AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 18 - 4/2002
   

Zum Thema: Genderforschung

Frauenrechte sind Menschenrechte! Schriften der Lehrerin, Revolutionärin und Literatin Amalie Struve, mit einem Geleitwort von Prof. Hans Fenske, Monica Marcello-Müller (Hrsgin), Centaurus Verlag 2002

Gefördert aus dem Förderprogramm Frauenforschung des Landes Baden-Württemberg erschien soeben das Buch „Frauenrechte sind Menschenrechte!“. Amalie Struve ist eine der bekanntesten weiblichen Teilnehmerinnen der Badischen Revolution von 1848/49. An der Seite ihres Mannes Gustav Struve beteiligte sie sich aktiv an der Badischen Revolution. Über ihre „Erinnerungen aus den badischen Freiheitskämpfen“ hinaus, die 1850 in Hamburg erschienen, war sie auch im amerikanischen Exil als Schriftstellerin tätig. In zahlreichen Artikeln hat sie sich temperamentvoll und engagiert vor allem zu Frauenfragen geäußert. Mit Nachdruck plädierte sie für eine bessere Ausbildung der jungen Mädchen, für die Möglichkeit ökonomischer und beruflicher Unabhängigkeit der Frau, für gleiche Rechte von Frauen und Männern, inklusive dem Wahlrecht, und sie portraitierte herausragende Frauen aus Vergangenheit (u. a. der französischen und badischen Revolution) und Gegenwart.

Alle diese in USA verfassten Texte sind in Deutschland bisher noch nie in Buchform veröffentlicht worden. Erstmalig bietet „Frauenrechte sind Menschenrechte!“ nun die Möglichkeit, das Denken und Wirken Amalie Struves gründlicher kennenlernen und würdigen zu können. Der Band enthält 37 Zeitungsartikel aus „Deutscher Zuschauer“ (New York 1851/52) und „Sociale Republik“ (New York 1858/59), den Roman „Eine Proletarierin“ (New York 1851) sowie eine Kurzbiographie über Amalie Struve.

Auch als Belletristik-Autorin ist Amalie Struve hervorgetreten. In ihren Romanen scheint in der gemütvollen Sprache verschiedener Lebensgeschichten und dem Reichtum der Bilder eine ganz andere Seite von ihr auf. Die Themen sind sehr vielfältig: Sie reichen von Nachklängen der Badischen Revolution über die Verfolgungssituation religiöser Minderheiten während der Reformationszeit in drei verschiedenen Ländern bis zur Schilderung der Schicksale von Auswandererfamilien in Amerika.

Es ist geplant, auch die übrigen neun Romane, die teilweise nur in Handschriften existieren, zu veröffentlichen. Damit wird – als Voraussetzung für eine fundierte Würdigung ihres Lebenswerkes – demnächst der größte Teil des schriftstellerischen Wirkens von Amalie Struve vorliegen und zu einem umfassenden Gesamtbild von ihr beitragen.

 

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Frauen: Werkstatt-Kunden zweiter Klasse
In Autowerkstätten werden Frauen und Männer ungleich behandelt. Dies ergab eine Untersuchung der Dekra, die am 18. 09. 2002 zur Automechanika-Messe in Frankfurt vorgestellt wurde.

Erste Unterschiede zeigen sich schon bei der Begrüßung: So sprächen die Berater in Autohäusern Männer zu 75 Prozent mit ihrem Namen an, aber nur 60 Prozent der Frauen. Außerdem würden 42 Prozent der Männer an die Hebebühne gebeten, jedoch nur 34 Prozent der Frauen. Auch der Arbeitsumfang wird Autofahrerinnen (65 Prozent) seltener erläutert als Autofahrern (72 Prozent). Wie das Stuttgarter Kraftfahrzeug-Serviceunternehmen bei etwa 5.000 Werkstatt-Tests in deutschen Autohäusern feststellte, zeigten sich Frauen deshalb mit der Beratung unzufriedener als Männer. „Offenbar beraten die meist männlichen Serviceberater Frauen weniger intensiv als Männer“, sagte der Werkstattexperte Gunther Dirr. Gleich zufrieden waren Männer und Frauen lediglich mit der telefonischen Terminvereinbarung und der Erläuterung der Rechnung.

(dpa 18. 09. 2002)