| Projekt „Aufstiegsförderung
für Frauen – Mentoring“
Von Irene Pfennig, Leiterin des Projekts, akademie
südwest, Bad Schussenried
Das Projekt „Aufstiegsförderung für
Frauen – Mentoring“, dessen Vorarbeiten im Herbst 2000
anliefen, wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (Ziel
3) und des Sozialministeriums gefördert. Es soll Frauen dazu
befähigen, berufliche Perspektiven zu entwickeln und ihre Aufstiegschancen
zu verbessern. Rund 120 Frauen aus ganz Baden-Württemberg ließen
sich seit April 2001 in bisher zwölf Seminaren schulen. Zwei
weitere Seminare stehen noch aus (für Mentorinnen am 13. 09./14.
09. 02 und für Mentees am 11.10./ 12.10. 02). Angesprochen
sind Frauen aus den Bereichen Wirtschaft und Verwaltung, aus Organisationen
und Verbänden. Neben der Organisation und Durchführung
der Fortbildungen gehören der persönliche Austausch und
die Vermittlung von Kontakten zwischen Mentorinnen und Mentees sowie
der Aufbau von Netzwerken zum Projekt.
Es hat sich gezeigt, dass es ganz wichtig ist, Frauen,
die am beruflichen Aufstieg interessiert sind, zunächst auf
der persönlichen Ebene zu beraten und zu stärken. Dabei
ist es für die Mentee sehr hilfreich, von einer aktiven und
schon erfahrenen Persönlichkeit Tipps und Hilfestellung zu
bekommen und auch von deren eigener Erfahrung in ihrer beruflichen
Laufbahn zu hören.
Haben sich die Partnerinnen für eine Zusammenarbeit
entschieden, analysiert die Mentorin in einem ersten Schritt zunächst
das Potenzial der Mentee. Dazu gehören die fachlichen und die
persönlichen Qualifikationen. Nach der Analyse der vorhandenen
Fähigkeiten und der Stärkung der Persönlichkeit planen
Mentorin und Mentee konkrete Karriereschritte. Unter vier Augen
tauschen sie sich über eine sinnvolle Weiterbildung oder die
Nutzung bestehender Kontakte aus. Die Dauer der Beziehung bestimmen
die einzelnen Tandems individuell. Die Partnerinnen können
auch eine Vereinbarung schließen, die beispielsweise die Häufigkeit
der Treffen, die mögliche Beendigung, die Zielsetzung oder
die Vertraulichkeit der Gespräche regelt.
Für diese Aufgaben werden Mentorinnen und Mentees
in zweitägigen Kompaktseminaren und einer eintägigen follow-up-Veranstaltung
geschult, entweder an der akademie südwest im Neuen Kloster
in Bad Schussenried oder an der Akademie im Park in Wiesloch. Während
in den Kompaktseminaren Mentoring als Personalentwicklungsinstrument
vorgestellt und als Handwerkszeug vermittelt wird, dienen die follow-up-
Veranstaltungen dazu, die bisherigen Erfahrungen mit der Mentoring-Beziehung
zu analysieren und weiterführende Techniken zu vermitteln.
Die Frauen kommen vor allem aus der Öffentlichen
Verwaltung, insbesondere aus den Bereichen Bildung, Gesundheit und
Soziales. Innerhalb der Verwaltung sind viele der Mentorinnen auf
der Ebene der Kommunalverwaltung tätig, die meisten der Mentees
jedoch in der Landesverwaltung. Hier herrscht noch ein Ungleichgewicht
zwischen dem Mentorinnen- und dem Mentee-Pool. Wir suchen deshalb
weitere Mentorinnen, die Erfahrungen aus der Landesverwaltung einbringen
können.
Die Evaluationsbögen, die jede Teilnehmerin im
Anschluss an die dreitägigen Seminare ausfüllt, lassen
die Aussage zu, dass die Trainings für alle Beteiligten überaus
wertvoll sind. Während die Mentees die Schwerpunkte vor allem
im Bereich des Coachings und der Persönlichkeitsentwicklung
setzen, liegt für die Mentorinnen die Bedeutung des Trainings
mehr in der Information über den Mentoring-Prozess und in der
Gestaltung einer Mentoring-Beziehung. Viele kommen auch zum Seminar,
um herauszufinden, ob dieses Instrument im eigenen Arbeitsbereich
umzusetzen ist und welche Voraussetzungen dafür geschaffen
werden müssen.
 |
| Mentoringveranstaltung 25. 06. 2002 |
Foto: akademie südwest |
Ein weiteres Ziel des Projekts ist die Bildung von Frauennetzwerken
auf Führungsebene. Während einer Tagung für Mentees
am 25. Juni 2002 im Regierungspräsidium in Stuttgart wurden
Regionaltreffs ins Leben gerufen, die den persönlichen Austausch
unter Führungsfrauen weiter vorantreiben wollen. Diese Treffen
stehen allen Interessentinnen offen. Informationen und Auskünfte
erhalten Sie bei den jeweiligen Ansprechpartnerinnen.
Am 21.10.02 wird im Haus der Wirtschaft in Stuttgart
ein Kongress zum Thema Mentoring stattfinden. Neben Staatssekretärin
Johanna Lichy MdL haben Emilia Franziska Müller MdEP, Mitglied
des Ausschuss für die Rechte der Frau und Chancengleichheit
im Europäischen Parlament, und Hourvash Pourkian, Unternehmerin
und Buchautorin aus Hamburg („Macht macht müde Frauen
munter“), bereits ihre Teilnahme zugesagt. Am Nachmittag präsentieren
sich an Markttischen verschiedene Frauennetzwerke, darunter der
B.F.B.M. Bundesverband der Frau im freien Beruf und Management e.
V., Connecta e. V., EWMD European Women’s Management Development
und BPW Business and Professional Women– Germany e.V. |