Wüstenrot-spezifische Maßnahmen
zur familienfreundlichen Gestaltung der Arbeitswelt
Von Eva Braunke, 1. Vorsitzende des Arbeitskreises
Chancengleichheit Wüstenrot Bausparkasse AG
Die Wüstenrot Bausparkasse AG ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen
mit Sitz in Ludwigsburg. Bundesweit beschäftigen wir über 4.000
Personen, wovon über die Hälfte Frauen sind.
Seit 1990 gibt es bei Wüstenrot einen Arbeitskreis Chancengleichheit
für Frauen und Männer. Dieser bewirkte eine Reihe von Maßnahmen,
die heute zum Standard gehören, insbesondere die sehr große Flexibilität
bei Gleitzeitregelungen sowie bei Länge und Dauer von Elternzeit
und Arbeitszeit.
Seit Mitte der 90er Jahre sind in den Leitlinien zur
Führung und Zusammenarbeit des Unternehmens sowie in der Broschüre
„Unternehmensleitbild/Unternehmensziele“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
gleichwertig genannt: Dies manifestiert das Bestreben der Unternehmensleitung
nach Chancengleichheit. Der Arbeitskreis suchte aktiv das Gespräch
mit weiblichen Führungskräften des Unternehmens über ihre Erfahrungen
als Frau in Führungspositionen. Darüber und über die weiteren Aktivitäten
und Ergebnisse wird in der Mitarbeiter- Zeitschrift von Wüstenrot
regelmäßig berichtet.
Interessante Ergebnisse brachte eine firmenweite Befragung
von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im September 1996 zutage,
die deutlichen Handlungsbedarf zeigten: Frauen fühlten sich beim
Zugang von Führungspositionen und bei der Auswirkung von Weiterbildungsmaßnahmen
benachteiligt.
Auf Initiative des Arbeitskreises Chancengleichheit
nahm Wüstenrot erstmals im Januar 1997 an einem bundesweiten, vom
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung geförderten
Wettbewerb TOTAL E-QUALITY teil. Anhand einer Checkliste dokumentierten
wir die bisherigen Maßnahmen unserer Unternehmensgruppe zur Förderung
der Chancengleichheit und belegten die Angaben durch Materialien,
Dokumente und Anlagen. Zur Erlangung des Prädikats waren Mindeststandards
vorausgesetzt. Ausschlaggebend war nicht die Menge der Aktivitäten,
sondern die Qualität, sowohl hinsichtlich des Konzepts als auch
hinsichtlich der Umsetzung der praktischen Maßnahmen. |
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Eva Braunke
| Die Wüstenrot
Bausparkasse AG erhielt 1997 das Prädikat TOTAL EQUALITY, das
2000 verlängert wurde. |
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Wüstenrot war unter den zwölf ersten
Prädikatsträgern. Was bedeutet dieses Prädikat für Wüstenrot? Zum
einen umfasst es ein Zertifikat und ein Logo, das Wüstenrot für
Marketing und Öffentlichkeitsarbeit einsetzen kann, zeigt es doch
europaweit, dass unser Unternehmen nach einem Personalführungs-
und Qualitäts-Management-Konzept ausgerichtet ist, das die Vorstellungen
von Frauen (Mitarbeiterinnen und Kundinnen) mit einbezieht. Zum
anderen ist mit diesem Prädikat die Verpflichtung verbunden, auch
zukünftig Personalpolitik im Sinne von TOTAL E-QUALITY zu gestalten
und fortzuführen.
Als eine der Folgemaßnahmen auf die Fragebogenaktion
von 1996 initiierte der Arbeitskreis 1998 eine hauseigene Seminarreihe
für Führungskräfte-Frauen unter dem Motto: „Als Frau erfolgreich
führen – wie?“ Fünf Gruppen haben bisher das dreitägige Seminar
absolviert. Die Teilnehmerinnen sind dabei, sich untereinander zu
vernetzen und die Erfahrungen zu bündeln.
Um die weiterführenden Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit
erneut zu dokumentieren und bewerten zu lassen, bewarb sich Wüstenrot
um die Verlängerung des Prädikats TOTAL E-QUALITY, das es im Mai
2000 erneut erhielt. Wir sind stolz und freuen uns über mehrere
Beiträge in Presse und Rundfunk.
Im Jahr 2000 entstand anlässlich des 10-jährigen Jubiläums
des Arbeitskreises Chancengleichheit für Frauen und Männer eine
eigenständige Broschüre über Mitglieder, Projekte und Ziele des
Arbeitskreises, die Wüstenrot-weit verteilt wurde. Eine zweitägige
Jubiläumsveranstaltung wurde zur Diskussion mit der Belegschaft
genutzt – vom Azubi bis zum Vorstand. Deutlich wurde, dass das Gedankengut
des Arbeitskreises Chancengleichheit auch nach zehn Jahren noch
nicht überall in den Köpfen verankert ist. Deshalb wurde 2001 die
unternehmensinterne Öffentlichkeitsarbeit mit einer lebendigen Power
Point- Präsentation verstärkt. Seit Januar 2001 ist der Arbeitskreis
dabei, die Aufmerksamkeit auf die Zukunft der Chancengleichheit
zu lenken und Themen – wie Gender Mainstreaming – vorsichtig in
das Unternehmen einzubringen und diese in Kreisen von Führungsfrauen
zu erläutern und zu diskutieren.
Unsere Ziele? Wir wollen mehr Frauen in Führungspositionen,
die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern – und den „Hattrick“
bei TOTAL E-QUALITY! Wir betrachten das Prädikat als ein Ergebnis
unserer kontinuierlichen Entwicklung von Chancengleichheitsmaßnahmen
und sehen einer Neubewerbung im Jahr 2002 mit Optimismus entgegen.
Chancengleichheit ist vielfältig, facettenreich und bedarf eines
breiten Fundaments, insbesondere mehr Selbstverständnis im gesellschaftlichen
Umfeld. Die Unternehmen können nur einen Teil dazu beitragen. Wüstenrot
empfiehlt, die Aktivitäten von TOTAL E-QUALITY auf eine breite Basis
zu stellen und Chancengleichheitsmaßnahmen auf gesellschaftlicher
Ebene einzufordern!
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| Zusammen mit Stuttgarter
Unternehmen gründete Wüstenrot im Dezember 1990 den Verein „Frauen
in Verantwortung“. Initiator war Lothar Späth, der damalige
Ministerpräsident von Baden- Württemberg. |
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| Wüstenrot Bausparkassen AG
Ludwigsburg Eva Braunke Fon: 07141/16-2171 E-Mail: eva.braunke@
wuestenrot.de |
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