Seit jeher nutzen Frauen mehr als Männer das breit gefächerte Kulturangebot unseres Landes. Auch bei der Berufsplanung entscheiden sich mehr Frauen als Männer für eine künstlerische oder auf den Kultursektor bezogene Ausbildung. Diesen Trend bestätigen unsere Kunsthochschulen, an denen bedeutend mehr Studentinnen als Studenten immatrikuliert sind. Im Gegensatz zu dieser Verteilung steht derzeit noch der niedrigere Anteil von Frauen in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern des Kunst- und Kulturbetriebs.
In Baden-Württemberg sind wir jedoch auf gutem Weg, diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken. Schlüsselpositionen im Kunst- und Kulturbetrieb werden heute auch mit qualifizierten Frauen besetzt. Ein Beispiel ist die Autorin des Leitartikels dieser Ausgabe von AKTIV, Petra von Olschowski. Als Geschäftsführerin der Kunststiftung Baden-Württemberg leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Förderung junger Künstlerinnen und Künstler. Ein anderes Beispiel: Frau Professorin Johanna Eder, die seit fast einem Jahr das Staatliche Museum für Naturkunde in Stuttgart leitet.
Kunst und Kultur und auch die Kulturpolitik befinden sich derzeit in einem Umbruch. Die wenigen fetten Jahre im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts waren eher eine Ausnahme. Wir werden zwar weiterhin alles tun, um das erreichte hohe Niveau der Kunst und Kultur in Baden-Württemberg fortzuführen, sind dafür jedoch auf tatkräftige Unterstützung angewiesen. Ich bin mir sicher, dass gut ausgebildete Frauen beim Erhalt und der Weiterentwicklung unserer kulturellen Vielfalt eine immer wichtigere Rolle spielen werden.






