Die Stadt Filderstadt will verstärkt Frauen den Weg in die Politik ebnen. Ein Schritt in diese Richtung bildet die erhöhte finanzielle Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeit im Gemeinderat – für Frauen und Männer, die in der Sitzungszeit für ihre Kinder oder pflegebedürftigen Angehörigen einen Betreuungsdienst engagieren müssen. Die aktuelle Satzung wird allgemein begrüßt. Es bleibt zu hoffen, dass sie auch kräftig in Anspruch genommen wird.
Frauen sind nach wie vor in politischen Ämtern unterrepräsentiert. Dies liegt in der Regel nicht an der mangelnden Bereitschaft, sich zu engagieren, sondern vielmehr am Eingebundensein in häuslich-familiäre Pflichten.Gemeinderats- und Ausschusssitzungen sowie zahlreiche weitere Termine für Mandatsträgerinnen und Mandatsträger finden fast ausschließlich in den Abendstunden statt. Wer kümmert sich aber in dieser Zeit um die Kinder oder die pflegebedürftigen Angehörigen daheim? Normalerweise die Frauen, genauer die Mütter in den Familien, für sie bleibt meist keine Zeit für politisches Engagement. Diese Tatsache ist zweifellos ungerecht und für die Gesellschaft ein Verlust, da der weibliche Blick in der Politik stärkere Berücksichtigung finden sollte.





