| Grenzüberschreitende
und interregionale Zusammenarbeit des Landes in Europa
Baden-Württemberg ist eine starke Region in Europa
und wirkt beim Aufbau eines "Europa von unten nach oben"
und bei der Schaffung eines "Europa der Regionen" maßgeblich
mit. Eine stärkere Beteiligung der Regionen und Kommunen im
Entscheidungsprozeß der Europäischen Union ist ein besonderes
Anliegen von Ministerpräsident Erwin Teufel, der das Land seit
1994 und auch in den nächsten vier Jahren im Ausschuß
der Regionen (AdR) vertritt.
Darüber hinaus engagiert sich das Land in der
Versammlung der Regionen Europas (VRE), die mehr als 300 europäische
Regionen vertritt und die vor allem den interregionalen Dialog stärken
und die Regionen in den mittel- und osteuropäischen Staaten
bei der Annäherung an die EU unterstützen will.
Im Zusammenspiel mit anderen Gremien, wie der Arbeitsgemeinschaft
der Alpenländer (ARGE-ALP) und der Arbeitsgemeinschaft der
Donauländer (ARGE-DONAU), leistet sie einen wichtigen Beitrag
zur Weiterentwicklung des europäischen Regionalismus und zur
Schaffung von mehr Transparenz und Bürgernähe im europäischen
Geschehen.
|
 |
Seit 1988 stellt die Partnerschaft der "Vier Motoren" -
Baden-Württemberg, Katalonien, die Lombardei und Rhône-Alpes
- ein Modell der Kooperation dar, in der staatliche und regionale
Grenzen nicht mehr als Hindernisse empfunden werden. Der unterschiedliche
Erfahrungshintergrund wirkt sich bereichernd auf die Entwicklung von
Problemlösungen aus. |
Baden-Württemberg ist außerdem
im Kongreß der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften
Europas (KGRE) vertreten, der Grundlagen der Regionalisierung vor
allem in den Staaten Mittel- und Osteuropas geschaffen hat. Der
hier erarbeitete Entwurf einer europäischen Charta der regionalen
Selbstverwaltung könnte nach der Ratifizierung durch die Mitgliedstaaten
des Europarats eine Magna-Charta der europäischen Regionen
werden.
Auch in der grenzüberschreitenden Kooperation nimmt das Land
eine Vorreiterrolle ein:
- in der 1975 mit der Nachbarregion Elsaß und den Kantonen
der Nordwestschweiz und der Ostschweiz eingerichteten Oberrheinkonferenz,
die alle Fragen und Projekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
berät,
- im Rahmen des am 23.1.1996 unterzeichneten Deutsch-Französisch-Schweizerisch-Luxemburgischen
Übereinkommens (Karlsruher Abkommen), einem hervorragenden
Instrument zur Festigung der Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene
mit Gebietskörperschaften in den Nachbarstaaten und Förderung
des im Oberrheingebiet vorhandenen Entwicklungspotentials,
- im Rahmen der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) mit den
Schweizer Bodensee-Anrainer-Kantonen und dem Land Vorarlberg.
Hier sind die Inbetriebnahme der dritten Bodenseefähre "EUREGIA"
und die angestrebte Anbindung der Bodensee-Region an das Verkehrsnetz
der Bahnen, vor allem an die Schweizer Eisenbahn-Alpentransversale
(NEAT) zu nennen.
Das Land erhält für die grenzüberschreitende
Zusammenarbeit am Oberrhein, Hochrhein und am Bodensee bis 1999
eine Unterstützung durch die EU in Höhe von insgesamt
ca. 40Mio. ECU (ca. 80 Mio. DM). Dies geschieht im Rahmen von drei
operationellen Programmen der Gemeinschaftsinitiative INTERREG der
EU, die mit Hilfe von Strukturfondsmitteln grenzüberschreitende
Maßnahmen in Grenzregionen der EU finanziell unterstützt.
Von der Europäischen Kommission werden folgende INTERREG-Programme
gefördert:
- das Programm Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein mit 6,9 Mio. ECU,
- PAMINA (Nordelsaß-Südpfalz-Mittlerer Oberrhein) mit
einer Fördersumme von 11,05 Mio. ECU und
- das Programm Oberrhein Mitte-Süd mit 24,5 Mio. ECU.
|
|
1996 förderte das INTERREG-Programm
Alpenrhein- Bodensee-Hochrhein u.a. eine Konferenz des Europäischen
Dachverbands der Frauen in Mittel- und Kleinbetrieben (FEM) |