| "Frauen - Macht - Medien"
- Fachtagung des Sozialministeriums
Am 17. Februar 1998 führte das Sozialministerium eine Fachtagung
zum Thema "Frauen - Macht - Medien" durch. Ziel dieser
Tagung war es, die Arbeit von Frauen in den verschiedenen Bereichen
und Branchen der Medien öffentlich sichtbar zu machen, auf
die geschlechtsspezifischen Themen und Probleme hinzuweisen und
an Problemlösungen mitzuarbeiten. Gleichzeitig verfolgte die
Veranstaltung das Ziel, die Vernetzung von Medienfrauen innerhalb
und zwischen den Branchen weiter zu fördern.
In ihrer Einführung betonte Staatssekretärin Johanna
Lichy, wie notwendig es für Frauen ist, in allen Bereichen,
so auch im Mediensektor, Netzwerke aufzubauen. Denn zur Frauenarbeit
gehören Netzwerke mit klaren Zieldefinitionen und einem ständigem
Informationsfluß. Ein Schwerpunkt in der Rede war das Thema
"Macht" und das Verhältnis von Frauen zur Macht.
Die positive Sicht von Machtausübung wird heute oft überlagert
von negativen Machtassoziationen. Dabei war es der Staatssekretärin
wichtig zu betonen, daß Macht nicht Machtmißbrauch heißt,
sondern vielmehr: Lust an der Veränderung, der Gestaltung und
der Mitbestimmung. Macht bedeutet auch, sich gemeinsam mit anderen
Gestaltungsräume zu eröffnen und aktiv auf die Veränderung
der Gesellschaft einzuwirken. Johanna Lichy appellierte schließlich
an alle, jede Aufforderung, Mitglied eines Gremiums zu werden anzunehmen
oder nur aus wirklich wichtigen Gründen abzulehnen. Denn eine
angemessene Repräsentanz von Frauen in den Entscheidungs- und
Beratungsgremien ist eine der wesentlichen Grundlagen für eine
gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im öffentlichen Leben.
Nach dem Hauptvortrag der Kommunikationswissenschaftlerin Susanne
Keil zum Thema "Geschlechterverhältnisse, Medienentwicklung
und Frauenpolitik" und anschließender Diskussion fanden
vier Workshops statt:
- "Frauen machen Druck" - Verlagsfrauen in Baden-Württemberg
(Leiterin: Irene Ferchl),
- "Frauen schaffen sich Gehör" - Frauen im Rundfunk
in Baden-Württemberg (Leiterin: Gisela von Krogh),
- "Bilder in Bewegung bringen" - Filmemacherinnen in
Baden-Württemberg (Leiterin: Gabriele Röthemeyer),
- "Mit spitzer Feder" - Journalistinnen in Baden-Württemberg
(Leiterin: Sibylle Krause-Burger).
In den lebhaften und zum Teil auch kontrovers geführten
Diskussionen wurde die Situation in den wichtigsten Medienbranchen
erörtert und mögliche Strategien zur Überwindung
der Benachteiligung von Frauen in diesen Bereichen erarbeitet.
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Zum Thema
Die Dokumentation, die alle Tagungsbeiträge
enthält, erscheint demnächst und kann bei der Abteilung
Frauen und Familie des Sozialministeriums Baden-Württemberg angefordert
werden. |