AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 38 - 4/2007
   

Themen und Projekte aus dem Sozialministerium

Politik trifft Wissenschaft
3. Kamingespräche

Chancengleichheit von Frauen und Männern, Ministerin Dr. Monika Stolz, bereits das dritte Kamingespräch „Politik trifft Wissenschaft“ statt. Unter dem Motto „Chancengleichheit – gesundheitliches Verhalten von Frauen und Männern“ diskutierten die Teilnehmenden über weitere notwendige Maßnahmen zur Förderung des gesundheitspräventiven Verhaltens von Frauen und Männern. Eingeladen waren Abgeordnete des Landtags sowie hochrangige Vertreter und Vertreterinnen aus dem Gesundheits-, dem Beratungs- und dem Sozialversicherungsbereich. Die einleitenden Vorträge von Prof. Dr. Monika Sieverding von der Universität Heidelberg und von Prof. Dr. Martin Dinges vom Institut für Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung befassten sich mit den neuesten geschlechterspezifischen Erkenntnissen aus dem Gesundheitsbereich und bildeten die Diskussionsgrundlage. Die Kamingespräche sollen neue Impulse zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in den verschiedenen Lebensbereichen geben und das Thema stärker in den Mittelpunkt der Landespolitik rücken.

Die PowerPoint-Präsentationen der wissenschaftlichen Inputs finden Sie unter: www.sozialministerium-bw.de

Projekte

KONTAKT
zum Ministerium
für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg
Schellingstraße 15
70174 Stuttgart
E-Mail: Christiane.Hug-von-Lieven@sm.bwl.de

 

     

SIGNAL
Intervention gegen häusliche Gewalt

Das Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg fördert das Modellprojekt SIGNAL der SLK-Kliniken in Heilbronn. Die SLK-Kliniken führen mit diesem Projekt erstmals in Baden-Württemberg ein systematisches Programm durch, das auf eine Verbesserung der Versorgungssituation von gewaltbetroffenen Frauen abzielt. Häufig sind Einrichtungen des Gesundheitswesens die erste Anlaufstelle für Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind. Der Ärzteschaft und dem Pflegepersonal kommt daher bei der Intervention gegen häusliche Gewalt eine Schlüsselrolle zu. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aber oft unsicher, wie sie mit einer solchen Situation umgehen sollen. Die betroffenen Frauen versuchen, den Gewalthintergrund ihrer Verletzungen aus Angst vor weiterer Misshandlung, aber auch aus falsch verstandener Solidarität mit dem Täter zu verschweigen und zu verschleiern. Für Ärzte und Pflegekräfte stellt sich in solchen Fällen die Frage, ob und wie sie das Opfer gezielt ansprechen, wie sie den Fall dokumentieren und das Opfer vor dem Täter schützen sollen.

Die SLK-Kliniken werden im Rahmen des Projektes die Ärzteschaft und das Pflegepersonal über das sensible und komplexe Thema häusliche Gewalt informieren und dabei einen Schwerpunkt auf das Erkennen und Dokumentieren gewaltbedingter Verletzungen und den richtigen Umgang mit Betroffenen legen. Darüber hinaus soll ein Leitfaden erarbeitet werden, der es anderen Kliniken in Baden-Württemberg ermöglicht, das Projekt einzuführen.

   
     

Gender Mainstreaming in der Landesverwaltung

Im November 2007 wurde dem Ministerrat der zweite Bericht zum Stand der Implementierung von Chancengleichheit als Leitprinzip in den Landesministerien vorgelegt. Der Fortschrittsbericht der Geschäftsstelle Gender Mainstreaming im Ministerium für Arbeit und Soziales vermittelt einen Überblick über die vielfältigen Maßnahmen und Aktivitäten der Geschäftsstelle sowie der Ressorts im Berichtszeitraum 10/2004 bis 9/2007. Der erste Umsetzungsbericht wurde vom Ministerium für Arbeit und Soziales im September 2004 herausgegeben und bezog sich auf den Zeitraum 2002 bis 9/2007.

Beide Berichte finden Sie unter: www.sozialministerium-bw.de

   
     

Bürgermeisterinnen in Baden-Württemberg

In den ersten acht Monaten des Jahres 2007 sind sechs neue Amtsträgerinnen an die Spitze von Städten und Gemeinden gewählt worden. Dies stellt einen Spitzenwert im Vergleich zu anderen Jahren dar. Seit der Gemeindereform in den 1970er-Jahren wurden im Laufe der Zeit insgesamt 39 Frauen in das kommunale Spitzenamt gewählt. Die erste Bürgermeisterin wurde im Jahr 1990 gewählt.

Derzeit sind 34 Oberbürgermeisterinnen und Bürgermeisterinnen im Amt.

Im Jahresdurchschnitt finden nach Angaben des Gemeindetags etwa 140 Bürgermeisterwahlen statt. „Wenn Frauen antreten, haben sie große Chancen, gewählt zu werden. Leider kandidieren noch zu wenige“ (Zitat: Christian Steger, Hauptgeschäftsführer des Gemeindetags Baden-Württemberg).

   
     

Gender Indikatoren– Initiative der GFMK

Frauenministerinnen der Länder (GFMK) hat auf Antrag Baden-Württembergs am 31. Mai/1. Juni 2007 in Potsdam beschlossen, ländereinheitliche Gender Indikatoren zu entwickeln und hierfür eine Arbeitsgruppe einzusetzen. Ziel ist es, ein ländereinheitliches Indikatorensystem einzuführen, mit dem die Entwicklungen im Bereich der Chancengleichheit abgebildet werden können.

Die Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des statistischen Bundesamts, der statistischen Landesämter und der Fachabteilungen der Länder, hat ihre Arbeit aufgenommen. Bis zur nächsten GFMK, die am 23./24. 10. 2008 in Baden-Württemberg stattfinden wird, sollen die ländereinheitlichen Gender Indikatoren vorliegen.

Bereits im „Aktionsprogramm Chancengleichheit (2006- 2011)“ der Beauftragten der Landesregierung für Chancengleichheit von Frauen und Männern, Ministerin Dr. Monika Stolz, war ein entsprechendes Projekt für Baden-Württemberg vorgesehen. In Zusammenarbeit mit Vertretern des statistischen Landesamts und Vertreterinnen des Fachbeirats Gender Mainstreaming wurden Anfang des Jahres 2007 erste Indikatoren entwickelt. Diese Vorüberlegungen sind in die GFMK-Arbeitsgruppe eingebracht worden.