AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 38 - 4/2007
   

 Dr. Monika Stolz

Liebe Leserinnen und Leser,

AKTIV nimmt den ökumenischen Frauenkongress zum Anlass, ein Heft mit dem Schwerpunktthema Frauen und Kirche herauszugeben. Über 2 000 Frauen trafen sich am 20. Oktober 2007 in Stuttgart. Die zentrale Botschaft des Kongresses „Aus der Fülle handeln – Frauen gestalten Zukunft“ lautete: gemeinsam für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung.

Zukunft kann nur von Frauen und Männern gemeinsam gestaltet werden. Damit wird auch das kirchliche Selbstverständnis verdeutlicht, sich in gesellschaftspolitischen Themenfeldern zu engagieren und zu positionieren.

Im sozialen und karitativen Bereich ist das Engagement der Kirchen eine unverzichtbare Säule in unserem gesellschaftlichen Leben. Caritas und Diakonisches Werk sind die zwei großen Verbände der Wohlfahrtspflege, die vielfältige Aufgaben übernehmen. Kindertagesstätten, Beratungsstellen, Pflegeheime und Krankenhäuser sind beispielsweise in ihrer Trägerschaft.

Aus der Fülle der unterschiedlichsten Aufgabenfelder stellt AKTIV in diesem Heft zwei besondere Beispiele vor. Zum einen das Angebot für Frauen in Armuts- und Notsituationen „Femmetastisch – ein Ort für Frauen“ und zum anderen den Beratungsstellenverbund „FreiJa – Aktiv gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution“, der sich der Opfer von Zwangsprostitution annimmt.

Die zahlreichen kirchlichen Frauenverbände und Frauengruppen gehören zu den mitgliederstärksten Organisationen in der Frauenarbeit. Sie beziehen auf den verschiedensten Ebenen öffentlich Stellung zu gesellschaftlichen und kirchlichen Themen, sind in kirchlichen, gesellschafts- und bildungspolitischen Gremien, sowie im Landesfrauenrat vertreten. Die Lebenserfahrung und das Wissen von kirchlichen Frauen können so in andere Entscheidungs- und Beratungsgremien eingebracht werden. Auch in der Frauenbildungsarbeit leisten die Kirchen Beachtliches. Weiterbildungsarbeit, Seminare, Studientage und Fortbildungen für Frauen aller Generationen werden angeboten.

Schon seit langem engagieren sich Frauen in der Basisarbeit und geben der Kirche ein Gesicht. Auch in kirchlichen Gremien sind Frauen vertreten. Die Kirchengemeinderäte und Pfarrgemeinderäte sind erfreulicherweise immer häufiger paritätisch besetzt. Aber auch in Führungs- und Leitungspositionen innerhalb der Kirchen sind zunehmend Frauen präsent.

Zutreffend ist deshalb der Leitartikel dieses Heftes überschrieben mit „Frauen gestalten Kirche“! Herzlichen Dank für dieses große Engagement!


Dr. Monika Stolz MdL
Ministerin für Arbeit und Soziales
Beauftragte der Landesregierung
für Chancengleichheit von Frauen und Männern