| Beispiel: Gender Mainstreaming
im Sport
Von Dr. Barbara Oettinger und Annette Grimm, Ausschuss
„Frauen im Sport“ des WLSB
Gender Mainstreaming (GM) nun auch im Sport! Der organisierte
Sport, die mitgliederstärkste badenwürttembergische Organisation
hat mit mittlerweile zwei Fünfteln weiblicher Mitglieder in den
Sportvereinen einen beachtlichen Frauenanteil vorzuweisen. Dies
spiegelt sich allerdings nicht in Führungspositionen, Gremienbesetzungen
und TrainerInnenstäben wider. Zwar wurde schon vieles durch Projekte
und Fortbildungsseminare erreicht (siehe AKTIV
Nr. 9), und in Führungspositionen, insbesondere auf Vereinsebene,
sind Verbesserungen des Frauenanteils zu erkennen. Auch beteiligen
sich zunehmend Männer an Seminaren zur Gleichstellungsthematik und
Frauenförderung, und andersherum ist ein aktuelles Seminar des Württembergischen
Landessportbundes (WLSB) „Einführungstagung für neu gewählte Mitarbeiter/
innen in den Sportkreisvorständen“ schon nahezu zur Hälfte mit Frauen
besetzt. Dennoch sind sich alle einig, dass Frauenförderung im Sport
nach wie vor ein Thema ist.
Die europäische Tendenz hin zum GM widerspricht dem
Wunsch nach weiterer intensiver Frauenförderung nicht. Denn die
Umsetzung der Frauenförderpläne auf allen Ebenen des Sports vom
Land bis hin zum Kreis und Sportverein mit Förderung von Frauen
in Führungspositionen oder als Mitglieder von Gremien durch gezielte
Seminararbeit oder Mentoring sind das eine. Die Rahmenbedingungen
und Inhalte im Bereich des Sports aus der Blickrichtung beider Geschlechter
betrachtet sind das andere. Wie gehen wir an die Planung von Sportstätten
heran? Beachten wir dabei die männlichen und weiblichen Bedürfnisse?
Sportveranstaltungen, fachliche wie überfachliche Aus- und Fortbildung
im Sport, Gremien, männliche wie weibliche Sprachform ...
Der Sport möchte GM nutzen und als Chance verstehen.
In Wechselwirkung mit der eigentlichen Frauenförderung lassen sich
die gesteckten Ziele so effizienter verfolgen und lässt sich das
Streben nach besseren Rahmenbedingungen intensivieren. Mehr und
mehr nehmen wir im Sport den Wunsch wahr, Frauen überall zu dem
Anteil zu verhelfen, der ihrem Mitgliederanteil entspricht. Die
Chance, welche Frauen im Sport für die Gesamtheit darstellen, wenn
sie als Trainerinnen, Übungsleiterinnen und Führungskräfte, nicht
zuletzt als Mitglieder in den inhaltlich bestimmenden Ausschüssen
des Sports aus einem ganzheitlichen Ansatz heraus wichtig sind,
wird offensichtlich immer mehr gesehen. Durch Frauenpräsenz gelingt
es Männern – bewusst oder unbewusst – leichter z.B. die Belange
aller Vereins- und Verbandsmitglieder zu berücksichtigen. Und: Frauen
übernehmen Posten um so lieber, je bessere Rahmenbedingungen sie
vorfinden. Schließlich sind auch im Sport ehrenamtliche Positionen
gar nicht so leicht zu besetzen. |
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Dr. Barbara Oettinger

Annette Grimm
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