| Eine Mentee berichtet
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Warum haben Sie eine Mentorin gesucht? |
Vor ungefähr eineinhalb
Jahren war ich von meiner beruflichen Entwicklung frustriert.
Der Frust mündete in der Erkenntnis, dass ich selbst
aktiv werden muss, um Karriere zu machen, und nicht weiter
darauf warten kann, „entdeckt“ zu werden. Mein
Wille zur Karriere war da, aber er war noch nicht zielgerichtet.
Ich benötigte einen Blick von außen, um für
mich selbst eine neue Perspektive zu entwickeln. |
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Was wollten Sie dazulernen? |
| Durch Einbindung in das „FiV-Mentorship-Programm“
wollte ich meinen eigenen Anteil an der Situation erkennen und
aktiv verändern. Hierfür Methoden zu erarbeiten im
persönlichen Kontakt zu einer Mentorin und gemeinsam mit
anderen Frauen in einer ähnlichen Position, schien Erfolg
versprechend. Außerdem bot das Programm begleitende Workshops
und „Gruppencoachings“– wovon ich viel profitieren
konnte. |
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Was ist Ihrer Meinung nach das Spezifische der
Beziehung zwischen Mentorin und Mentee? |
| „Wahrheiten“
zu hören, die man sonst nicht hören würde,
weil sie einem im Berufsleben nicht gesagt werden, und die
man im privaten Umfeld nicht annehmen könnte. Es wurden
in dem Mentoring-Prozess Fragen an mich gestellt und Feststellungen
getroffen, die mein Selbstbild verändern halfen: „Was
interessiert Sie an Führung?“, „Sie machen
zuviel …“, „eine bessere Position, als die,
aus der Sie agieren, kann ich mir gar nicht vorstellen …“
etc. Solche Äußerungen gaben mir das Korrektiv
und Feedback, das ich mir gewünscht hatte. DiesesFeedbackbekommeichübrigensinzwischenauch
von Vorgesetzten und Kollegen, was sehr hilfreich ist. |
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Was kann eine Mentee ihrer Mentorin „beibringen“? |
| Meine Mentorin profitierte auch von
meinem Wissen. So interviewte sie mich einen Abend lang über
meine ehrenamtliche Arbeit beim Netzwerk BücherFrauen e.V.
(für das ich drei Jahre das Thema Finanzen verantwortete),
um daraus Erkenntnisse für den Aufbau ihres Berufsnetzwerkes
zu ziehen. |
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Gibt es bei Ihnen „sichtbare“ Erfolge? |
Ja, ich wurde im vergangenen
Monat zur „Leitung Konzerncontrolling & Business
Operations“ befördert. Dies aus einer Krisensituation
heraus, in der ich vor acht Monaten eher an eine Kündigung
als an eine Beförderung glaubte. Innerhalb eines Reorganisationsprojektes
mit dem Vorstandsvorsitzenden konnte ich meine fachliche Ausrichtung
für mich und mit der Firma gemeinsam klären. Ich
ging dabei sehr viel offensiver vor, als ich es früher
getan hätte.
Dass ich in dieser oft auch sehr turbulenten
Situation einen inneren Kompass hatte, der mich meine Richtung
halten ließ, führe ich auch auf die mentale Unterstützung
durch die Mentoringbeziehung zurück. Außerdem fing
ich an, mich um meine Außendarstellung zu kümmern,
und da war eine schwere Nuss zu knacken...
Darüber hinaus engagiere ich mich heute aufgrund
meiner eigenen positiven Erfahrungen innerhalb des Mentoring-Prozesses
im Projektteam des Mentoring- Forums der Stuttgarter BücherFrauen,
um einen Beitrag zu leisten, diese Fördermöglichkeit
der individuellen beruflichen Entwicklung weiter bekannt zu
machen |
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Frauke Ehlers,
Ltg. Konzerncontrolling & Business Operations EuroArts Medien
AG, Stuttgart, nimmt am FiV-Mentorship- Programm teil.
| Weitere Infos zum Mentoring-Forum der Stuttgarter
BücherFrauen, das am 14. 9. 2002 im Literaturhaus startet,
bei Frauke Ehlers, E-Mail: frauke.ehlers@
t-online.de; Fon: 0711/24 56 34 (AB). |
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