Am 3.06.2008 wurden dem Ministerrat die Ergebnisse des an den Universitäten Mannheim
und Konstanz sowie an der Hochschule Esslingen und der Pädagogische Hochschule Karlsruhe
durchgeführten Modellprojekts „Studi mit Kids“ vorgelegt. Der Abschlussbericht geht allen
Hochschulen des Landes zu. Im Rahmen des Projekts waren Auditierungen zur familiengerechten
Hochschule durchgeführt und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Studierenden
mit Kind entwickelt worden.
Das Landeshochschulgesetz eröffnet Spielräume für eine familiengerechte Gestaltung
der Studien- und Prüfungsordnungen. So besteht die Möglichkeit der Beurlaubung oder der
Verlegung bzw. Wiederholung von Prüfungen, die wegen der Krankheit eines Kindes nicht
angetreten werden konnten. In Zukunft müssen in den Prüfungsordnungen flexible Prüfungsfristen
für Studierende mit Familienpflichten vorgesehen werden. Studierende Eltern
finden in dem vom Studentenwerk Freiburg eingerichteten und vom Ministerium für Arbeit
und Soziales geförderten Internet-Portal www.studieren-mit-kindern.de Einrichtungen und
Beratungsstellen zum Thema „Studieren mit Kind“ sowie auch Best-practice-Beispiele aus
anderen Bundesländern.
Projekte
KONTAKT
zum Ministerium
für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg
Vereinbarkeit von Beruf und Familie
in der Landesverwaltung
Im November 2005 hat der Ministerrat aufgrund einer von einer interministeriellen Arbeitsgruppe
unter Federführung des Ministeriums für Arbeit und Soziales erarbeiteten Vorlage
Empfehlungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Landesverwaltung
beschlossen. Ziel war es, die vielfältigen praxisorientierten Ansatzpunkte aufzuzeigen, die im
Rahmen der rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten zu einer familiengerechteren Verwaltung
führen können. Die Empfehlungen sollen am Bedarf orientiert und dienststellenspezifisch
umgesetzt werden. Sie greifen folgende Themenfelder auf:
Unterstützung während der Elternzeit
Wiedereinstieg nach familienbedingter Unterbrechung
Familienbedingte Reduzierung der Wochenarbeitszeit
Flexibilisierung des Arbeitsortes – alternierende Telearbeit
Berücksichtigung von in der Familienarbeit erworbenen Schlüsselqualifikationen
Kinderbetreuung/Ferienbetreuung
ideelle Anreize für eine frauen- und familienbewusste Personalpolitik
Personalentwicklung – Mentoring
Der Ministerrat hatte das Ministerium für Arbeit und Soziales beauftragt, nach drei Jahren
dem Ministerrat über die Umsetzung zu berichten. Der entsprechende Bericht wird dem
Kabinett Ende 2008 vorgelegt werden.
Landesprogramm „STÄRKE“
Die Landesregierung stellt in 2008 1,5 Mio. Euro und in den Jahren 2009 bis 2013 jeweils
4 Mio. Euro für das Programm zur Stärkung von Elternkompetenzen (STÄRKE) zur Verfügung.
Als Partner haben die Kommunalen Landesverbände, die Verbände der Familienbildungsträger,
die Kirchen und die in der Liga vertretenen Wohlfahrtsverbände am 25. Juni 2008 eine Rahmenvereinbarung
unterzeichnet. Die Unterzeichner sind sich einig: die meisten Eltern im Land
kümmern sich engagiert um das Wohl und die Erziehung ihrer Kinder. Doch ist Erziehung durch
den raschen Wandel vieler Lebensumstände nicht einfacher geworden. Darum sollen Eltern
Unterstützung erhalten. Das Programm STÄRKE hat zwei Komponenten: Ab 1.09.2008 erhalten
Eltern aus Anlass der Geburt einen Bildungsgutschein im Wert von 40 Euro, den sie für Familienbildungsveranstaltungen
einlösen können. Ferner werden für Familien in besonderen Lebenssituationen
kostenlose Familienbildungsangebote ausgebaut und bei Bedarf und Wunsch der
Eltern durch Hausbesuche mit Einzelfallberatung ergänzt. Der Zuschuss pro Familie kann einen
Wert von bis zu 1.000 Euro erreichen.
Der Gutschein und die Spezialangebote sind ein Baustein
zum Kinderland Baden-Württemberg. Dafür wollen alle Partner
der Rahmenvereinbarung Verantwortung übernehmen: die Veranstalter
durch Einhaltung von Qualitätsstandards, die Landesregierung
sowie die Kommunen durch die Förderung von Kooperation
zwischen Bildungsträgern und sonstigen professionellen
Diensten für Familien. Dies soll zur Weiterentwicklung eines
landesweit bedarfsgerechten Netzes von Familienbildungsveranstaltungen
führen. Wichtigstes Ziel ist, bei Eltern Schwellenängste
vor der Inanspruchnahme außerfamiliärer Hilfe abzubauen
und ihnen die Teilnahme an Elterntreffs und -kursen finanziell
zu erleichtern.
„ALLES BLEIBT ANDERS - Einsatz von Rollenbildern in den
Medien“ ist eine gemeinsame Veranstaltung des Ministeriums
für Arbeit und Soziales und des SWR. Sie richtet sich an alle,
die Interesse an neuen Impulsen für eine differenzierte Presse-,
Öffentlichkeits- und Medienarbeit haben. Der Schwerpunkt
liegt dabei auf der Darstellung von Personen- auf Rollenbilder
von Mädchen und Jungen, von Frauen und Männern.
Das interessante Programm, die hochkarätige Besetzung
des Podiums sowie die Anmeldung finden Sie unter:
www.sozialministerium-bw.de (Termine)
„Komm auf Tour -
meine Stärken, meine Zukunft“
Diese Initiative zur Stärkenentdeckung, Berufsorientierung und
Lebensplanung für Jugendliche wird ab 2009 auch in Baden-
Württemberg an 8 Standorten durchgeführt.
Mit einem Erlebnisparcours sollen Schülerinnen und Schüler der
7./8. Klassen ihre individuellen Stärken und Interessen entdecken,
Orientierungshilfen für Praktika erhalten und erfahren, welche realisierbaren
beruflichen Wahlmöglichkeiten auf sie warten. Handlungsorientiert
werden sie dabei unterstützt, auch ihre persönliche
Lebensplanung geschlechtersensibel zu gestalten. Um den Selbstwert
der Jugendlichen zu fördern, werden individuelle Potenziale
und nicht Defizite thematisiert. In Begleitveranstaltungen werden
die Eltern und Lehrkräfte eingebunden. Eine nachhaltige Verzahnung
mit schulischen wie außerschulischen Maßnahmen gewährleisten
regionale Akteure der Berufsorientierung, Jugendarbeit und
Lebensplanung. Das Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-
Württemberg lässt das von der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung (BZgA) bereits entwickelte Grundkonzept landesspezifisch
anpassen. Gender Mainstreaming wird als Leitprinzip
systematisch ausgearbeitet und realisiert.