AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 17 - 3/2002
   

Projekt „Aufstiegsförderung für Frauen – Mentoring“

Von Irene Pfennig, Leiterin des Projekts, akademie südwest, Bad Schussenried

Das Projekt „Aufstiegsförderung für Frauen – Mentoring“, dessen Vorarbeiten im Herbst 2000 anliefen, wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (Ziel 3) und des Sozialministeriums gefördert. Es soll Frauen dazu befähigen, berufliche Perspektiven zu entwickeln und ihre Aufstiegschancen zu verbessern. Rund 120 Frauen aus ganz Baden-Württemberg ließen sich seit April 2001 in bisher zwölf Seminaren schulen. Zwei weitere Seminare stehen noch aus (für Mentorinnen am 13. 09./14. 09. 02 und für Mentees am 11.10./ 12.10. 02). Angesprochen sind Frauen aus den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung, aus Organisationen und Verbänden. Neben der Organisation und Durchführung der Fortbildungen gehören der persönliche Austausch und die Vermittlung von Kontakten zwischen Mentorinnen und Mentees sowie der Aufbau von Netzwerken zum Projekt.

Es hat sich gezeigt, dass es ganz wichtig ist, Frauen, die am beruflichen Aufstieg interessiert sind, zunächst auf der persönlichen Ebene zu beraten und zu stärken. Dabei ist es für die Mentee sehr hilfreich, von einer aktiven und schon erfahrenen Persönlichkeit Tipps und Hilfestellung zu bekommen und auch von deren eigener Erfahrung in ihrer beruflichen Laufbahn zu hören.

Haben sich die Partnerinnen für eine Zusammenarbeit entschieden, analysiert die Mentorin in einem ersten Schritt zunächst das Potenzial der Mentee. Dazu gehören die fachlichen und die persönlichen Qualifikationen. Nach der Analyse der vorhandenen Fähigkeiten und der Stärkung der Persönlichkeit planen Mentorin und Mentee konkrete Karriereschritte. Unter vier Augen tauschen sie sich über eine sinnvolle Weiterbildung oder die Nutzung bestehender Kontakte aus. Die Dauer der Beziehung bestimmen die einzelnen Tandems individuell. Die Partnerinnen können auch eine Vereinbarung schließen, die beispielsweise die Häufigkeit der Treffen, die mögliche Beendigung, die Zielsetzung oder die Vertraulichkeit der Gespräche regelt.

Für diese Aufgaben werden Mentorinnen und Mentees in zweitägigen Kompaktseminaren und einer eintägigen follow-up-Veranstaltung geschult, entweder an der akademie südwest im Neuen Kloster in Bad Schussenried oder an der Akademie im Park in Wiesloch. Während in den Kompaktseminaren Mentoring als Personalentwicklungsinstrument vorgestellt und als Handwerkszeug vermittelt wird, dienen die follow-up- Veranstaltungen dazu, die bisherigen Erfahrungen mit der Mentoring-Beziehung zu analysieren und weiterführende Techniken zu vermitteln.

Die Frauen kommen vor allem aus der Öffentlichen Verwaltung, insbesondere aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales. Innerhalb der Verwaltung sind viele der Mentorinnen auf der Ebene der Kommunalverwaltung tätig, die meisten der Mentees jedoch in der Landesverwaltung. Hier herrscht noch ein Ungleichgewicht zwischen dem Mentorinnen- und dem Mentee-Pool. Wir suchen deshalb weitere Mentorinnen, die Erfahrungen aus der Landesverwaltung einbringen können.

Die Evaluationsbögen, die jede Teilnehmerin im Anschluss an die dreitägigen Seminare ausfüllt, lassen die Aussage zu, dass die Trainings für alle Beteiligten überaus wertvoll sind. Während die Mentees die Schwerpunkte vor allem im Bereich des Coachings und der Persönlichkeitsentwicklung setzen, liegt für die Mentorinnen die Bedeutung des Trainings mehr in der Information über den Mentoring-Prozess und in der Gestaltung einer Mentoring-Beziehung. Viele kommen auch zum Seminar, um herauszufinden, ob dieses Instrument im eigenen Arbeitsbereich umzusetzen ist und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen.

Mentoringveranstaltung 25.06.2002
Mentoringveranstaltung 25. 06. 2002 Foto: akademie südwest

Ein weiteres Ziel des Projekts ist die Bildung von Frauennetzwerken auf Führungsebene. Während einer Tagung für Mentees am 25. Juni 2002 im Regierungspräsidium in Stuttgart wurden Regionaltreffs ins Leben gerufen, die den persönlichen Austausch unter Führungsfrauen weiter vorantreiben wollen. Diese Treffen stehen allen Interessentinnen offen. Informationen und Auskünfte erhalten Sie bei den jeweiligen Ansprechpartnerinnen.

Am 21.10.02 wird im Haus der Wirtschaft in Stuttgart ein Kongress zum Thema Mentoring stattfinden. Neben Staatssekretärin Johanna Lichy MdL haben Emilia Franziska Müller MdEP, Mitglied des Ausschuss für die Rechte der Frau und Chancengleichheit im Europäischen Parlament, und Hourvash Pourkian, Unternehmerin und Buchautorin aus Hamburg („Macht macht müde Frauen munter“), bereits ihre Teilnahme zugesagt. Am Nachmittag präsentieren sich an Markttischen verschiedene Frauennetzwerke, darunter der B.F.B.M. Bundesverband der Frau im freien Beruf und Management e. V., Connecta e. V., EWMD European Women’s Management Development und BPW Business and Professional Women– Germany e.V.

Zum Thema

Irene Pfennig
Irene Pfennig

     

Informationen zum Projekt und Kongress:
akademie südwest,
Projektleitung Irene Pfennig
Neues Kloster, 88427 Bad Schussenried,
Fon: 075 83/3310 56, Fax: 075 83/3310 33 und
E-Mail: Irene.Pfennig@zfp-weissenau.de

  Regionaltreff Karlsruhe
Frau Eichhorn, Fon: 07 21/9 83-13 01,
E-Mail: andrea.eichhorn@lfuka.lfu.bwl.de
Frau Eiserbeck, Fon: 07243/5 08-2 54,
E-Mail: andrea.eiserbeck@gmx.de
  Regionaltreff Stuttgart
Frau Weber, Fon: 0711/2 79-36 04,
E-Mail: weberxx@web.de
Frau Feilhauer, Fon: 0718/8 5811,
E-Mail: feilhauer@tesionmail.de
  Regionaltreff Konstanz
Frau Erhardt, Fon: 077 73/9378 64,
E-Mail: Silke.Erhardt@gmx.de
  Regionaltreff Tübingen
Frau Müllges, Fon: 07071/7 57-3616,
E-Mail: ta4552@rpt.bwl.de
  Regionaltreff Schwäbisch Hall
Frau Burr-Siewert, Fon: 07 91/414 08,
E-Mail: Hilgabu@aol.com
 
Bitte vormerken: Mentoring-Kongress in Stuttgart am 21.10.2002