| Frauen in der Kommunalpolitik
in Baden-Württemberg:
Politik-Power und Strategien
Rund 120 Gemeinde- und Kreisrätinnen in Baden-Württemberg
haben bisher an den vom Sozialministerium Baden-Württemberg
konzipierten und geförderten Gemeinderätinnen-Seminaren
"Standort - Standpunkt - Strategie" im ganzen Land teilgenommen.
Wer "Selbstfindungsseminare" oder "Wie fühle
ich mich-Seminare" dahinter vermutet hat, lag absolut falsch.
Bei dem Seminar "Standort - Standpunkt - Strategie" für
Kreis-, Gemeinde- und Ortschaftsrätinnen sowie mögliche
Nachrückerinnen geht es um Durchsetzungsstrategien, die den
vorhandenen Sachverstand und Ideenreichtum der Kommunalpolitikerinnen
ergänzen und ihrer politischen Arbeit zum Erfolg verhelfen
können. Gerade in Zeiten eingeengter Handlungsspielräume
in den Kommunen ist die Durchsetzung von frauen- und familienpolitischen
Belangen häufig besonders schwierig. Es gilt vor allem auch,
die noch zu wenigen Frauen, die sich in der Kommunalpolitik engagieren,
in ihrer Arbeit zu bestärken.
Bisher wurde das Seminar von den Frauenbeauftragten,
zum Beispiel im Landkreis Waldshut von Barbara Denz, im Ost-Alb-Kreis
von Ingrid Krumm, von Cornelia Lange in Ludwigsburg, in Albstadt
von Birgit Dietrichkeit, in Schwäbisch Hall von Ursula Hefter-Hövelborn,
von Angelika Baur in Böblingen und im Main-Tauber-Kreis von
Marga König erfolgreich durchgeführt. |
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Zum Thema |
Gut angelegt sind die Zuschüsse
des Sozialministeriums mit jeweils 2.000 DM (die Landeszentrale
für politische Bildung beteiligt sich daran mit jeweils 500
DM), wie die Seminarauswertungen ergeben haben - die Erfolge können
sich sehen lassen:
- So haben Kommunalpolitikerinnen neue parteiübergreifende
Netzwerke auch im ländlichen Raum geknüpft;
- es wurden Runde Tische für Kommunalpolitikerinnen auf Stadt-
bzw. Kreisebene initiiert
- und es wurden gemeinsame Aktionen gestartet.
So gab es zu einem aktuellen Planungskonzept eine
gemeinsame Stadtführung und anschließend ein Gespräch
mit der zuständigen Baubürgermeisterin oder die Aktion
"Beispiele erfolgreicher Strate-gien". In "Seminar-Folgeterminen"
tauschen Seminarteilnehmerinnen regelmäßig erfolgreiche
Strategien aus. Neben diesen strukturellen Erfolgen für die
Frauenpolitik wurden von den Seminarteilnehmerinnen selbst besonders
das neu erworbene Wissen auf dem Gebiet des Zeitmanagements, der
Strategietechniken bei Verhandlungen und Sitzungen und neue Denkanstöße
als Bereicherung für die eigene Arbeit hervorgehoben.
Bereits bewilligt sind die Zuschüsse für
weitere Seminare, die von den Frauenbeauftragten Cornelia Bloch
in Fellbach, Ursula Hefter-Hövelborn in Schwäbisch Hall,
Dr. Edit Kirsch-Auwärter in Schorndorf, Renate Köster
in Friedrichshafen, Ingrid Krumm in Schwäbisch Gmünd,
Adelheid Maier in Mosbach und Heide Merkel in Breisach durchgeführt
werden.
Für die Frauenbeauftragte der Landesregierung,
Staatssekretärin Johanna Lichy, selbst seit über 20 Jahren
kommunalpolitisch aktiv, heißt Frauenpolitik auch, die Chancen
und Rahmenbedingungen für Kommunalpolitikerinnen zu verbessern,
damit Frauenpolitik auch auf kommunaler Ebene von engagierten Frauen
besser transportiert werden kann.
Die Gemeinderätinnenseminare können in der
Regel in Trägerschaft der Frauenbeauftragten durchgeführt
werden; eventuell kommt auch die Trägerschaft von Netzwerken
oder Frauenbeiräten in Betracht. |
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Ein Hinweisblatt mit den Zuwendungs-
voraussetzungen zur Förderung des Seminars durch das Sozialministerium
und Antragsformulare erhalten Sie im Sozialministerium Baden-Württemberg,
Kennwort: Gemeinderätinnenseminar. |