AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 34- 4/2006
   

Liebe Leserinnen und Leser,

Bildung findet nicht allein in den Schulen statt. Umfassende Bildungsarbeit geht über die Aneignung von kognitivem Wissen hinaus und nutzt die Chancen, die andere Lernorte bieten. Außerschulische Jugendbildung ist ein eigenständiger und gleichberechtigter Teil des Bildungswesens und liefert einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen.

Aus der außerschulischen Jugendarbeit stammen wichtige Anregungen zur geschlechtsspezifischen Arbeit mit Mädchen, die seit mehr als zehn Jahren im Bildungswesen etabliert ist. Die Debatte um die Vor- und Nachteile der Koedukation hatte zunächst verstärkt die Mädchen im Blick – unterstützt durch eine aktive Frauenbewegung.

Ergebnisse aus der Jugendforschung haben inzwischen gezeigt, dass die Jungen in vielen Bereichen ebenfalls Unterstützung benötigen. Zudem muss der Tatsache Rechnung getragen werden, dass Mädchen und Jungen verschieden auf Lernangebote reagieren.

In allen Bereichen müssen die Auswirkungen von Geschlechtszuschreibungen auf Männer und Frauen, Jungen und Mädchen berücksichtigt werden, um geschlechtsspezifische Benachteiligungen abzubauen oder besser von Anfang an zu verhindern. Gerade Jugendliche brauchen Orientierung und Unterstützung in der Auseinandersetzung mit Geschlechtszuschreibungen und Benachteiligungen.

Die vorliegende Ausgabe von AKTIV – Frauen in Baden-Württemberg zeigt ermutigende Beispiele zur Umsetzung in der außerschulischen Jugendarbeit und regt dazu an, sich auch weiterhin verstärkt dieser Thematik zuzuwenden.

Unterschrift Rau
Helmut Rau MdL
Minister für Kultus, Jugend und Sport
des Landes Baden-Württemberg

 

Helmut Rau