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Liebe Frauen,
Liebe Leserinnen und Leser,
vor 90 Jahren haben Frauen in Deutschland
das passive und aktive Wahlrecht erhalten.
Bei den Reichstagswahlen am 19. Januar
1919 konnten Frauen erstmals wählen und
gewählt werden. Die Wählerinnen haben ihre
neuen Rechte genutzt. 41 weibliche Abgeordnete
zogen in den Reichstag ein. Das waren
immerhin 10 Prozent aller Reichstagsmandate.
Im Deutschen Bundestag wurde die
10 Prozentmarke erst wieder im Jahr 1987
erreicht.
Im Vergleich zu manchen Länderparlamenten,
Gemeinderäten und Kreistagen ist
der Frauenanteil im Bundestag (31,6 Prozent)
und im Europäischen Parlament (30,3 Prozent)
relativ hoch. Im Landtag von Baden-
Württemberg liegt der Anteil der Mandatsträgerinnen
bei 23,7 Prozent.
Bemerkenswert und ermutigend ist hierbei
allerdings, dass bei den Landtagswahlen
2006 die Frauen bei ihren Kandidaturen
sehr erfolgreich waren: Bei den Bewerberinnen
lag der Anteil bei 20 Prozent – bei den
Gewählten bei fast 24 Prozent. Zwei Jahre
zuvor, bei den Kommunalwahlen 2004, waren
die Kandidatinnen weniger erfolgreich. Im
Landesdurchschnitt lag der Frauenanteil bei
den Kandidaturen für die Kreistage bei 27
Prozent; gewählt wurden 15 Prozent. Für die Gemeinderäte kandidierten im Landesdurchschnitt
28 Prozent Frauen, gewählt wurden
21 Prozent. In den Räten von 54 Gemeinden
waren nach den Ergebnissen 2004 überhaupt
keine Frauen vertreten.
Dies war für das „Bündnis für Demokratie
– Demokratie braucht Männer und Frauen
– Kommunalwahlen 2009“ Ansporn und
Auftrag zugleich, sich mit Ideen und Initiativen
für eine ausgewogenere Beteiligung von
Frauen in der Kommunalpolitik einzusetzen.
Demokratie braucht die Erfahrungen, das
Wissen und die Kompetenzen von Männern
und Frauen. Das gilt gerade für die Kommunalpolitik,
denn die Entscheidungen von
Gemeinderat und Kreistag beeinflussen die
Lebenssituation der Menschen vor Ort ganz
unmittelbar.
Am 7. Juni 2009 haben rund 7,7 Millionen
Wahlberechtigte – davon 52 Prozent Frauen
und 48 Prozent Männer - in Baden-Württemberg
wieder die Wahl: In 1.108 Gemeinden
und 35 Landkreisen werden die Mitglieder
von Gemeinderäten und Kreistagen gewählt.
Zudem findet zeitgleich die bundesweite
Wahl zum Europäischen Parlament statt.
Bestimmen Sie mit! Mischen Sie sich ein
und zwar ganz konkret vor Ort, als Kandidatin
oder als Wählerin!

Dr. Monika Stolz MdL
Ministerin für Arbeit und Soziales
Beauftragte der Landesregierung
für Chancengleichheit von Frauen und Männern |