AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 23 - 1/2004
   

Netzwerke und Kooperationen

Von Iris Kronenbitter, Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge (ifex) des Landesgewerbeamts Baden-Württemberg, Stuttgart

Einzelkämpferinnen
Frauen sind oft Einzelkämpferinnen, ohne Unterstützung und Netzwerke und manchmal nehmen sie auch nicht die vorhandenen Angebote und Fördermaßnahmen in Anspruch. Oftmals sind sie den Anforderungen an die Unternehmerinnenpersönlichkeit nicht gewachsen und müssen sich das Know-how erst aneignen. Kooperationen und Netzwerke sind hier sehr hilfreich. Sie dienen dazu, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen, Tipps weiterzugeben und Wissen zu multiplizieren. Über Netzwerke entstehen Projektpartnerschaften und werden Kooperationen vermittelt. Sie können als Arbeitskreise moderiert oder bei unverbindlichen Zusammenkünften zustande kommen, sie tagen regelmäßig oder sie sind informell. Es gibt regionale und überregionale, nationale und transnationale Netzwerke, die sich als Hilfe zur Selbsthilfe mit unterschiedlichen Zielsetzungen an unterschiedliche Adressatinnen wenden.

Existenzgründerinnen-/Unternehmerinnenstammtische
Erste Kontakte der Gründerinnen zum Vernetzen entstehen bereits bei den Existenzgründerinnentagen und -börsen oder in den Seminaren und Coachings, an denen sie teilnehmen. Oft steht der Wunsch nach Austausch und Feedback am Anfang der Idee, einen Gründerinnen- und Unternehmerinnenstammtisch zu initiieren.

Diese Stammtische gibt es überall in Baden-Württemberg. Sie sind offen für Interessierte, die ebenfalls in der Gründungsphase sind oder bereits gegründet haben und ihre Erfahrungen weitergeben möchten. Informationen, wo und wann die Stammtische stattfinden, enthält die Broschüre „Regionale Initiativen für Existenzgründerinnen“ oder sie sind im Internet auf dem Gründerinnenportal unter www.newcome.de zu finden. Bei den regelmäßigen Zusammenkünften werden aktuelle Fragen besprochen, Tipps ausgetauscht und wichtige Themen mit fachkundigen Expertinnen und Experten vertieft. Aus den gemeinsamen Treffen entstehen vielfältige Formen der Zusammenarbeit, z. B. horizontal, indem sich Gründerinnen mit gleichartigen Angeboten zusammenschließen, um größere Aufträge zu bearbeiten, oder vertikal, indem Jungunternehmerinnen ihre unterschiedlichen Angebote als Paketleistung gemeinsam am Markt anbieten.

Baden-Württembergisches Gründerinnenforum
Ein überregional agierendes Netzwerk ist das Baden- Württembergische Gründerinnenforum (BWGF), das 1996 auf Anregung der Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge des Landesgewerbeamts entstanden ist. Im Netzwerk betätigen sich rund 80 Multiplikatorinnen aus Arbeitsämtern, Banken, Beratungsstellen, Bildungseinrichtungen, Frauenprojekten, Gleichstellungsstellen und Frauenbüros, Gründerinnenzentren, Kammern, Kontaktstellen Frau und Beruf, Landes- und Kommunalverwaltung, Politik, Unternehmensberatung, Verbänden und Wirtschaftsförderung, die an einer aktiven Mitarbeit im Bereich Existenzgründung durch Frauen interessiert sind.

Das BWGF setzt sich für gründerinnengerechte Rahmenbedingungen ein und ist bestrebt, ein positives Klima für Gründerinnen herzustellen. Die mitwirkenden verstehen sich als Lobby, um die Interessen von Existenzgründerinnen in Baden-Württemberg in Politik, öffentlicher Verwaltung und Wirtschaft zu vertreten. Das BWGF beteiligt sich an der Weiterentwicklung von Qualifizierungs-, Finanzierungs- und Beratungsprogrammen für Existenzgründerinnen und definiert Qualitätsstandards für eine frauenspezifische Gründungsberatung und Gründungsfinanzierung. In Veröffentlichungen, Fachtagungen und Veranstaltungen werden die genderbezogenen Aspekte der Existenzgründung ganzheitlich dargestellt und diskutiert. Zum Erfahrungsaustausch trifft sich das Forum zu vierteljährlichen Plenumssitzungen. Eine Kerngruppe aus fünf gewählten Mitgliedern koordiniert Beschlüsse, Aktionen und die Geschäftsführung des Forums. Zur Durchführung konkreter Projekte werden Arbeitsgruppen eingesetzt. Die Geschäftsstelle des BWGF ist bei der Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge ifex des Landesgewerbeamts angesiedelt.

Vergleichbare Frauen-Netzwerke gibt es auch in den anderen Bundesländern. Viele forcieren ihre gemeinsamen Ziele durch den Zusammenschluss auf nationaler Ebene im Deutschen Gründerinnenforum (DGF). Ein wesentlicher Baustein der bundesweiten Agentur für Gründerinnen zielt mit dem Aufbau eines überregionalen Verbundsystems ebenfalls auf die Vernetzung der am Gründungsgeschehen beteiligten Akteurinnen und Akteure.

 


Iris Kronenbitter
Projektleitung Bundesweite Agentur für Gründerinnen
Hotline: 018 05-22 90 22


Gründerinneninitiative Baden- Württemberg, ifex, Fon: 0711/123-26 69, www.newcome.de

Baden-Württembergisches Gründerinnenforum: Fon: 0711/123-27 86, www. gruenderinnenportal. de

Deutsches Gründerinnenforum: www.dgfev.de