AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 23 - 1/2004
   

Themen und Projekte aus dem Sozialministerium

GenderKompetenzZentrum in Berlin
www.genderkompetenz.info

Mit Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde an der Humboldt- Universität, Berlin, ein GenderKompetenzZentrum eingerichtet. Die Leitung hat Frau Prof. Dr. Susanne Baer, Professorin für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien an der Juristischen Fakultät der Humboldt- Universität, inne. Das Zentrum soll aktiv informieren und beraten, sowie Koordinierungs- und Vermittlungsfunktionen übernehmen. Es bietet auf seiner Homepage www.genderkompetenz.info vielfältige Informationen zu Gender Mainstreaming an für Interessierte aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und dem Beratungsbereich. Zu den unterschiedlichsten Sachgebieten von Arbeit bis Wohnen, von Gesundheit bis zum Verbraucherschutz und für verschiedenartige Handlungsfelder von der Personalentwicklung bis zur Öffentlichkeitsarbeit werden Gender- Aspekte aufgezeigt. Hinzu kommen Informationen über aktuelle Instrumente der Implementierung von Gender Mainstreaming.

Projekte

 

     

Broschüre „Zukunftswerkstatt
Familienbildung“ im Internet

Eine Mitschrift des Fachkongresses „Zukunftswerkstatt Familienbildung: Familien stark machen – neue Wege beschreiten“ des Sozialministeriums Baden- Württemberg, der am 18. Juli 2003 in Kooperation mit dem Statistischen Landesamt (Familienwissenschaftliche Forschungsstelle) im Haus der Wirtschaft in Stuttgart stattgefunden hat, ist jetzt auf der Homepage des Sozialministeriums www.sozialministerium-bw.de, Rubrik Familienbildung, abrufbar.

   
     

Train the trainer II – Medienfortbildung
für Pädagoginnen in der Mädchenarbeit

Aufgrund der positiven Resonanz setzt das Sozialministerium 2004 die Fortbildungsreihe „train the trainer“ für Pädagoginnen der außerschulischen Mädchenarbeit fort. Die medienpädagogische Fortbildung ist speziell für Frauen konzipiert, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind und dort entsprechende Medienprojekte für Mädchen initiieren und durchführen wollen.

Die fünftägige Fortbildung „Wege zur ersten Homepage“ konzentriert sich auf:

  Konzepte handlungsorientierter Medienarbeit mit Mädchen,
  eine Einführung in Programme für die Bearbeitung mit Bild und Ton,
  den Umgang mit der digitalen Fotokamera,
  die Homepage-Gestaltung mit HTML und
  die Vorstellung beispielhafter Websites für Mädchen.

Darüber hinaus ist ein Aufbaumodul „Wie bringe ich Leben in meine Homepage?“ (Einführung in ein Animationsprogramm und Konzeptentwicklung) geplant.

In den Fortbildungsveranstaltungen werden praktische Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit dem Computer vermittelt, als auch medienpädagogische Ansätze diskutiert. Die geplante Vernetzung soll Synergieeffekte für die Teilnehmerinnen bringen und die Medienarbeit mit Mädchen stärken und vorantreiben. Grundkenntnisse im Umgang mit dem Internet sind erforderlich.

 

Info: Wissenschaftliches Institut des Jugendhilfswerks Freiburg e.V.– Medienzentrum, Fon: 0761/7 03 6114, schumacher@ jugendhilfswerk.de
     

Förderprogramm Mädchenprojekte
„Wir können alles?!“

Das Sozialministerium fördert im Jahr 2004 Mädchenprojekte im Bereich der Berufswahlorientierung. Eine wichtige Ursache für die geschlechtsspezifische Berufswahl von jungen Frauen ist, dass es Sozialisationsträgern und Bildungseinrichtungen noch immer zu wenig gelingt, Interesse und Begeisterung für technische, naturwissenschaftliche und informationstechnische Themen und Sachverhalte bei Mädchen zu wecken. Deshalb werden Projekte gefördert, die die Entscheidungsfähigkeit von Mädchen in Hinblick auf die Berufsorientierung unterstützen und sie an das gesamte Spektrum der Berufe heranführen.

 
Projektanträge sind in doppelter Ausfertigung bis 22. März 2004 sowohl beim Sozialministerium Baden-Württemberg, Abteilung 6, Postfach 10 34 43, 70029 Stuttgart, als auch bei der Geschäftsstelle der LAG Mädchenpolitik e.V. Baden-Württemberg, Siemensstr. 11, 70469 Stuttgart, einzureichen.
     

Umsetzung von Gender Mainstreaming
in der Schule

Die Fachzeitschrift „Lehren und Lernen“ des Landesinstituts für Erziehung und Unterricht Baden-Württemberg befasst sich zum zweiten Mal in Heft 1/2004 mit der Umsetzung inhaltlicher Elemente der Projektarbeit in der interministeriellen Gender Mainstreaming- Gruppe. Vorgestellt werden praxisbezogene Beispiele aus Forschung und Lehre, auch aus anderen Bundesländern und aus Europa. Sie machen deutlich, dass eine Vernetzung von bottom-up und top-down- Strategie zu Qualitätsentwicklung von Schulen führt. Eine spannende Lektüre für alle am gesellschaftlichen Umdenkungsprozess Beteiligten.

Im Laufe der Projekt-Arbeit war deutlich geworden, dass der thematische Schwerpunkt des Projektes – „Leseförderung“ – eingebettet sein muss in veränderte Denk-, Organisations- und Handlungsstrukturen in den Schulen. Die in der Hoffnung, irgendwann einmal werde es egal sein, ob ein Schüler ein Junge oder ein Mädchen ist, als verbindliche Unterrichtsform eingeführte Koedukation hatte enorme Fortschritte und auch neue Erkenntnisse zur Folge. Aber es bleiben ungelöste Fragen vor allem dort, wo die „Unterschiede“ stressauslösende Situationen herbeiführen und differenziertes pädagogisches Handeln erfordern. Allerdings scheint es eine pädagogische „correctness“ zu geben, die dieses Thema in vielen Gruppierungen zum Tabu erhebt. Dennoch sind Forschung und Lehre und vor allem die Unterrichtenden in der Praxis nolens volens alltäglich damit befasst. Niemand leugnet, dass im Schulalltag Handlungsbedarf besteht. Die politisch verankerte Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit kann Schulen dabei Hilfestellung geben.

 

Bezugsadresse: Neckar-Verlag GmbH, Postfach 1820, 78008 Villingen- Schwenningen oder:service@neckar-verlag.de
     
AKTIV gratuliert: Beim Symposium des Verbandes Baden-Württembergischer Wissenschaftlerinnen (VBWW) am 15. November 2003 wurde zum zweiten Mal der Maria Gräfin von Linden-Preis an eine Wissenschaftlerin verliehen, die ihre Forschungsarbeiten am besten vorstellen konnte. Der Preis war mit 1000 € dotiert und ging an Frau Dr. Natalia Requena-Sánchez von der Universität Tübingen. Thema ihres Vortrages war: „Lebenspartner Pilz – ein Segen für die Landwirtschaft“.