AKTIV Frauen in Baden-Württemberg - Ausgabe 11 - 1/2001
   

Grußwort

Das bürgerschaftliche und ehrenamtliche Engagement ist das Fundament einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft. Es ist der „soziale Kitt“, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Ohne ehrenamtliche Tätigkeit wären wichtige gesellschaftliche Bereiche nicht funktionsfähig.

Kommunen, Wohlfahrtsverbände, Kinder-und Jugendeinrichtungen, Seniorenvertretungen, Sportverbände, Kirche, Parteien und Justiz – sie alle sind auf Ehrenamtliche angewiesen und nehmen ihre Dienste in Anspruch. Und hier sind es gerade die Frauen, die das soziale Ehrenamt in die Hand nehmen, sozusagen die „Knochenarbeit“ verrichten. Frauen, die mit ihrer Tatkraft, Begeisterungsfähigkeit, Ausdauer und Kreativität viele Steine ins Rollen gebracht haben und mit ihrem Engagement Berge versetzen. Die viel beklagte „soziale Kälte“ gibt es zumindest dank dem hohen Engagement der Frauen im ehrenamtlichen Bereich nicht. So sehe ich das Engagement der Frauen als einen Baustein in einer sich verändernden Gesellschaft; Frauen, die die vielfältigen Möglichkeiten im Ehrenamt als Chance sehen und nutzen und vorurteilslos gerne andere und neue Wege gehen. Das Ehrenamt soll zur aktuellen Lebenssituation passen, die gerade speziell der oft bestehenden Doppelbelastung der Frauen von Familie und Beruf Rechnung tragen muss. So geht der Trend hin zu neuen Organisationsformen wie beispielsweise Nachbarschaftshilfe oder Selbsthilfegruppen, wo Ehrenamt sich oft nach individuellen Bedürfnissen und Zeitplänen einbringen lässt.

Das Landesbüro Ehrenamt im Kultusministerium hat seinen deutlichen Schwerpunkt der Aktivitäten auf den Bereich Jugend und Ehrenamt gelegt. Ganz besondere Bedeutung genießen hier die Mentorenprogramme in Musik, Sport und Verkehrserziehung. Insbesondere das Schülermentorenprogramm „Soziale Verantwortung Lernen!“, ein Programm, das sich ausschließlich der Ausbildung sozialer Kompetenz widmet, wird damit zu einem Grundpfeiler für weiteres ehrenamtliches Engagement.

Ehrenamt geht uns alle an – Ehrenamt muss für alle Ehrensache sein. Gemeinsinn ist keine Frage des Geschlechts, doch dank des Sachverstandes und der Kreativität gerade der Frauen kann unsere Gesellschaft die Herausforderungen bestehen, die an eine moderne und humane Industrienation gestellt werden.


Rudolf Köberle
Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg