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| AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe
22 - 4/2003 |
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| Themen und Projekte aus dem
Sozialministerium
Demografische
Entwicklung und Gender Mainstreaming
Es wird im 21. Jahrhundert nie wieder so viele Kinder
und Jugendliche in Deutschland geben wie heute. Ursachen hierfür
sind die seit Jahrzehnten niedrige Geburtenrate und als Folge davon
die Abnahme der potenziellen Elterngeneration. Parallel dazu steigt
die Lebenserwartung kontinuierlich an. Beide Entwicklungen führen
zu einer Alterung der Gesellschaft, bei gleichzeitigem Rückgang
der Erwerbstätigen und der Bevölkerung insgesamt. Die Folgen werden
nicht nur in den aktuell diskutierten sozialen Sicherungssystemen
spürbar werden, in denen der Generationenvertrag nicht mehr aufgeht,
sondern auch in allen anderen Politikbereichen. Deshalb ist es notwendig,
dass sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft rechtzeitig auf diese
tiefgreifenden Veränderungen einstellen und dass die demografische
Entwicklung als Querschnittsthema in allen Politikbereichen berücksichtigt
wird.
Das Sozialministerium hat das Thema aufgegriffen und
am 24. Oktober 2003 eine Veranstaltung für die oberste Führungsebene
der Landesministerien durchgeführt. Im Anschluss an den Vortrag
von Prof. Dr. Herwig Birg, Leiter des Instituts für Bevölkerungsforschung
und Sozialpolitik der Universität Bielefeld, wurde in der Diskussion
deutlich, dass die Entwicklung dazu zwingt, den Blick auch auf die
unterschiedlichen Lebenssituationen von Frauen und Männern zu richten.
Gender Mainstreaming gewinnt zunehmend an Bedeutung zur Bewältigung
der sich abzeichnenden Krise. |
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Projekte
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Deutlicher
Anstieg der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren
In Baden-Württemberg soll zur Verbesserung der Vereinbarkeit
von Familie und Beruf ein bedarfsgerechter Ausbau vielfältiger Betreuungsplätze
für Kinder unter drei Jahren in altersgemischten Kindergartengruppen,
in Kinderkrippen sowie in der Tagespflege erfolgen. Deshalb werden
schon seit längerem altersgemischte Kindergartengruppen verstärkt
gefördert. Seit Januar dieses Jahres unterstützt das Land die Betreuung
in Kinderkrippen sowie den Auf- und Ausbau qualitätsorientierter
Tagespflegestrukturen durch Zuschüsse. Näheres ist in Verwaltungsvorschriften
des Sozialministeriums geregelt (abrufbar unter: www.sozialministerium-bw.de).
Nach einer aktuellen Erhebung wurden die Betreuungsangebote
für Kleinkinder in altersgemischten Kindergartengruppen und in Kinderkrippen
in diesem Jahr erheblich ausgeweitet. So sind die Betreuungsplätze
für Kinder unter drei Jahren in altersgemischten Kindergartengruppen
um rund 1.000 auf derzeit rund 8.000 Plätze angestiegen. Das Betreuungsangebot
in gesondert für Kleinkinder eingerichteten Kinderkrippen, die vom
Land in diesem Jahr mit über 4 Mio. Euro gefördert werden, konnte
um rund 30 Prozent auf fast 3.400 Plätze erweitert werden. Auch
die Landeszuschüsse zur Förderung der Strukturen in der Tagespflege,
die sich einschließlich der Mitfinanzierung der Stadt- und Landkreise
auf über 3 Mio. Euro belaufen, werden zum Ausbau der Angebote zur
Kleinkindbetreuung beitragen. In dieser Betreuungsform, die insbesondere
in ländlichen Gebieten eine wichtige Ergänzung der einrichtungsbezogenen
Betreuungsangebote darstellt, standen im vergangenen Jahr landesweit
rund 11.200 Plätze zur Verfügung. |
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Bericht
„Junge Menschen mit Behinderungen in Baden-Württemberg“
Im September 2003 hat das Sozialministerium einen
Bericht über junge Menschen mit Behinderungen in Baden-Württemberg
veröffentlicht, der die Jugendberichterstattung des Landes für die
13. Wahlperiode ergänzt. Die vom Stuttgarter Institut Weeber und
Partner im Auftrag des Sozialministeriums erstellte, 250 Seiten
lange Studie beinhaltet neben einer umfassenden Bestandsaufnahme
der Lebenslagen von jungen Menschen mit Behinderungen und ihren
Angehörigen auch deren Unterstützungsbedarf und die für diesen Personenkreis
verfügbaren Angebote und Hilfen einschließlich der gesetzlichen
Grundlagen. Den Bericht ergänzen biographische Interviews und individuelle
Statements von Betroffenen, die konkrete Lebenswege nachzeichnen
und auf Schwierigkeiten und Probleme, die in jedem Einzelfall zu
bewältigen sind, aufmerksam machen. Durch die Verknüpfung von institutionellen
Sichtweisen mit der Betroffenenperspektive können Leserinnen und
Leser annähernd die Lebenslagen behinderter Kinder und Jugendlicher
und deren Angehöriger nachvollziehen.
Zielgruppen des Berichts sind Leistungsträger und
Leistungserbringer der Behindertenhilfe, Behindertenverbände, Vereine
und Selbsthilfegruppen im Behindertenbereich, Träger der freien
und der öffentlichen Jugendhilfe, die Fachöffentlichkeit in der
Jugend- und Behindertenhilfe sowie Betroffene und interessierte
Bürgerinnen und Bürger. |
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Filmfest 2003: „einBlicke in FrauenWelten“
35 Filme aus 24 Ländern wurden auf dem dritten Filmfest
von TERRE DES FEMMES in Tübingen, Rottenburg und Heidelberg gezeigt
– zur Reflektion über Frauen und ihre Rechte in verschiedenen Kulturkreisen,
aber auch zum cineastischen Vergnügen. Themen wie Zwangsheirat und
soziale Rechte von Textilarbeiterinnen standen im Zentrum, ebenso
Filme aus dem Vorderen und Mittleren Orient – Iran, Afghanistan,
Indien. Zehn Regisseurinnen und Regisseure waren nach Tübingen gekommen,
um ihre Filme vorzustellen. |
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Foto aus "At 5 in the Afternoon" |
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Erstes „Stadtmuseum aus Frauensicht“ im Südwesten
Die „Geschichte der Stadt aus Frauensicht“ heißt das
neue Konzept für das Stadtmuseum in Fellbach, für das der Gemeinderat
im Mai 2003 grünes Licht gegeben hat. Der aus einem Projekt zum
Landesjubiläum 2002 hervorgegangene Arbeitskreis „Starke Frauen
in Fellbach“ lädt alle Interessierten zur Mitarbeit ein. Ein im
November 2003 gegründeter wissenschaftlicher Beirat wird die Arbeit
fachlich und organisatorisch begleiten. Unter den geplanten Vorhaben
ist das Projekt „Frauenwahlrecht“ hervorzuheben, das anlässlich
der Gemeinderatswahlen am 13. Juni 2004 zwei Ausstellungen und Begleitveranstaltungen
(Ende Februar bis Anfang April 2004) vorbereitet. |
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