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| AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe
21 - 3/2003 |
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| Die Geschichte der GEDOK
Von Renate Theilacker, GEDOK Stuttgart
Da die Zulassung zu Akademien überwiegend den Männern
vorbehalten war, gab es schon im 19. Jahrhundert in einigen Städten
Deutschlands Ansätze zum Zusammenschluss von Künstlerinnen. Der
älteste ist der 1867 gegründete „Verein der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen
zu Berlin“. Diese Initiativen wurden durch den Ersten Weltkrieg
unterbrochen. 1926 begründete die jüdische Mäzenin Ida Dehmel in
Hamburg die „Gemeinschaft Deutscher
und Oesterreichischer
Künstlerinnenvereine aller Gattungen“, die GEDOK. Neuartig
war, dass von Anfang an alle künstlerischen Sparten ihre Berücksichtigung
fanden:
Bildende und Angewandte Kunst, Literatur, Musik, Tanz und Darstellende
Kunst. Hinzu kamen als fördernde Mitglieder die Gruppe der Kunstfreundinnen.
„Neben der Pflege des persönlichen Zusammenhangs darf selbstverständlich
die berufsmäßige Vertretung der Künstlerinnen nicht fehlen; es gilt,
die Interessen des ganzen Standes zu wahren, sowohl in der Frauenbewegung
als auch im Wirtschaftsleben …“, so Ida Dehmel 1926 in der Zeitschrift
„Frau und Gegenwart“. Die gleichberechtigte Stellung der Künstlerin
in der Gesellschaft durchzusetzen, war und ist bis heute das Ziel
der GEDOK. Am Ende der Weimarer Republik gab es elf regionale Ortsgruppen
mit rund 7000 Mitgliedern, unter ihnen die namhaftesten Künstlerinnen
ihrer Zeit. Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde
diese Entwicklung radikal unterbrochen. Ida Dehmel musste den Vorsitz
der GEDOK niederlegen (sie nahm sich 1942 das Leben), die bestehenden
Ortsgruppen lösten sich auf oder wurden „gleichgeschaltet“ und dem
„Deutschen Frauenwerk“ eingegliedert, einem Sammelbecken der noch
bestehenden Frauenverbände, um sie auf die Ziele nationalsozialistischer
Frauenpolitik auszurichten. 1934 wurden nach einer Satzungsänderung
alle jüdischen Mitglieder ausgeschlossen. 1935 hatte die GEDOK,
nunmehr „Reichs-GEDOK“ genannt, nur noch 2195 Mitglieder. Nach dem
Ende des Zweiten Weltkriegs konnte sich die GEDOK 1948 mit Genehmigung
der Militärbehörden neu gründen. |
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Renate Theilacker
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Heute gibt es regionale GEDOKs in 22 deutschen Städten
(sowie eine Sektion in Wien), davon allein sechs in Baden-Württemberg:
in Stuttgart, Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Reutlingen und Freiburg.
Die fachlichen Interessen der insgesamt 3500 Mitglieder werden auf
Bundes- und Regionalebene durch ehrenamtlich arbeitende Fachbeirätinnen
vertreten. Als Voraussetzung für die Aufnahme als Künstlerin ist
der Abschluss einer Hochschulausbildung wünschenswert, aber auch
Autodidaktinnen können sich mit ihren Arbeitsproben für die Aufnahme
bewerben, über die jeweils eine Fachjury entscheidet.
Die GEDOK veranstaltet Ausstellungen, Atelierbesuche, Werkstattgespräche,
Kunstfahrten, Lesungen, Konzerte und Symposien. Darüber hinaus publiziert
sie Kataloge, Dokumentationen, Anthologien und gibt Videos und CDs
heraus, schreibt Musik- und Komponistinnenwettbewerbe und Literaturpreise
aus und ist Mitglied in verschiedenen nationalen und regionalen
Kulturorganisationen, um im Interesse der Künstlerinnen Einfluss
auf die Kulturpolitik zu nehmen. In einer Zeit, in der öffentliche
Gelder zur Förderung von Kunst und Kultur in zunehmendem Maße spärlicher
fließen, gewinnen aber für die GEDOK zwei Tätigkeitsbereiche immer
mehr an Bedeutung: die stetige künstlerische Weiterbildung einerseits
sowie die Förderung der Professionalisierung. |
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