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Liebe Frauen,
Liebe Leserinnen und Leser,
im Fahrplan für die Gleichstellung von Frauen
und Männern 2006 bis 2010 der Europäischen
Union heißt es: „Den Medien kommt im Kampf
gegen Geschlechterstereotype eine besonders
wichtige Rolle zu. Ihr spezifischer Beitrag kann
darin bestehen, dass sie ein realistisches Bild
der Fähigkeiten und Potenziale von Frauen und
Männern in der modernen Gesellschaft zeichnen…
Dialoge mit Interessierten und Kampagnen
zur Bewusstseinsbildung sollten auf allen
Ebenen gefördert werden.“
Die Konferenz der Gleichstellungsministerinnen
und -minister hat auf Initiative Baden-
Württembergs unter meiner Leitung als Vorsitzende
der Konferenz das Thema im Rahmen
der Sitzung im Oktober 2008 in Karlsruhe
aufgegriffen und sich intensiv mit den „Rollenbildern
in den Medien“ beschäftigt. Die
Frage, welche Wirkungen Presse, Film, Fernsehen,
aber auch Werbung auf gesellschaftliche
Normen, Stereotype und herrschende
Zuschreibungen haben können und wie sie
sich gegenseitig beeinflussen, stand im Mittelpunkt
der Diskussion. Es bestand Konsens,
dass Medien für Heranwachsende als Orientierungshilfe
dienen, wenn sie im Laufe ihrer
Sozialisation Antworten suchen auf Fragen,
die mit ihrer Rolle als Mann oder Frau zu tun
haben. Damit steigt die Verantwortung der
Medien bei der Verfestigung oder der Auflösung
von Geschlechterstereotypen.
Die Ministerkonferenz kam zu der Auffassung,
dass die jährlich durchgeführte ARD-Themenwoche einen geeigneten Ansatzpunkt
bietet, um das gesellschaftlich relevante
Thema „Chancengleichheit von Frauen und
Männern“ in das Bewusstsein möglichst vieler
Menschen zu rücken. Die ARD-Themenwoche
findet jeweils im Zeitraum April/Mai im Hörfunk,
im Fernsehprogramm und in den online-
Angeboten statt. Die Gleichstellungsministerkonferenz
regte an, für die ARD-Themenwoche
2010 das Thema „Chancengleichheit von
Frauen und Männern“ auszuwählen.
Bereits im November 2008 hat das
Ministerium für Arbeit und Soziales
gemeinsam mit dem SWR die Tagung „Alles
bleibt anders – Einsatz von Rollenbildern in
den Medien“ veranstaltet. Das große Interesse
an der Tagung verdeutlichte, dass die
Verantwortung und der Einfluss der Medien
auf die Rollenbilder zu einem Thema
geworden sind, das nicht nur in Expertenzirkeln
diskutiert wird.
Wesentlichen Anteil am Gelingen dieser
und vieler anderer wichtiger Veranstaltungen
sowie an der Entwicklung, die „AKTIV“ in den
vergangenen Jahren genommen hat, hatte
Frau Dr. Christiane Hug-von Lieven. Sie wird
mit Ablauf dieses Monats aus der aktiven
Arbeit für die Chancengleichheit für Frauen
und Männer wegen Eintritts in den Ruhestand
ausscheiden. Es ist ganz sicher in ihrem Sinn,
wenn ich ihr an dieser Stelle für die Zukunft
alles Gute und vor allem bleibende Gesundheit
wünsche.

Dr. Monika Stolz MdL
Ministerin für Arbeit und Soziales
Beauftragte der Landesregierung
für Chancengleichheit von Frauen und Männern |