Von den zur 1. Förderphase bis
Ende Mai 1995 eingereichten Projektanträgen konnten unter Beachtung
der Förderschwerpunkte und des verfügbaren Fördervolumens
11 Projekte bewilligt werden. Vier Projekte begannen noch im Jahre
1995, sechs zu Beginn des Jahres 1996 und eines zum 1.4.1996. Die
seitens der EU grundsätzlich auf drei Jahre begrenzte Laufzeit
der Projekte liegt mehrheitlich bei zwei Jahren, vier Projekte laufen
drei Jahre. Fünf der elf Projekte sind derzeit (Januar 1998)
bereits beendet.
In der 2. Förderphase - 1997 - 1999/2000 - können
sechs Projekte gefördert werden, zwei begannen noch im Jahre
1997, vier nahmen ihre Arbeit Anfang 1998 auf. Zwei Projekte laufen
zwei Jahre, eines zweieinhalb und drei haben eine Laufzeit von drei
Jahren.
Durch die Beteiligung Baden-Württembergs an der
Europäischen Gemeinschaftsinitiative Beschäftigung, Aktionsbereich
NO, wurde der Finanzrahmen für die Förderung der Frauen
im Beruf im Lande erheblich erweitert. Das Land stellt für
den sechsjährigen Förderzeitraum Landesmittel in Höhe
von ca. 2,67 Mio. DM zur Verfügung. Hinzu kommen Fördermittel
von der EU in Höhe von ca. 3,13 Mio. DM. Besonders positiv
ist, daß den Projekten über diese Landes- und EU-Fördermittel
hinaus weitere Mittel der Arbeitsämter und der Kommunen in
großem Umfang zufließen. Dies zeigt, daß diese
sich von der Arbeit der Projekte geeignete Hilfen bei der Eingliederung
bzw. Wiedereingliederung der Frauen in die Arbeitswelt erwarten.

So wurden von 1995 bis 2000 in Baden-Württemberg
allein für die NOW-Projekte insgesamt knapp 14 Mio. DM öffentliche
Fördermittel aktiviert. Dies bedeutet, daß sich durch
diese Art der Projekt-finanzierung, bezogen auf die Landesförderung,
jede eingesetzte Mark mehr als verfünffacht.
Projekte der 1. Förderphase (1995 - 1998)
Unterschieden nach ihren hauptsächlichen Zielen
lassen sich die 11 geförderten Projekte der 1. Förderphase
in drei Gruppen einteilen:
1. Berufliche Qualifizierung für neue Beschäftigungsfelder
und Aufstiegsförderung (6 Projekte)
In drei Projekten wurden, bzw. werden Frauen für Multimediatätigkeiten
zum Teil branchenübergreifend in eigens dafür von den
Trägern entwickelten Qualifizierungsmaßnahmen geschult.
Im Projekt "Frauen in Computergrafik - Multimedia-Management"
wird branchenspezifisch notwendige Anpassungsqualifizierung, aber
auch Aufstiegsqualifizierung angeboten. Zwei der drei Projekte sind
bereits mit Erfolg beendet. Schon zwei Monate nach Abschluß
der Maßnahmen hatten 14 der 25 Teilnehmerinnen einen festen
Arbeitsplatz und drei weitere einen im Zusammenhang mit ihrer Praktikumsstelle
in Aussicht. Dieses Ergebnis ist vor allem deshalb von Bedeutung,
weil die Teilnehmerinnen überwiegend arbeitslose bzw. langzeitarbeitslose
Frauen sowie Wiedereinsteigerinnen nach langen Familienpausen unterschiedlichsten
Alters und mit verschiedener beruflicher Ausbildung waren.
Zwei weitere Projekte hatten das Ziel, mit Qualifizierungsmaßnahmen
das berufliche Tätigkeitsspektrum der Frauen zu erweitern und
ihnen so neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen. Vor allem
arbeitslose Frauen, alleinerziehende Sozialhilfeempfängerinnen
und Wiedereinsteigerinnen nach langjähriger Familienpause wurden
qualifiziert. Ein Projekt richtete sich gezielt an Frauen, die vormals
in un- und angelernten Tätigkeiten in der Produktion beschäftigt
waren. Sie wurden zur Elektrotechnischen Bürofachkraft im Elektro-Handwerk
und im Elektro-Großhandel ausgebildet. Das zweite Projekt
vermittelt Frauen aus unterschiedlichen Branchen und Berufen umwelttechnische
Zusatzqualifikationen für Tätigkeiten in Handwerk, Gewerbe,
Gastronomie, sozialen Diensten und Recycling und weist interessierten
Frauen auch Wege in die Selbständigkeit auf. Das dritte Projekt
bildet zum einen arbeitslose Akademikerinnen zur "Europäischen
Bildungsmanagerin" fort. Es wendet sich zum anderen aber auch
mit Seminarangeboten zur Förderung der Gleichstellung und zum
Aufstieg von Frauen an Personalverantwortliche in Betrieben und
Verwaltungen.
2. Förderung der Existenzgründung von
Frauen (4 Projekte)
Mit je einem Beratungs- und Qualifizierungsprojekt in jedem Regierungsbezirk
des Landes fördert das Sozialministerium die Existenzgründung
von Frauen. Diese vier Projekte bieten Erstberatung, Fachberatung
(drei der Projekte) und Seminare sowohl zur Persönlichkeitsbildung
als auch zur fachlichen Fortbildung für Frauen, die sich selbständig
machen wollen. Außerdem vermitteln sie Kontakte mit bereits
erfolgreich selbständigen Frauen und Begleitung während
der ersten Zeit der Selbständigkeit (s.u.).
3. Vernetzung zur Frauenförderung im Beruf
(1 Projekt)
Mit dem Aufbau regionaler Netzwerke zur Förderung der Frauen
im Beruf befaßt sich ein Projekt. Bildungsträger, Frauenverbände
und-projekte, Betriebe und Gewerkschaften, Arbeitsämter, Beratungsstellen
für Frauen, Frauenbeauftragte und weitere Personen und Stellen,
die Belange der Frauenförderung vor Ort vertreten, sollen auf
regionaler Ebene zusammengeführt werden. Diese Netzwerke sollen
einerseits die Fraueninteressen bei beruflicher Bildung und Beschäftigung
aufbereiten und vertreten, andererseits Anlaufstellen für Frauen
zu Fragen der beruflichen Orientierung sein.
Vor der Sommerpause 1998 werden sich alle 11 NOW-Projekte
der 1. Förderphase in einer Veranstaltung des Sozialministeriums
präsentieren. Dies soll der Vernetzung von Bildungsträgern
und Frauenprojekten im Land, aber auch der Ergebnissicherung und
-verbreitung dienen. Über den genauen Termin und Ort der Veranstaltung
wird AKTIV rechtzeitig berichten. |