Einzelkämpferinnen
Frauen sind oft Einzelkämpferinnen, ohne Unterstützung
und Netzwerke und manchmal nehmen sie auch
nicht die vorhandenen Angebote und Fördermaßnahmen
in Anspruch. Oftmals sind sie den Anforderungen
an die Unternehmerinnenpersönlichkeit nicht
gewachsen und müssen sich das Know-how erst
aneignen. Kooperationen und Netzwerke sind hier
sehr hilfreich. Sie dienen dazu, Kontakte zu knüpfen
und Erfahrungen auszutauschen, Tipps weiterzugeben
und Wissen zu multiplizieren. Über Netzwerke
entstehen Projektpartnerschaften und werden Kooperationen
vermittelt. Sie können als Arbeitskreise
moderiert oder bei unverbindlichen Zusammenkünften
zustande kommen, sie tagen regelmäßig oder sie
sind informell. Es gibt regionale und überregionale,
nationale und transnationale Netzwerke, die sich als
Hilfe zur Selbsthilfe mit unterschiedlichen Zielsetzungen
an unterschiedliche Adressatinnen wenden.
Existenzgründerinnen-/Unternehmerinnenstammtische
Erste Kontakte der Gründerinnen zum Vernetzen entstehen
bereits bei den Existenzgründerinnentagen
und -börsen oder in den Seminaren und Coachings, an
denen sie teilnehmen. Oft steht der Wunsch nach
Austausch und Feedback am Anfang der Idee, einen
Gründerinnen- und Unternehmerinnenstammtisch zu
initiieren.
Diese Stammtische gibt es überall in Baden-Württemberg. Sie sind offen für Interessierte, die ebenfalls in der Gründungsphase sind oder bereits gegründet haben und ihre Erfahrungen weitergeben möchten. Informationen, wo und wann die Stammtische stattfinden, enthält die Broschüre „Regionale Initiativen für Existenzgründerinnen“ oder sie sind im Internet auf dem Gründerinnenportal unter www.newcome.de zu finden. Bei den regelmäßigen Zusammenkünften werden aktuelle Fragen besprochen, Tipps ausgetauscht und wichtige Themen mit fachkundigen Expertinnen und Experten vertieft. Aus den gemeinsamen Treffen entstehen vielfältige Formen der Zusammenarbeit, z. B. horizontal, indem sich Gründerinnen mit gleichartigen Angeboten zusammenschließen, um größere Aufträge zu bearbeiten, oder vertikal, indem Jungunternehmerinnen ihre unterschiedlichen Angebote als Paketleistung gemeinsam am Markt anbieten.
Baden-Württembergisches Gründerinnenforum
Ein überregional agierendes Netzwerk ist das Baden-
Württembergische Gründerinnenforum (BWGF), das
1996 auf Anregung der Initiative für Existenzgründungen
und Unternehmensnachfolge des Landesgewerbeamts
entstanden ist. Im Netzwerk betätigen sich
rund 80 Multiplikatorinnen aus Arbeitsämtern, Banken,
Beratungsstellen, Bildungseinrichtungen, Frauenprojekten,
Gleichstellungsstellen und Frauenbüros,
Gründerinnenzentren, Kammern, Kontaktstellen Frau
und Beruf, Landes- und Kommunalverwaltung, Politik,
Unternehmensberatung, Verbänden und Wirtschaftsförderung,
die an einer aktiven Mitarbeit im Bereich
Existenzgründung durch Frauen interessiert sind.
Das BWGF setzt sich für gründerinnengerechte Rahmenbedingungen ein und ist bestrebt, ein positives Klima für Gründerinnen herzustellen. Die mitwirkenden verstehen sich als Lobby, um die Interessen von Existenzgründerinnen in Baden-Württemberg in Politik, öffentlicher Verwaltung und Wirtschaft zu vertreten. Das BWGF beteiligt sich an der Weiterentwicklung von Qualifizierungs-, Finanzierungs- und Beratungsprogrammen für Existenzgründerinnen und definiert Qualitätsstandards für eine frauenspezifische Gründungsberatung und Gründungsfinanzierung. In Veröffentlichungen, Fachtagungen und Veranstaltungen werden die genderbezogenen Aspekte der Existenzgründung ganzheitlich dargestellt und diskutiert. Zum Erfahrungsaustausch trifft sich das Forum zu vierteljährlichen Plenumssitzungen. Eine Kerngruppe aus fünf gewählten Mitgliedern koordiniert Beschlüsse, Aktionen und die Geschäftsführung des Forums. Zur Durchführung konkreter Projekte werden Arbeitsgruppen eingesetzt. Die Geschäftsstelle des BWGF ist bei der Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge ifex des Landesgewerbeamts angesiedelt.
Vergleichbare Frauen-Netzwerke gibt es auch in den anderen Bundesländern. Viele forcieren ihre gemeinsamen Ziele durch den Zusammenschluss auf nationaler Ebene im Deutschen Gründerinnenforum (DGF). Ein wesentlicher Baustein der bundesweiten Agentur für Gründerinnen zielt mit dem Aufbau eines überregionalen Verbundsystems ebenfalls auf die Vernetzung der am Gründungsgeschehen beteiligten Akteurinnen und Akteure.





