AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 41 - 3/2008
   

Themen und Projekte aus dem Sozialministerium

Abschlussbericht „Studi mit Kids“

Am 3.06.2008 wurden dem Ministerrat die Ergebnisse des an den Universitäten Mannheim und Konstanz sowie an der Hochschule Esslingen und der Pädagogische Hochschule Karlsruhe durchgeführten Modellprojekts „Studi mit Kids“ vorgelegt. Der Abschlussbericht geht allen Hochschulen des Landes zu. Im Rahmen des Projekts waren Auditierungen zur familiengerechten Hochschule durchgeführt und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Studierenden mit Kind entwickelt worden.

Das Landeshochschulgesetz eröffnet Spielräume für eine familiengerechte Gestaltung der Studien- und Prüfungsordnungen. So besteht die Möglichkeit der Beurlaubung oder der Verlegung bzw. Wiederholung von Prüfungen, die wegen der Krankheit eines Kindes nicht angetreten werden konnten. In Zukunft müssen in den Prüfungsordnungen flexible Prüfungsfristen für Studierende mit Familienpflichten vorgesehen werden. Studierende Eltern finden in dem vom Studentenwerk Freiburg eingerichteten und vom Ministerium für Arbeit und Soziales geförderten Internet-Portal www.studieren-mit-kindern.de Einrichtungen und Beratungsstellen zum Thema „Studieren mit Kind“ sowie auch Best-practice-Beispiele aus anderen Bundesländern.

Projekte

KONTAKT
zum Ministerium
für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg
Schellingstraße 15
70174 Stuttgart
E-Mail: Christiane.Hug-von-Lieven@sm.bwl.de

 

     

Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Landesverwaltung

Im November 2005 hat der Ministerrat aufgrund einer von einer interministeriellen Arbeitsgruppe unter Federführung des Ministeriums für Arbeit und Soziales erarbeiteten Vorlage Empfehlungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Landesverwaltung beschlossen. Ziel war es, die vielfältigen praxisorientierten Ansatzpunkte aufzuzeigen, die im Rahmen der rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten zu einer familiengerechteren Verwaltung führen können. Die Empfehlungen sollen am Bedarf orientiert und dienststellenspezifisch umgesetzt werden. Sie greifen folgende Themenfelder auf:

  Unterstützung während der Elternzeit
 
Wiedereinstieg nach familienbedingter Unterbrechung
 
Familienbedingte Reduzierung der Wochenarbeitszeit
 

Flexibilisierung des Arbeitsortes – alternierende Telearbeit
  Berücksichtigung von in der Familienarbeit erworbenen Schlüsselqualifikationen
  Kinderbetreuung/Ferienbetreuung
  ideelle Anreize für eine frauen- und familienbewusste Personalpolitik
  Personalentwicklung – Mentoring

Der Ministerrat hatte das Ministerium für Arbeit und Soziales beauftragt, nach drei Jahren dem Ministerrat über die Umsetzung zu berichten. Der entsprechende Bericht wird dem Kabinett Ende 2008 vorgelegt werden.

   
     

Landesprogramm „STÄRKE“

Die Landesregierung stellt in 2008 1,5 Mio. Euro und in den Jahren 2009 bis 2013 jeweils 4 Mio. Euro für das Programm zur Stärkung von Elternkompetenzen (STÄRKE) zur Verfügung. Als Partner haben die Kommunalen Landesverbände, die Verbände der Familienbildungsträger, die Kirchen und die in der Liga vertretenen Wohlfahrtsverbände am 25. Juni 2008 eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet. Die Unterzeichner sind sich einig: die meisten Eltern im Land kümmern sich engagiert um das Wohl und die Erziehung ihrer Kinder. Doch ist Erziehung durch den raschen Wandel vieler Lebensumstände nicht einfacher geworden. Darum sollen Eltern Unterstützung erhalten. Das Programm STÄRKE hat zwei Komponenten: Ab 1.09.2008 erhalten Eltern aus Anlass der Geburt einen Bildungsgutschein im Wert von 40 Euro, den sie für Familienbildungsveranstaltungen einlösen können. Ferner werden für Familien in besonderen Lebenssituationen kostenlose Familienbildungsangebote ausgebaut und bei Bedarf und Wunsch der Eltern durch Hausbesuche mit Einzelfallberatung ergänzt. Der Zuschuss pro Familie kann einen Wert von bis zu 1.000 Euro erreichen.

Der Gutschein und die Spezialangebote sind ein Baustein zum Kinderland Baden-Württemberg. Dafür wollen alle Partner der Rahmenvereinbarung Verantwortung übernehmen: die Veranstalter durch Einhaltung von Qualitätsstandards, die Landesregierung sowie die Kommunen durch die Förderung von Kooperation zwischen Bildungsträgern und sonstigen professionellen Diensten für Familien. Dies soll zur Weiterentwicklung eines landesweit bedarfsgerechten Netzes von Familienbildungsveranstaltungen führen. Wichtigstes Ziel ist, bei Eltern Schwellenängste vor der Inanspruchnahme außerfamiliärer Hilfe abzubauen und ihnen die Teilnahme an Elterntreffs und -kursen finanziell zu erleichtern.

Weitere Informationen unter: www.sozialministerium-bw.de

 

   
     

„ALLES BLEIBT ANDERS“ Tagung 26.11.08

„ALLES BLEIBT ANDERS - Einsatz von Rollenbildern in den Medien“ ist eine gemeinsame Veranstaltung des Ministeriums für Arbeit und Soziales und des SWR. Sie richtet sich an alle, die Interesse an neuen Impulsen für eine differenzierte Presse-, Öffentlichkeits- und Medienarbeit haben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Darstellung von Personen- auf Rollenbilder von Mädchen und Jungen, von Frauen und Männern.

Das interessante Programm, die hochkarätige Besetzung des Podiums sowie die Anmeldung finden Sie unter: www.sozialministerium-bw.de (Termine)

   
     

„Komm auf Tour - meine Stärken, meine Zukunft“

Diese Initiative zur Stärkenentdeckung, Berufsorientierung und Lebensplanung für Jugendliche wird ab 2009 auch in Baden- Württemberg an 8 Standorten durchgeführt. Mit einem Erlebnisparcours sollen Schülerinnen und Schüler der 7./8. Klassen ihre individuellen Stärken und Interessen entdecken, Orientierungshilfen für Praktika erhalten und erfahren, welche realisierbaren beruflichen Wahlmöglichkeiten auf sie warten. Handlungsorientiert werden sie dabei unterstützt, auch ihre persönliche Lebensplanung geschlechtersensibel zu gestalten. Um den Selbstwert der Jugendlichen zu fördern, werden individuelle Potenziale und nicht Defizite thematisiert. In Begleitveranstaltungen werden die Eltern und Lehrkräfte eingebunden. Eine nachhaltige Verzahnung mit schulischen wie außerschulischen Maßnahmen gewährleisten regionale Akteure der Berufsorientierung, Jugendarbeit und Lebensplanung. Das Ministerium für Arbeit und Soziales Baden- Württemberg lässt das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bereits entwickelte Grundkonzept landesspezifisch anpassen. Gender Mainstreaming wird als Leitprinzip systematisch ausgearbeitet und realisiert.