die Wissensgesellschaft kann auf das Kreativ- und Innovationspotenzial der gut ausgebildeten Frauen nicht verzichten. Junge Frauen haben in der beruflichen Qualifikation ein Niveau erreicht, das dem der jungen Männer entspricht. Mehr Mädchen als Jungen schließen die Schule mit einem Realschulabschluss oder dem Abitur ab. Und dazu noch: meistens auch mit den besseren Noten.
Zur Lebensplanung junger Frauen gehören Familie und Berufstätigkeit: Junge Frauen wollen Kinder. Sie wollen in einem Beruf arbeiten, der ihren Vorstellungen und Fähigkeiten entspricht, und sie wollen auch nicht auf Karriere verzichten.
In ihrer Doppelrolle können berufstätige Frauen mit Kindern Sozialkompetenz, Führungsqualität, Organisationstalent und Kommunikationsund Durchsetzungsfähigkeiten entwickeln. Sie sind gewöhnt, viele Aufgaben gleichzeitig zu erledigen und flexibel auf die unterschiedlichsten Probleme reagieren zu müssen. Kurz gesagt, sie verfügen in einem hohen Maße über die heute in den Unternehmen für Managementpositionen geforderten Schlüsselqualifikationen. Trend- und Wirtschaftsberater verkündeten bereits in den 80er Jahren, dass Frauen kooperativer, kontaktfreudiger und sozialkompetenter und damit für Führungspositionen hoch geeignet seien. Dennoch wirddieses Potenzial noch viel zu wenig erkannt und genutzt. Frauen, insbesondere Frauen mit Kindern, sind in Spitzenpositionen nach wie vor selten anzutreffen.
An der Qualifikation und Karrieremotivation kann es nicht liegen, wie Forschungsergebnisse belegen. Die Hindernisse sind vielmehr in den weiterhin an männlichen Lebenssituationen orientierten Arbeitsstrukturen und Karrierebedingungen zu suchen. Durch Erziehungszeiten fehlende Jahre der Berufserfahrung und Teilzeitarbeit, aber auch die Ortsgebundenheit durch die Familie verringern zudem die Karrierechancen.
So vielschichtig wie die Ursachen, sind auch die Lösungsansätze. Sie reichen von einem bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbetreuung über die Berücksichtigung von Schlüsselqualifikationen, die in der Familienarbeit erworben wurden, die Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Veränderung der Arbeitsstrukturen bis hin zu gezielten Personalentwicklungsmaßnahmen, wie Trainee-Programmen und Mentoring.
Ich habe in meinem Aktionsprogramm für diese Legislaturperiode „Top-Themen der Frauenpolitik“ einen Schwerpunkt „Karriere mit Familie“ gesetzt, aber auch an anderen Stellen des Programms sind konkrete Projekte zur Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen vorgesehen.
In diesem AKTIV-Heft werden Hintergründe beleuchtet, Forschungsergebnisse vorgestellt und Möglichkeiten der Personalentwicklung dargestellt.
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