1979 haben sich erstmals in England die „Women in Publishing“ zusammengeschlossen. Seit 1990 gibt es die „BücherFrauen“ auch in Deutschland, genauer: den BücherFrauen e. V. Mit derzeit 17 Regionalgruppen sind die BücherFrauen bundesweit vertreten, allein in Baden-Württemberg gleich an zwei Standorten: in Freiburg im Breisgau und in Stuttgart. Die Mitglieder dieses Branchennetzwerks kommen aus dem Buchhandel, den Verlagen, Agenturen und angrenzenden Arbeitsbereichen rund ums Buch, sie sind Angestellte, Freie oder Inhaberinnen eigener Firmen. Die BücherFrauen vertreten frauenspezifische Interessen in der Buchbranche (angemessene Bezahlung, flexiblere Arbeitszeiten, gleichberechtigte Aufstiegschancen) und bieten regelmäßigen Informationsaustausch, zu dem auch Workshops zur beruflichen Weiterbildung gehören.
Der Anteil der im kulturellen und künstlerischen Bereich tätigen Mitgliedsfrauen ist branchenbedingt hoch. Auf dem Programm stehen daher nicht nur Vorträge und Kurse zu Themen wie Marketing, Verhandlungsrhetorik, Mitarbeiter/innenführung, PR und Work-Life-Balance für Frauen, sondern auch literarische Exkursionen und Führungen, Atelierbesichtigungen bei Buchkünstlerinnen, Ausstellungsbesuche, Lesungen, Workshops zu Creative Writing oder auch Diskussionsveranstaltungen über die Programmentwicklung von (Frauen-)Literaturverlagen.
Den Spagat zwischen unternehmerischer Wirtschaftlichkeit und finanziell chronisch unterversorgter Kulturarbeit zu meistern, gehört zur täglichen Herausforderung frei arbeitender Literaturvermittlerinnen, aber auch engagierter Buchhändlerinnen und Verlegerinnen, die mehr als nur Mainstream bieten wollen und damit zu einer kulturellen Vielfalt beitragen, die durch die anhaltenden Konzentrationsprozesse der Buchhandelsketten und Verlagskonzerne immer mehr infrage gestellt wird. Auf der Frühjahrsbuchmesse in Leipzig haben die BücherFrauen deshalb eine Podiumsdiskussion „Unabhängige Verlage und Buchhandel. Strategien für die Zukunft“ veranstaltet.





