Im Jahr 2005 hat die Landesstiftung
Baden-Württemberg im Rahmen ihres
Themenfeldes Dialog Wissenschaft und
Öffentlichkeit das Programm „SCOUT
Science Outlined“ ins Leben gerufen. Ziel
des Programms ist die Förderung des technisch-
naturwissenschaftlichen Interesses
von Kindern und Jugendlichen. Dazu werden
innovative und langfristig angelegte
Projekte in Baden-Württemberg unterstützt,
welche Themen aus Wissenschaft
und Forschung didaktisch aufbereiten und
sie dieser Altersgruppe näher bringen.
Dabei sollen die geförderten Projekte die
geschaffenen Strukturen und Materialien
auch nach der Förderdauer von max. drei
Jahren nutzen und weiterentwickeln.
Die große Resonanz auf die Ausschreibung „SCOUT Science Outlined“ sowie die hohe Qualität der eingegangenen Anträge verdeutlichen die Vielfalt kreativer Ideen im Land sowie die gesellschaftliche Relevanz des Themas.
Insgesamt werden 15 Projekte aus den unterschiedlichsten technisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen gefördert.
Darunter befinden sich Kinderuniversitäten, eine Jugendwerkstatt, Workshop- Angebote, Feriencamps, Experimentierlabore sowie Planetariumsveranstaltungen. Die didaktische Ausarbeitung der Maßnahmen sowie der Kommunikationskonzepte richtet sich in erster Linie nach den angesprochenen Zielgruppen.
Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermittlung von technischen und naturwissenschaftlichen Themen ist, dass geschlechtsspezifische Interessen und Fertigkeiten berücksichtigt werden. Denn bis heute gelten technische und naturwissenschaftliche Fächer als typisch männliche Domäne. Allerdings zeigen die Erfahrungen aus den SCOUT Projekten, dass Mädchen für Fragen der Physik, Chemie oder Technik durchaus begeistert werden können.
Eine gängige und erfolgreiche Methode ist dabei die Bildung geschlechtshomogener Arbeitsgruppen. Beispielhaft sei hier auf das Projekt „Technik-Experimentierlabor“ der Fachhochschule Heilbronn verwiesen. Dort erhalten Mädchen und Jungen in getrennten Gruppen die Möglichkeit, erste eigene Erfahrungen mit Technik, hier insbesondere mit der Mechatronik, zu machen. Mittels bewährter Baukästen lernen die Mädchen, fahrtüchtige Automodelle zu entwickeln und zu realisieren. Im Projekt zeigt sich, dass reine Mädchengruppen zwar auf anderen Wegen, aber zu den gleichen Ergebnissen kommen wie Jungengruppen.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei der spezifischen Mädchenförderung ist die Bereitstellung weiblicher Identifikationsfiguren. So werden im Projekt „Zoom into science“ des Stadtjugendrings Ulm die Mädchengruppen bewusst von Wissenschaftlerinnen begleitet. Hier erhalten die Mädchen die Möglichkeit, auf informellem Weg nicht nur einiges über die Arbeit der Naturwissenschaftlerinnen bzw. Technikerinnen, sondern auch über deren privaten Werdegang zu erfahren.
Und schließlich stellt die Auswahl der Themen in den Projekten einen relevanten Aspekt zur geschlechtsspezifischen Vermittlung dar. So scheint beispielsweise die „Jugendwerkstatt“ der TheoPrax Stiftung aufgrund ihres Werkstatt-Ansatzes zunächst eher Jungen als Mädchen anzusprechen. Durch das Aufgreifen „weiblicher“ Themen und Inhalte wie z.B. die Herstellung von Parfüm oder Ölen kann dies jedoch erfolgreich verhindert werden.
Insgesamt zeigen die verschiedenen SCOUT Projekte deutlich, dass mittels kreativer Didaktik und interessanten Inhalten Mädchen und Jungen gleichermaßen für Fragen der Technik und Naturwissenschaft zu begeistern sind. Das Bild von Technik und Naturwissenschaft als typischen Männerdomänen relativiert sich also.




