AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 20 - 2/2003
   

Frauenbildungsarbeit vor Ort und an der Basis

  Sie veranstalten jedes Jahr die Esslinger Frauenwochen – ist das auch Frauenbildungsarbeit?

Frauenbildungsarbeit findet zwar das ganze Jahr über an vielen Orten statt, doch einmal im Jahr, im März, wird durch die Frauenwochen ein kompaktes Programm der Öffentlichkeit angeboten. Auch Frauen, die sonst keine Bildungsangebote annehmen, werden mit diesem Programm erreicht, und manch eine findet dadurch den Zugang zu Frauengruppen und Bildungseinrichtungen. Die Frauenwochen sind ein selbstverständlicher Bestandteil des politischen und kulturellen Lebens in unserer Stadt geworden und werden von den Esslingerinnen nach wie vor gut angenommen.

   
  Welche Ziele verfolgen Sie und worin sehen Sie konkret Ihre Aufgabe?

Ziel der Frauenwochen ist es, die Frauenarbeit in Esslingen sichtbar zu machen und ein Frauenthema aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. So soll ein Diskussionsprozess in Gang gebracht werden, der auch politische Anstöße für Veränderungen in der Kommune gibt. Das Thema Geschlechtergerechtigkeit wird damit öffentlichkeitswirksam in die Gesellschaft getragen. Außerdem soll 14 Tage lang das Potenzial von Frauen als Dozentin, Referentin, Künstlerin und Autorin in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangen.

   
  Als Frauenbeauftragte gestalten Sie Frauenbildung mit. Können Sie Erfolge verbuchen?

In Esslingen gibt es eine Reihe von Bildungseinrichtungen und Organisationen die Angebote für Frauen machen. Als Frauenbeauftragte habe ich die Vernetzung dieser Organisationen gefördert, und dadurch hat sich die Frauenbildungsarbeit verzahnt, und Veranstaltungen werden auch in Zusammenarbeit mit dem städtischen Frauenbüro durchgeführt. Dies führt zu einer Verbreiterung der Basis, da das Frauenbüro eine hohe Akzeptanz in der Stadt hat. Auch bin ich regelmäßig im Gespräch mit Bildungseinrichtungen und Organisationen und berate diese bei ihrer Programmgestaltung. Es ist erfreulich, dass durch die gute Kooperation Bildungsangebote auch von Frauen angenommen werden, die sonst nicht so einfach erreicht werden, wie allein Erziehende oder Migrantinnen. Der Internationale Frauentreff, der mehrmals im Jahr stattfindet, ist hierfür ein gutes Beispiel. Aufgrund der nachlassenden finanziellen Ressourcen ist es außerdem dringend geboten, Kooperationen zu suchen und gemeinsam neue Wege auch in der Frauenbildungsarbeit zu gehen.

 

Interview

Beate Latendorf
Beate Latendorf, Frauenbeauftragte
der Stadt Esslingen

Die vom Frauenbüro der Stadt Esslingen gemeinsam mit dem Frauenrat Esslingen veranstalteten Esslinger Frauenwochen fanden in diesem Jahr zum 12. Mal statt.