der Begriff Gender Mainstreaming findet zunehmend Eingang in unseren Sprachgebrauch. Aber was verbirgt sich dahinter genau?
Gender Mainstreaming verfolgt auf allen gesellschaftlichen Ebenen das Ziel, die Auswirkungen von Geschlechtszuschreibungen auf Männer und Frauen, Jungen und Mädchen zu berücksichtigen und geschlechtsspezifische Benachteiligungen in der Gesellschaft abzubauen bzw. von Anfang an zu verhindern. Das Konzept Gender Mainstreaming wurde erstmalig auf der Weltfrauenkonferenz 1985 in Nairobi erwähnt. Zwischenzeitlich wurde es im „Amsterdamer Vertrag“ für die Staaten der Europäischen Union für verbindlich erklärt. Die Bundesregierung beschloss, die Gleichstellung von Männern und Frauen zu einem durchgängigen Leitprinzip zu machen, gefolgt von einem entsprechenden Kabinettsbeschluss der Landesregierung von Baden-Württemberg.
Lange galt die koedukative Pädagogik als die Maßnahme zur Gleichstellung von Jungen und Mädchen in Schule und Unterricht. Zwischenzeitlich haben viele Pädagoginnen und Pädagogen ihre „geschlechtsneutrale“ Haltung gegenüber Schülerinnen und Schülern zugunsten einer „genderbezogenen“ Haltung aufgegeben. Nicht nur in den naturwissenschaftlichen Fächern, im Technikunterricht oder beim Thema Lesen sollte eine geschlechtergerechte Ansprache von Jungen und Mädchen zur Vermeidung von geschlechtsbezogenen Benachteiligungen selbstverständlich sein.
Die vorliegende Ausgabe von AKTIV – Frauen in Baden-Württemberg, die das Thema der Fachtagung „Gender Mainstreaming - eine Zukunftsstrategie für Schulen“ aufgreift, bietet theoretische und praktische Anregungen für eine Berücksichtigung von Gender Mainstreaming in Unterricht und Schule.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine angenehme und informative Lektüre sowie Anregungen für die eigene Arbeit.






