit für Frauen und Männer wegen Eintritts in den Ruhestand ausscheiden. Es ist ganz sicher in ihrem Sinn, wenn ich ihr an dieser Stelle für die Zukunft alles Gute und vor allem bleibende Gesundheit wünsche.


Dr. Monika Stolz MdL
Ministerin für Arbeit und Soziales
Beauftragte der Landesregierung
für Chancengleichheit von Frauen und Männern